Incredible India – eine Tour durch Rajasthan

Im Dezember hatte ich das Privileg eine Tour mit unserem Partner G Adventures von Delhi nach Goa zu machen.

Die monumentalen Sehenswürdigkeiten Indiens kennt wahrscheinlich jeder – auch wer noch nicht dagewesen ist, weiß wie der Taj Mahal aussieht. Ich möchte besonders meine Eindrücke von Mensch und Tier in Indien mit Euch teilen. Denn meiner Meinung nach besticht Indien nicht nur durch bekannte Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr durch „Land und Leute“ und in diesem Land versteht man unter „Leute“ tatsächlich auch „Tiere“. Denn Tiere spielen in Indien eine größere Rolle als ich das jemals vermutet hätte. Aber fangen wir mal von vorne an…


Eine neuerlich gestartete Werbekampagne des indischen Fremdenverkehsamtes nennt sich „Incredible India!“. Und Indien ist unglaublich… unglaublich laut,wuselig und hektisch, dreckig, geruchsintensiv, farbenfroh, geschmacksintensiv, anstrengend und alles in allem unglaublich faszinierend.

Bei Ankunft in Indien ist eins so sicher wie das Amen in der Kirche und das Om im Yoga-Untericht: der Kulturschock! Er kommt, egal wie sehr man sich mental auf die Reise vorbereitet hat, egal wie viel man vorher darüber gelesen und gesehen hat, egal wie reiseerfahren man ist – er kommt und lähmt die Sinne für ein bis mehrere Tage. Die Reizüberflutung ist einfach eine zu große. Alle Sinne sind gefragt: das Riechen, das Sehen, das Fühlen und bei mir am intensivsten betroffen das Hören! Indien ist allein durch das beliebteste Hobby des Inders-das HUPEN-unbeschreiblich laut. Kakophonie pur… !

Deshalb hier der Tipp Nr 1 von mir: wichtigstes Reiseutensil noch vor Magen-Darm-Medikamenten: gute Earplugs! Ein absolutes must have! Denn ein etwaiger Brechdurchfall geht nach einiger Zeit vorbei. Indiens Kakophonie bleibt und zwar ungefähr 18Stunden täglich.


Unser Reiseleiter Binu Thomas vermeldete gleich zu Beginn unserer Tour, noch bevor wir zum ersten Mal gemeinsam das Hotel verließen, folgende 3 Regeln zum Überleben in Indien:

Regel Nr 1. „Be patient!“
Regel Nr 2. „Expect the unexpected!“
Regel Nr 3. „If you want to cross a street, just walk and never ever watch the drivers!”

Einige Minuten später, als wir im Gänsemarsch mit gesenkten Touristenhäuptern unserem Reiseleiter hinterherwatschelten, wussten wir, was er meinte. Der Verkehr in Indien ist so chaotisch, dass ein Europäer niemals eine Straße überqueren würde, wenn er seinen Blick statt auf die Straße nicht in sein Innerstes kehren könnte. Nur so kommt man ans Ziel, nämlich über die Straße.

Mit der Zeit lernt man, dass ein Inder zwar ein chaotischer Verkehrsteilnehmer ist, sein Gefährt aber voll im Griff hat, denn in den mehr als 2 Wochen, die ich in Indien war, habe ich nicht einen Unfall mit Mensch- Tierbeteiligung gesehen, wohl aber mit Blech, was dem gemeinen Inder aber völlig egal ist. Im völligen Verkehrschaos laufen vor allem gechillte Kühe in Zeitlupentempo umher, aber auch Hunde, Kamele und Schweine sind Verkehrsteilnehmer, auf die geachtet wird und die wie durch ein Wunder nicht zu Schaden kommen.

So, nun aber doch noch  einige Tipps zu den einzelnen Stationen:

Agra: wenn möglich, das Taj Mahal bei und nach Sonnenaufgang besichtigen und nicht an einem Wochenende, da dann die mystische Atmosphäre durch doch zu viele Menschen gestört werden kann. Das Baby Taj ist auf jeden Fall auch sehenswert und im Red Fort sollte man sich unbedingt einen local guide chartern, der einem die Geschichte des Red Fort anschaulich erläutert. Die paar Rupies sind super investiert!

