Northern Hilltribes – Ein Trip durch den Dschungel Thailands

Zum Beginn meines 3-wöchigen Urlaubs quer durch Thailand gemeinsam mit meinem Freund, durfte ich eine Tour mit G Adventures machen. Ich dachte mir, dies ist genau das Richtige, ein wenig Action bevor ich am Strand von Railay Beach in Krabi und Lamai Beach auf Koh Samui unter Palmen die Seele baumeln lasse.

Tag 1: Bei Ankunft in Bangkok im Oktober 2011 war laut TV Meldungen bereits das Zentrum von Thailand überschwemmt. In Bangkok merkte man noch nichts davon. Hier und da waren Sandsäcke aufgestapelt, in Erwartung einer größeren Überschwemmung. Wir wurden informiert, dass der meiste Teil der Bahnstrecke bereits unter Wasser steht und wir daher mit dem Reisebus nach Chiang Mai reisen werden. Den ersten Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.

Tag 2: Nach dem Frühstück ging es mit dem Longtailboat durch die Klongs von Bangkok. Der Wasserpegel innerhalb der Klongs liegt bei weitem unterhalb des Chao Phraya. Unser Guide Yoo meinte, dass die Bewohner von Bangkok hoffen, dass die Dämme halten, da dies eine wirkliche Bedrohung für die Bewohner innerhalb der Klongs darstellt. Die Häuser sind einfache Pfahlbauten, viele davon verrottet und verlassen. Dazwischen entdeckt man aber immer wieder auch Villen. Diese sind meist von Palmen gesäumt oder üppig bewachsen von den wundervoll duftenden Frangipani Bäumen. Die 5-blättrigen Blüten sehen wachsartig aus und ihr Duft ist einfach himmlisch.

Unser nächster Programmpunkt: Wat Poh – der den goldenen, liegenden Buddha beherbergt. Wenn man entlang schlendert an diesem Meisterwerk und vor Staunen den Mund nicht zu bekommt, hat man auf der Rückseite die Möglichkeit sich zu besinnen. Der Erwerb eines Bechers mit kleinen Blechmünzen verspricht anhaltendes Glück. Man wirft diese Münzen in die dafür vorgesehenen bauchigen Behälter (ca. 100 Stück). Es ergibt ein eigenes Klangkonzert, welches dem Raum einen mystischen Touch verpasst. Ich hatte dieses Mal 3 Münzen zuwenig, ob dies wohl mein Glück beeinflusst?

Thais sind sehr abergläubige Menschen, daher gibt es unzählige Rituale, um die bösen Geister im Zaum zu halten. Im Wat wird die Verehrung des Buddhas mit Gaben demonstriert; frische Lotosblüten (die ewige Reinheit symbolisieren), Räucherstäbchen oder Banknoten, die in Origami Figuren verwandelt wurden oder Blattgold Quadrate, die auf Buddha Statuen mit dem Finger auf getragen werden.

Nach dem Mittagessen geht’s zurück zum Hotel – wir haben einen Reisenbus nach Chiang Mai zu erwischen. Die Fahrt sollte ca. 10 Stunden dauern (=Thai 10 Stunden + ein bisserl mehr).


Tag 3: Chiang Mai ist im Vergleich eine eher überschaubare, ruhigere Stadt. Diese Stadt ist seit dem 14. Jahrhundert ein bedeutendes buddhistisches Zentrum und beherbergt ca. 300 Tempelanlagen.
Bis am späten Nachmittag hatten wir Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und einen Abstecher in den von Yoo empfohlenen Massagesalon zu machen. Eine traditionelle Thai Massage (1 Stunde für THB 120) war die preiswerteste und beste Massage meines gesamten Urlaubs.

Als nächstes ging es zum Doi Suthep Tempel, von dem man einen herrlichen Blick über Chiang Mai hatte. Aber zuerst muss man die 200 Treppenstufen erklimmen, die auf beiden Seiten von zwei Keramik-Schlangen bewacht werden. Auf den ersten paar Treppen werden wir von zwei kleinen Mädchen in Beschlag genommen, die in ihren traditionellen Kostümen für Fotos Grimassen hinlegen. Die beiden Mädchen arbeiten im Team; sobald die eine grinst und der Tourist geknipst hat, ist auch schon die Komplizin zur Stelle und bittet sehr aufdringlich um ein fixen THB Betrag. Dieser Tempel ist ein Pilgerort für viele Thais. Das Erklingen der unzähligen Glocken, Pauken und Gongs die von Tempelbesuchern geschlagen werden, verleihen diesem Ort eine besondere Atmosphäre. Unser Tourguide Yoo bat uns in einem der unzähligen Räumlichkeiten des Tempels am Boden Platz zu nehmen. Er weihte uns in die korrekte Etikette innerhalb eines Wat ein. Er erklärt auch, dass jeder gute männliche Buddhist einmal in seinem Leben mindestens 3 Monate in einem Kloster verbringen sollte und nach den strickten Regeln lebt, die darin herrschen. Yoo hatte nur wenige Monate zuvor seinen 3-montigen Aufenthalt absolviert und empfand dies als eine sehr lehrreiche und vor allem bereichernde Zeit seines Lebens. Er meinte, er habe sich in Sachen Demut und Geduld weiterentwickelt und konnte dadurch persönliches Wachstum erlangen.

