London – Tipps & Wissenswertes

In die britische Hauptstadt hat es jeder schon mal geschafft. Frühestens bei der obligatorischen Klassenfahrt. Oder hat es zumindest fest vor. Mit den Kumpels durch die Pubs ziehen, mit den Mädels Brick Lane, Kensington High Street oder die Camden Locks beim Shoppen unsicher machen? Na kommt, gebt euch einen Ruck: in good old London gibt es immer (wieder) etwas zu entdecken. Das Wetter mag manchmal grau sein – die Tage (und Nächte) hingegen niemals. Hier kommt etwas Rüstzeug für euren ersten, nächsten oder übernächsten Besuch.

Typisch London: Von U-Bahn-Etikette bis Cockney Rhyming Slang

london, ausblick vom new zealand house

Gut zu wissen

Rechts stehen

Nichts entfacht den kollektiven Ärger der Londoner so sehr wie das unbekümmerte Ignorieren der U-Bahn-Etikette durch verwirrte Nicht-Insulaner. Auf den Rolltreppen der Tube gilt: Rechts wird gestanden, die linke Seite beibt denjenigen vorbehalten, die diese Rolltreppe im Stechschritt hinaufsteigen können, ohne dabei zu kollabieren.

Oyster Card

Wehe, ihr pfriemelt mit einem Papierticket hilflos an den Drehkreuzen der Tube herum! Das Nicht-Benutzen einer Oyster Card rangiert für Londonder bei den Ärgernissen in der Tube, direkt  nach dem Blockieren der linken Rolltreppen-Seite. Also: besorgt euch direkt bei Ankunft die praktische Oyster Card, diese lässt sich übrigens bei Ende des Besuchs auch wieder zurückgeben. Das spart nicht nur (euch) Zeit und Nerven und nebenbei auch noch Geld.

Queuing

Gesundheit! Nein, das ist in der Tat ein Wort und bezeichnet das standardmäßige „Schlange stehen“ (queue = Schlange) der Briten. Und den Londoner Verordnungen zufolge wird es wohl immer noch mit Geldbußen bestraft, wenn man sich am Fahrkartenschalter für die U-Bahn vordrängelt.

Herunterspielen

Die Briten sind Meister im Herunterspielen von Situationen. So zum Beispiel die Reaktion: Ooh, we are in a bit of a pickle, aren’t we? auf eine Situation folgenden Ausmaßes: Ich wurde gerade von einem Pfeil ins Auge getroffen und mein Pferd ist weggelaufen. Und ja, die Briten sind allgemein ein „ziemlich dickhäutiges Volk“ (O-Ton einer britischen Kollegin).

Sport

Früher hat der gemeine Londoner nach der Arbeit vor dem Stammpub gestanden, ein wohlverdientes Pint in der Hand, einen eher mitleidigem Blick auf vorbeihechelnde Jogger geworfen. Heutiges Szenario: morgens und abends sollte man sich in der Rush Hour vor Radfahrern in Acht nehmen. Weiterhin kann man sich allabendlich, kurz nach Geschäftsschluss, vor verschwitzten Londonern kaum retten, die stolz ihre  Funktionskleidung ausführen – bei der Joggingrunde oder auf dem Sprung ins Gym. Weiterhin tauscht man sich gern darüber aus, wie viele Schritte man an diesem Tag schon geschafft hat und wann der nächste City (Halb-)Marathon mitgelaufen wird.

Cockney Rhyming Slang

“Would you Adam and Eve it! A pony for a bit of Bob Hope on my Barnet Fair!” (Übersetzt: Der Friseur kann manchmal echt teuer sein) Das ist Cockney Rhyming Slang, der Regiolekt, der euch hier und da in Londons East End über den Weg laufen könnte. Falls ihr derlei scheinbar wirre Satzkonstrukte vernehmt: einfach nicken und lächeln. Denn das Konzept ist für einen nicht native speaker ziemlich undurchschaubar. Hier ein paar „Übersetzungen“ von Cockney ins Deutsche:

Adam & Eve = (believe) glauben
Barnet Fair = (hair) Haare
Bob Hope = (soap) Seife
Apples and Pears = (stairs) Treppen
Ruby Murray = Curry
Dustbin Lids = (kids) Kinder
Britney Spears = (beers) Bier
Rosie Lee = (tea) Tee
Barney Rubble = (trouble) Ärger
Baked Bean = Queen
Dog and Bone = (phone) Telefon
Lady Godiva = (fi ver) £ 5-Schein
Score = £20

In London…

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Tipps, was man in London zu sehen hat, machen kann oder auf jeden Fall nicht verpassen sollte, gibt es zuhauf. Da möchten wir uns nicht auch noch anschließen, denn sonst müssten wir diesen Beitrag sicher wöchentlich anpassen. Fakt ist: in dieser Stadt bewegt sich wirklich ständig etwas.

Gratis lachen

Lachen kostet nichts, rein gar nichts. Und im „Angel Comedy Club“ in Camden (2 Camden Passage, London N1 8DY) gibt es jeden Abend kostenlos Stand-up-Comedy. Da strapazieren Newcomer bis hin zum etablierten Comedian eure Lachmuskeln – for free!