Jaipur: neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie das Amber Fort und Water Palace lohnt sich natürlich ein Blick auf „Hawa Mahal“, den Palast der Winde, der eigentlich kein Palast ist, sondern nur eine Fassade darstellt, hinter dem sich die Frauen des Herrschers ungestört ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben konnten: dem Begaffen der Szenerie und das wie gesagt ohne selbst gesehen zu werden. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings die Pink City, der alte Stadtkern Jaipurs. Hier kam ein sehr orientalisches Gefühl auf und man fühlt sich wirklich wie in einer anderen Welt. Ein weiteres must-see in Jaipur: der Besuch eines Bollywood movies in Jaipurs bekanntem Kino. Ein wahres Happening!

Pushkar: die hinduistische Segnung am Holy Lake in Pushkar mutet zwar etwas touristisch an, nimmt einem aber dennoch in seinen Bann. Ebenfalls touristisch aber hoch romantisch: die Kamel-Safari in die Abend-Wüste inklusive nächtlichem Heimritt unter Indiens Sternenhimmel. Wow!

Udaipur: mehr Romantik gibt es in Indiens „most romantic city“ Udaipur. So viele Restaurants mit Dachterrassen und ungestörtem Blick auf den abends beleuchteten City-Palace vermutet man zunächst nicht. Auch eine Sünde wert: die leckeren Kuchen im „Cafe Edelweiß“!

Ranakpur: kein Geheimtipp, weil die einzige Sehenswürdigkeit hier ist die ca 1000 Jahre alte Tempelanlage, die dem Jainismus angehört, einer der zahlreichen Religionen in Indien. Hier unbedingt ein Longsleeve-T-Shirt und lange Hose oder Rock dabei haben, sonst hat sich die sehr abenteuerliche Fahrt mit dem Jeep zum Tempel nicht gelohnt, weil man ihn nicht von innen bestaunen kann. Fotoapparat kostet extra (lohnt sich aber!) und jegliche Art von Tier, also auch Leder (Gürtel oder Geldbeutel) sind innerhalb des Tempels nicht gestattet.

Goa: Wichtig zu wissen ist, dass Goa riesig ist und die besten Strände im Norden und im Süden zu finden sind. Am besten man bleibt nach der Tour noch etwas länger und relaxed an einem der schönen Strände in Goa. Aber Vorsicht: nicht alles was Beach heißt, stellt sich hinterher als Beach raus!

Zusammengefaßt muß ich sagen, dass ich meiner Intuition, Indien nicht auf eigene Faust bereisen zu wollen, sondern innerhalb einer Tour, sehr dankbar war. Nicht nur, dass unser großartiger Reiseleiter Binu unerbittlich viel gelehrt hat (inklusive Abfragen einen Tag später!), so hat er uns auch alles an Organisation abgenommen und das war teilweise ganz schön schwierig, obwohl er sich auskannte und wusste, wie man mit seinen Landsleuten am besten umgeht. Ich bin wirklich eine weitgereiste Backpackerin, aber in diesem Land wäre ich teilweise an meine Belastbarkeitsgrenze gestoßen. Deshalb meine Empfehlung, auf jeden Fall mit einer unserer Touren zu starten. Optimalerweise kann man den Urlaub ja danach auf eigene Faust verlängern,… wenn der Kulturschock überwunden ist und man einigermaßen mit den Gepflogenheiten der Inder bekannt ist.

Viel Spaß in Incredible India!

 

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5 Kommentare

  1. Cony 16. April 2012 at 14:28

    die Bilder sind beeindruckend und “incredible”! Danke für diesen eindrucksvollen Bericht

  2. Ursi 19. April 2012 at 21:27

    Ich habe genau die gleiche Reise vor fast 3 Jahren gemacht. Ich kann das alles nur bestätigen. Es war wirklich toll. Danke für deinen Bericht.

  3. Kirsten 13. Oktober 2012 at 15:46

    Vielen Dank für die Tipps. Das macht die Reisevorbereitung doch ein wenig einfacher.

  4. Kathrin 13. März 2013 at 15:23

    Wie waren denn die Unterkünfte, in denen Ihr untergebracht wurdet?

  5. Sabine Sattelberger 14. März 2013 at 15:28

    Die Unterkünfte waren allesamt sehr ordentlich und sauber. Highlights waren Ranakpur (schöne und ruhige Umgebung) und Jaipur (netter Hostelbesitzer, der sich sehr um die Gäste kümmert. Unbedingt mit ihm joggen gehen!). Das End-Hotel in Goa liegt nicht schön, also würde ich vor für eine Verlängerung eher ein anderes Hotel vorschlagen, das an einem schönen Strand liegt ( z.B. in Palolem).

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