Mexiko Stadt – Mein Guide für die Megacity

Was Mexiko mit dem Balkan zu tun hat? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch ich verrate euch gerne, warum das eben doch passt – zumindest in meinen Kopf: Im April 2016 lernte ich auf einer Reise auf den Balkan zwei sehr liebenswerte Mexikanerinnen kennen. In der Zeit lernten wir viel über das Land der jeweils anderen. Wir verglichen, diskutierten, schwärmten und teilten Dinge aus unseren Kulturen. Nicht zuletzt luden sie mich kurzerhand nach Mexiko ein und plötzlich hatte ich einige Monate nach unserer gemeinsamen Reise einen Flug gebucht: direkt nach Mexiko Stadt, eine der größten Städte unserer Erde, berüchtigt für Smog und Kriminalität. Und doch ist diese Stadt es wert gesehen, erlebt und geliebt zu werden. So hatte ich das große Glück, die Megacity nicht mit Touri-Aufkleber auf der Stirn kennen zu lernen, sondern innerhalb einiger Tage mit Einheimischen erkunden zu dürfen.

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Die mexikanische Flagge auf der Plaza de la Constitución

Auf den Spuren von Frida Kahlò

Bei einer Tour durch das Viertel Coyoacán besuchen wir das Museum über eine der berühmtesten Mexikanerinnen und Malerinnen: Frida Kahlò. In der Casa Azul, dem Blauen Haus, taucht man ein in ihr von Schicksalsschlägen geprägtes Leben und lernt ihre Persönlichkeit anhand ihrer Werke kennen. Selbst wer kein Museumsgänger ist – als den ich mich selbst auch nicht bezeichnen würde -, spürt die Faszination von Frida Kahlò und das farbenfrohe Haus ist jeden Besuch wert.

Tipps: Das Museum kostet ca. 130 Pesos (unter der Woche) und man sollte unbedingt vorab Online-Tickets kaufen, da die Warteschlangen extrem lang sein können. Das Viertel Coyoacán mit seinen ruhigen Straßen, Plätzen im kolonialen Stil und mit zahlreichen Cafés und Bars lohnt auf jeden Fall einen Spaziergang.

Mexiko Stadt ganz klassisch

Natürlich haken wir auch die Klassiker von Mexiko Stadt ab, angefangen bei der Plaza de la Constitución (auch Zócalo genannt), dem zentralen Platz der Stadt, an dem sich einige Institutionen wie der Palacio Nacional und die Catedral Metropolitana befinden. Danach geht es mit einem der roten Touri-Busse vom Zócalo aus durch das historische Zentrum (rote Linie, ca. 140 Pesos). Die Fahrt lohnt sich, da man einen tollen Überblick über das Zentrum bekommt.

Tipps: Ein tolles Foto vom Palast der Schönen Künste bekommt man vom Café im gegenüberliegenden Sears aus. Einfach mit dem Aufzug hochfahren und den Ausblick genießen (der Kaffee schmeckt übrigens auch). Für einen Blick über die komplette Stadt lohnt sich der Eintritt zur Aussichtsplattform des 45-stöckigen Torre Latino (ca. 100 Pesos). Und wer mal eine Post der etwas anderen Art sehen möchte, der sollte im Palacio Postal vorbeischauen.

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Das Herz der Großstadt…

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…die Plaza de la Constitución oder Zócalo

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Blick auf den Palast der Schönen Künste

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Der Torre Latino…

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… und der Blick von eben diesem auf Mexiko Stadt

Xochimilco – Feiern auf den schwimmenden Gärten

Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch den mexikanischen Verkehr erreichen wir die Kanäle der schwimmenden Gärten von Xochimilco. Hier feiern wir abends eine große Fiesta Mexicana auf einem kleinen, bunten Holzboot, den Trajineras, von denen die Gewässer hier übersät sind, die von Bootsführern mit langen Staken durch den Kanal befördert werden. Hier ist an langen Holztischen ausreichend Platz für große Familien und Freunde. Getränke können mitgebracht werden – wir sind mit Crushed Eis, Cola, Bier und Whiskey mehr als gut ausgestattet. Händler verkaufen von anderen Booten aus Snacks und Kleinigkeiten und von überall schallt Musik herüber. Auf unserem Boot werden mexikanische Klassiker gespielt und in Eintracht singe ich bald mit der mexikanischen Bande mit. Der Abend ist wirklich ein Erlebnis – so feiern Mexikaner!