Gratis Musik

Das legendäre Plattenlabel „Rough Trade“ veranstaltet in seinen zwei Londoner Läden regelmäßig Gigs. In diesen heiligen Hallen haben zum Beispiel vor nicht allzu langer Zeit Vampire Weekend gerockt. FÜR LAU! Im „The Blues Kitchen“ mit Läden in Camden, Brixton und Shoreditch erwartet einen regelmäßig coole Live-Musik. Außerdem sind Servicegebühren hier ein Fremdwort, wenn man vorab einen Tisch reserviert. Das „Cahoots“, untergebracht in der ehemaligen Londoner U-Bahn-Station Kingly Court, erweckt die 1940er-Jahre zum Leben: hier erwarten euch immer wieder Live-Jazz, -Swing und -Lindy Hop. Da gibt’s nur eines: Tanzbein reg dich! Dresscode: look sharp 🙂

Gratis Kino und Theater

Im „The Scoop“ (London Bridge City, SE1 2DB), einem Amphitheater für 1.000 Personen am Ufer der Themse, erwarten euch kostenlose Theatervorstellungen und Konzerte. Bei Regenwetter kann es passieren, dass 15 Minuten vor Beginn, die Vorstellung leider abgesagt werden muss. Aber wenn das Ensemble irgendwie spielen kann, dann spielt es auch.

„The Audience Club“: die glücklichen Mitglieder dieses halb geheimen Clubs bekommen kostenlose oder preiswerte Theater-, Konzert-, oder Musicalkarten für das West End. Die Mitgliedschaft kostet lediglich eine gemeinnützige Spende.

Gratis Kultur

Die gute Nachricht: Die meisten der Londoner Museen und Galerien haben freien Eintritt! Die schlechte Nachricht: Kulturmuffel haben somit kaum noch eine Ausrede. An der Auswahl soll es ebenfalls nicht mangeln. Hier kommen die beliebtesten Museen der Hauptstadt:

  • British Museum
  • National Gallery
  • Tate Modern & Tate Britain
  • Natural History Museum
  • Victoria & Albert Museum
  • Science Museum
  • National Portrait Gallery
  • British Library
  • National Maritime Museum
  • Imperial War Museum

…und um London herum

Schaut mal über Londons breiten Tellerrand hinaus: ihr werdet noch mehr als genug Entdeckenswertes finden! Bath, Stonehenge, Cotswolds, Stratford, Windsor Castle und mehr – nur einen Steinwurf, okay, vielmehr einen Tagesausflug entfernt. Wenn ihr eine kleine Auszeit von Londons Vibe und der überfüllten Tube sucht, werdet ihr unweit der Hauptstadt garantiert fündig.

Cotswolds

Wirklich, wie im Film: reetgedeckte Cottages, murmelnde Bäche, saftige Wiesen und fette Jersey-Rinder hinter rustikalen Gattern… ihr denkt jetzt bestimmt, das klingt nach jedem  Stereotyp britischen Landlebens? Sehr gut! Herzlich willkommen in den Cotswolds! Denn die solltet ihr auf keinen Fall verpassen, zumindest nicht, wenn ihr der leicht romantischen Vorstellung von malerischen Dörfer in Großbritannien und den Drehorten von Bridget Jones und Harry Potter etwas abgewinnen könnt.

cotswolds

Anreise von London: 1 Autostunde.

Bath

Halbmondförmig angeordnete, honigfarbene Häuser aus der georgianischen Zeit (Royal Crescent), wunderschön erhaltene römische Bäder, Teesalons und Höflichkeit à la Jane Austen… ein Besuch in Bath fühlt sich an wie eine Lehrstunde in 2.000 Jahren Geschichte. Für Fans von Jane Austen: jede Menge Mr-Darcy-Momente könnt ihr an den Seen und Brücken des riesigen Prior Park erleben. Definitiv auch für Nicht-Fans und für ein entspanntes Wellness-Wochenende geeignet.

bath

Anreise von London: 1 Std. 30 Min. mit dem Zug.

Stonehenge

Darwin hat hier Würmer studiert. Merlin, der Zauberer, hat gaaanz offensichtlich die riesigen Monolithen hierher befördert. Und Außerirdische sind höchst vielleicht auch hier gelandet. Großbritanniens wohl berühmteste Stätte, gleich nach Big Ben, fasziniert die Besucher seit über 5.000 Jahren. Dieses jungsteinzeitliche Monument gehört zu den wichtigsten auf der ganzen Welt und ist sogar älter als die ägyptischen Pyramiden. Muss man mit eigenen Augen gesehen und die Magie dieses besonderen Ortes gefühlt haben.

stonehenge

Anreise von London: 2 Autostunden.

Windsor Castle

Windsor Castle, das oberhalb der malerischen Gassen von Windsor thront, ist seit über 900 Jahren das Zuhause der britischen Königsfamilie und somit das älteste und größte bewohnte Schloss der Welt. Also, gönnt euch einen typisch englischen Nachmittag: erst mit dem Boot über die Themse und dann Picknick im english green der königlich angehauchten Wiesen. Kein Wenn und kein Aber! Los geht’s!

windsor castle

Anreise von London: 50 Min. mit dem Zug.

Warner Bros. Studios, Leavesden

Alle Möchtegernzauberer und -hexen aufgepasst (also irgendwie jede*r)! Taucht ein in die magische Welt von Harry Potter auf der weltberühmten Warner Bros. Studio Tour in Leavesden! Lauft die Winkelgasse entlang, besucht Dumbledores Büro, betretet Gleis 9¾ und stoßt mit Butterbier an. Kurzum:  lasst euch verzaubern 🙂 Hex! Hex! Ach nee, das war was anderes..

Anreise von London: 1 Autostunde oder etwa 50 Min. mit dem Zug

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