Freiwilligenarbeit in Nepal – Volunteering in einer Schule

Hallo, mein Name ist Stefan und ich reise schon seit fast 5 Jahren durch Welt. Ich habe Schriftstellerei studiert und versuche auf meinen Reisen an meinen Büchern zu arbeiten. Dabei unterrichte ich auch häufig in Ländern in denen es mir besonders gefällt.

Zurzeit befinde ich mich in Australien aber bis vor kurzem war ich im atemberaubenden Nepal. Doch wo ist das genau fragt ihr euch vielleicht? Ist das ein Teil von Indien? Welche Sprache spricht man dort eigentlich? Viele Menschen wissen nicht genau wo sie Nepal geographisch und kulturell einordnen sollen oder, dass dieses beeindruckende Land überhaupt existiert.

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Nepal ist ein sehr kleines Land zwischen Indien und China. Der Mount Everest befindet sich an der chinesischen Grenze und Lumbini, der Geburtsort Buddhas, wird im Süden des Landes verehrt. Die chaotische Hauptstadt Kathmandu ist östlich des Himalaya gelegen und mit wunderschönen Tempeln übersät. Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben, hat sich die Stadt anscheinend wieder einigermaßen von den Folgen erholt.

Volunteering in einer Schule in Nepal

Bevor ich mich dafür entschieden habe an einem Freiwilligenprojekt in Nepal teilzunehmen, leitete ich eine Sprachschule in Costa Rica. Meine Erfahrung in Costa Rica war zwar ganz toll aber ich hatte kaum Zeit das Land zu besichtigen oder einfach mal zu relaxen, weil der Alltag in Costa Rica sehr stressig ist. Nepal, ein Land der Meditation und des Wanderns, hat meine Aufmerksamkeit sehr schnell geweckt und so entschied ich mich relativ spontan, dort in einem sehr abgelegenem Dorf namens Kliyu für drei Monate Englisch zu unterrichten.

Mein Alltag als freiwilliger Helfer

Ich muss zugeben, dass meine Familie ein bisschen besorgt war als ich ihnen sagte, dass mein nächstes Abenteuer nach Nepal führen würde und man im Internet keine Informationen über das Dorf, in dem ich für die nächsten drei Monate leben sollte, finden konnte.

Der Tag in Kliyu beginnt bei Sonnenaufgang und endet kurz nach Sonnenuntergang – fast wie im Mittelalter. Ich wachte zwischen 6 und 7 Uhr in der Früh auf und trank einen frischen Ingwertee auf der Terrasse während meine Familie und einige meiner Schüler auf Reisfeldern arbeiten oder Lasttiere die steilen Stufen im Dorf auf- und abtrieben.

Nach meinem Frühstück ging ich mich duschen (falls es Wasser gab) und dann machte ich mich auf dem Weg zur Schule, auf dem mich viele meiner Schüler mit einem neugierigen Lachen begleiten und aufgeregt meinen Namen jubelten. Ein paar Schüler kamen jedoch immer etwas später zur Schule, weil sie jeden Tag ca. 1-2 Stunden zur Schule wandern müssen.

Ich war etwas geschockt als ich die Schule zum ersten Mal sah. Das schlimme Erdbeben vor einem Jahr hatte die Schule völlig zerstört und die Wiederaufbauarbeiten waren noch immer nicht abgeschlossen, da die Spendengelder nicht an die kleinen Dörfer im Himalaya verteilt wurden. Die Schule machte natürlich das Beste aus dieser Situation und viele Eltern arbeiteten selbst an der Baustelle mit.

Ich unterrichtete sechs Unterrichtseinheiten – Englisch sowie Kunst und Sport. Die Schüler waren total begeistert und ich schloß sie sofort in mein Herz. Jedoch fand ich es manchmal sehr schwierig die Kinder zu unterrichten, da jeder Schüler ein unterschiedliches Sprachniveau aufweist und sich manchmal drei verschiedene Altersgruppen in derselben Klasse befanden. Aber zum Glück gelang es mir meine Schüler mit Kartentricks und kreativen Spielen zu motivieren und mir fiel fast jede Woche eine Steigerung ihrer Sprachkenntnisse auf.

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Ich unterrichtete nicht nur die Schüler sondern musste auch die Lehrer miteinbeziehen. Die meisten Lehrer waren eher unerfahren oder manchmal einfach nicht motiviert, weil sich viele Menschen in Nepal nicht aussuchen können wo sie unterrichten. Dabei kommt es oft vor, dass Lehrer aus Kathmandu in den Himalaya geschickt werden. Diese Herausforderungen haben mir besonders gefallen, da ich gerne mit Menschen arbeite und die Menschen in diesem Dorf mich jeden Tag mit ihrer Offenheit und Herzlichkeit empfangen haben, obwohl sie sich selbst vielen Herausforderungen stellen müssen um im Himalaya überleben zu können.

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Den Tag ließen wir meistens mit einer Runde Volleyball ausklingen oder einem sehr verwirrenden nepalesischen Kartenspiel, das ich bis heute noch nicht ganz verstehe. Danach gab es Abendessen, das sich kaum von Frühstück und Mittagessen unterschied. Die Hauptmahlzeit in Nepal ist Dahl Baht – Reis mit Linsen und Curry. Schmeckt super und ist sehr energiereich, aber ich freute mich irgendwann schon sehr auf ein Wiener Schnitzel mit Pommes.

Meine Gastfamilie und die Schüler

Ich wohnte bei einer nepalesischen Familie die mich wie ihren eigenen Sohn behandelte.

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Morgens fütterte ich manchmal die Büffel mit meinem Gastvater, am Wochenende lehrten mir meine „Brüder“ Nepali oder wir gingen gemeinsam wandern. Mit meiner Gastmutter habe ich manchmal gemeinsam am Abend gekocht, doch wir sprachen sehr wenig, da sie kaum des Englischen mächtig war.

Die Familie hat mich am meisten mit ihrer Freimütigkeit und Unvoreingenommenheit überrascht. Vom ersten Tag an haben mich meine neuen Brüder und Eltern nur mit bhai, also Bruder, angesprochen und mich wie ein echtes Familienmitglied integriert und sich um mich gekümmert.

Die Aussicht von meinem Zimmer war einzigartig und ein wahres Privileg jeden Tag vor dem Panorama des Annapurna und des Fishtail Mountain aufzuwachen. Obwohl es auf den 7.000 – 8.000 Meter hohen Bergen rund herum viel Schnee gibt, kann es tagsüber sehr warm und schwül werden. Zum Glück hatte ich auch sommerliche Kleidung eingepackt.

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Meine Zeit als Lehrer in Nepal werde ich nie vergessen, Nepal ist zu einem zweiten Zuhause für mich geworden. An das gemeinsame Kochen und Wandern mit meinen Gasteltern und Gastbrüdern werde ich mich noch lange erinnern und der schwere Abschied von meinen Schülern deprimiert mich immer noch ein bisschen und ich hoffe, sie bald wieder besuchen zu können.

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