Die Kosten fallen pro Boot und Stunde an – je mehr Leute, desto günstiger wird der Spaß!

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Buntes Treiben in den schwimmenden Gärten von Xochimilco

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Fiesta Mexicana in Vorbereitung

Ein Nachmittag in der Cineteca Nacional

Im Stadtteil Coyoacán gelegen befindet sich auch mein neuer Wohlfühlort: Die Cineteca Nacional. Literatur, Kunst, Kino und der Hauch des Alternativen vereinen sich in diesem Gebäudekomplex, der schon durch seine Architektur gefällt. Hier ticken die Uhren langsamer als im Gewühl der Großstadt. Grünflächen laden zum Picknick ein, aber auch in kleinen Bistros findet man leckere Snacks und Kaffee. In acht Kinosälen wird alternatives und aktuelles Kino geboten, auf Spanisch oder im Originalton. So kommt es, dass ich in Mexiko einen französischen Film mit spanischem Untertitel zu sehen bekomme – verrückt! Nach dem Kino stoßen wir auf einer der Wiesen auf ein Klavierkonzert von Mark Aanderud. Hier lebt die Kunst, hier riecht man die Freiheit der Gedanken und kann sich einfach nur wohlfühlen!

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Cineteca National

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Die Cineteca Nacional am Abend

Ausflug in die Berge nach Puebla

Eine meiner Freundinnen kommt aus Puebla, eine Stadt 130 km südöstlich von Mexiko Stadt. Die Fahrt mit dem Bus der ADO von der Station Central del Sur Taxqueña (ca. 400 Pesos für Hin- und Rückfahrt) dauert ca. 2 Stunden und schon sind wir in der Kolonialstadt im Hochland unweit des Vulkans Popocatépetl. Auf den traditionellen Märkten und im Künstlerviertel in Puebla kann ich alle meine Mitbringsel für daheim kaufen: mexikanische Zigarren, eine traditionelle Tischdecke, handgemachte Marmelade und einen Ring… Außerdem fahren wir zur Pyramide von Cholula, einem Bergdorf, und genießen den Blick auf Puebla vom Aussichtspunkt Los fuentes aus.

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Aussicht auf Puebla von „Los Fuentes“

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Die Einkaufspassage im Gebäudekomplex des Rathauses in Puebla

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Schmuck, Textilien, Süßes und Handwerk auf einem der Märkte in Puebla

Mein Fazit zu Mexiko Stadt:

  1. Mexikaner sind extrem offen und herzlich, teilen gerne ihre Kultur, sind aber genauso interessiert an anderen.
  2. Mexiko Stadt ist gar nicht so groß, wenn man sich auch Zeit für die kleinen, gemütlichen Ecken nimmt. Auch Parkanlagen wie der Bosque de Chapultepec bringen einen in der Stadt raus aus der Stadt.
  3. Angst hatte ich nie: Die Polizeipräsenz ist groß und an den Metrostationen gibt es immer exklusive Wartebereiche für Frauen. Noch ein Tipp: Mexikaner lieben Uber – sehr zu empfehlen als sicheres, günstiges und unkompliziertes Transportmittel.
  4. Danke! Danke an meine beiden wunderbaren Reiseführerinnen Alicia und Coral, die mich in ihren Familien und Freundeskreisen Mexiko entdecken und kennenlernen ließen. ¡Las extraño!

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