Nathalie entdeckt die Welt: Westküste Australien

Ich bin seit kaum einer Stunde in Australien und fühle mich schon wieder vollkommen  zu Hause. Man wird angelächelt, gefragt wie die Anreise war und es wird auch ernsthaft eine Antwort erwartet. In dieser einen Stunde habe ich schon 6 Mal ein “Hey mate, how’s it going?” an den Kopf geworfen bekommen. I love it! 

Perth ist auch wieder Geschmacksache. Einige finden Perth langweilig, ich finde Perth bombastisch! Ok, ich bin nicht objektiv, ich liebe einfach Australien. Aber mal im Ernst, wen die frei lebenden Känguruhs  auf Harrison Island mitten in der Stadt im Swan River, Cottesloe Beach, Kings Park oder das pittoreske Fremantle nicht begeistern, dem ist meiner bescheidenen Meinung nach nicht mehr zu helfen!  ;-)

Northbridge ist klasse, was das Nachleben betrifft: es gibt viele Bars und Clubs (z.B. The Deen!) und mit einem gepflegten Kater am nächsten Tag lässt man sich am besten in einem der Parks nieder. Meine Hostel-Empfehlung ist definitiv das Nomads Billabong! Die Atmosphäre ist genial und ich wollte zugegebenermassen gar nicht mehr ausziehen! Eine grandiose Erfindung in Perth sind die “Cats”, die kostenlosen Citybusse, da könnten sich andere Städte mal eine Scheibe abschneiden.

Die Westcoast von Australien ist bei weitem noch nicht so touristisch erschlossen wie die Eascoast, es fährt nur alle paar Tage mal ein Bus gen Norden und die Distanzen sind gigantisch. Da ich keine Lust hatte in einem Camper alleine durch die Gegend zu fahren, habe ich mich für eine 2-wöchige Tour von Perth nach Broome und return entschieden. So hatte ich auf den knapp 8000 km wenigstens garantiert nette Gesellschaft. Meine Reise führte mich entlang der Küste vorbei an paradiesischen Traumstränden und Schnorchelmöglichkeiten, wie Shell Beach, Coral Bay, Turquise Bay, 80Mile Beach, Cable Beach,… um nur einige zu benennen.
Ein absolutes Highlight des Westens ist der Karijini Nationalpark! Die einzelnen Gorges mit ihren traumhaften Pools sind der absolute Hammer! Australien eben… !  :-)



Weniger traumhaft, aber trotzdem ein Erlebnis war, dass unser Truck am 2. Tag den Geist aufgegeben hat. Und auch in diesem Fall habe ich wieder erfahren, wie schrecklich freundlich diese Australier doch sind. Wenn so ein Vehicle mitten im rotsandigen Nirgendwo am Straßenrand steht und eine Horde Touris drumherum und fröhlich Sandwiches mampft, bremsen von den 6 Autos in einer Stunde immerhin 5 ab, winken begeistert und rufen einem etwas Aufheiterndes zu. Gut, es wäre vielleicht hilfreicher gewesen, eines dieser Autos hätte einen Mechaniker an Bord gehabt, aber wir hatten auch so unseren Spaß.

Adventure Tours hat dann auch recht schnell für Ersatz gesorgt und jemanden geschickt, der uns samt Eskies und Backpacks von der Straße aufgesammelt hat. Anscheinend haben wir aber auch den Fluch wieder mit eingepackt, denn nicht mal 3 volle Tage später hat ein Steinbrocken auf einer der Holperpisten im Karijini Nationalpark eines der Seitenfenster unseres gerade neu liebgewonnenen Trucks in Millionen von Einzelteilen zerdeppert und wieder stand die ganze Gruppe samt Tourguide (diesmal leicht unter Schock) am Strassenrand. Wir haben dann provisorisch erstmal einen Swag (Aussie Schlafsack) in unsere unnoetige riesige Heissluftzufuhr gepflastert, sind im Schneckentempo zurueck ins Camp gehoppelt und am naechsten Tag in die naechstgroessere Stadt. Fuer die Miner war aber weniger das riesige Loch in unserem Bus die Attraktion, als viel mehr der, zwecks Affenhitze nur knapp bekleidete weibliche Anteil der Gruppe… Da unser Tourguide meinte Miner wuerden in Australien zur sehr wohlhabenden Bevölkerung gehören, haben wir uns kurz nach passenden zukünftigen Ehemännern umgeschaut, dann aber beschlossen, uns lieber mit unserem neuen “Fenster” (einer doppelt angeleimten Holzplatte) aus dem Staub zu machen.

Am Abend hatten sich dann tatsächlich eine Hand voll Miner im gleichen Camp niedergelassen und wir konnten diese Spezies in ihrer freien Wildbahn beobachten.
Wie es sich für harte Jungs gehört, gab’s zum Frühstück dann auch gleich wieder Bier und Steak, allerdings nicht für alle, einer war über Nacht abhanden gekommen und da man in Australien ja von jedem zweiten Lebewesen, wenn nicht gleich gekillt, zumindest lahm gelegt werden kann, wurden kurzerhand alle Aktivitäten erstmal auf Eis gelegt und von den Rangern des Camps Suchtrupps organisiert. Wir (natürlich auch in dieser Rescue Mission involviert) haben den Guten dann ohne Schuhe, bei 29C (morgens um 7:30 Uhr!) in der brütenden Sonne vollkommen dehydriert und desorientiert in einem der unbewohnten Zelte aufgegabelt. Naja, man kann sich eben nachts auf dem Weg zum Bush-Loo schon mal verlaufen, wenn man zu viel Blut und Wasser in seinem Alkoholkreislauf hat…  ;-)

Alles in allem war die Tour jedenfalls der Knüller!
Ich würde allerdings jedem raten entweder von Broome aus weiter zu fliegen oder die Tour bis Darwin zu erweitern, da die 3,5 Tage Rückfahrt über den Highway nach Perth nicht nur unspektakulär waren, sondern auch noch eine mindestens 48-stündige Reha für unsere Hinterteile nach sich gezogen hat, um wieder halbwegs eine Form in die platt gesessenen Backen zu bekommen.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie großartig, gigantisch und traumhaft ich Australien finde?!?!
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