Gegen eine kleine Spende wurde im Anschluss den Männern der Gruppe ein gesegnetes Baumwollband um das Handgelenk der rechten Hand geknüpft. Mönche dürfen keine Frauen berühren, darum wurde uns Mädels ein gesegnetes Band von einem Wat-Gehilfen am Handgelenk der linken Hand befestigt. Yoo meinte, dass er bisher jede seiner Gruppen zu diesem bedeutenden Tempel geführt und jedes Mal diese Ritual von den Mönchen durchführen ließ, damit seine Gruppe auf dem bevorstehenden Abenteuertrip beschützt wird.

Wir fuhren weiter zum Tiger Kingdom. Bevor man in den Zoo gelassen wird, kann man auswählen ob man mit ausgewachsenen oder kleineren Tigern für die Kamera posieren möchte. Dies ist im Eintrittpreis inkludiert. Die Einrichtung dient als Zuchtstation und nachdem die Tiger 2 Jahre in diesem Zoo verbracht haben, werden Sie an Zoos innerhalb Asiens vermittelt. Ich habe mich dazu entschlossen mit einem etwa 3-monatigen „Kätzchen“ zu kuscheln. Ich wurde in einen Käfig gelotst und durfte mich darin 10 Minuten aufhalten. Den 4 Kätzchen schien meine Anwesenheit sichtlich egal zu sein und waren für meinen Geschmack etwas zu chillig.

Tag 4: Bereits um 9:00 Uhr ging es los, wir wurden mit dem Truck-Truck (Geländewagen auf dessen Ladefläche links und rechts 2 Bänke angebracht waren und Platz für 8-10 Personen bietet) von 2 Local Guides abgeholt. Die beiden Local Guides Pat & Mike führten uns zusammen mit Yoo die 3 darauf folgenden Tage durch den Dschungel. Mit dem Truck-Truck fuhren wir ungefähr 2,5 Stunden in Richtung Norden. Eine Trekking Etappe von nur 2,5 Stunden lag vor uns und die Gruppe wurde langsam sehr aufgeregt und neugierig. Wir wanderten durch den Dschungel, überquerten ein paar kleine Bäche und machten eine kurze Fotopause in einem Reisfeld. Die Wanderung gestaltete sich anstrengender und schweißtreibender als gedacht. Aber die Aussicht machte jegliche Anstrengung nichtig!


Der Weg führte durch ein paar Dörfer der Bergvölker, die vor ca. 150 Jahren aus China via Laos und Myanmar nach Nordthailand eingewandert sind. Auf Grund dieser Einwanderung kann man die Bergstämme in zwei Gruppen einteilen, die sino-tibetische Gruppe und die austro-asiatische Gruppe. Zur sino-tibetischen Gruppe gehören die Karen, Meo, Lahu, Lisu, Akha und Yao. Zur austro-asiatischen Gruppe sind es die in Thailand eher in kleinen Gruppen vorkommenden Lawa, Thin, Khamu, Mlabri und Palong.
Jeder dieser Stämme hat seine eigene Sprache, Gebräuche und Kultur. 1959 wurde auf internationalem Druck ein Verbot erlassen, Opium in den Bergregionen anzubauen. Dies war die Haupteinnahmequelle der Bauern in diesen Regionen, daher mussten sich die Bewohner was einfallen lassen. Es wurde auf Brandrodungsfeldbau umgesattelt und Anbau des traditionellen Hauptnahrungsmittels Trockenreis. Dies hatte in einigen Gegenden zu großen Waldverlust geführt. Zusätzlich werden handwerkliche Erzeugnisse, wie bunte gewebte Stoffe und dekorativ geflochtene Gegenstände für den häuslichen Gebrauch angefertigt, sowohl für den eigenen Bedarf als auch für den Verkauf. Seit einigen Jahren werden Homestays angeboten, die den Gemeinden ein Zusatzeinkommen garantieren.

Wir wurden von den Kindern begrüßt und zum Gemeinschaftshaus gebracht. Nachdem wir uns alle erfrischt hatten, wurden wir eingeführt in „Die Kunst des Frühlingsrollen-Fertigens“. Schaut einfacher aus, als es wirklich ist: Vorkenntnisse in Origami stellten sich als äußerst hilfreich heraus.

Tag 5: Nach einem zeitigen Frühstück bestehend aus frischen Früchten, Pancakes, Toast & Marmelade machten wir uns auf den Weg, eine Etappe zu Fuß von 4 Stunden und ein 1,5 Stunden Ritt auf einem Elefanten. Vorbei an exotischen Pflanzen, 4 Meter hohen Bambusstauden und ausgefallenen Insekten Arten. Mittagessen nahmen wir im Elefanten Camp ein, was erheblich durch einen sehr neugierigen Elefanten und seinen Rüssel gestört wurde. Wer kann es ihm verübeln, wenn es doch als Dessert köstliche Mini-Bananen gab, die ganz oben auf dem Speiseplan jedes Elefanten steht!
Ich wurde auf eine Elefantenkuh gesetzt, die vor ein paar Jahren krankheitsbedingt erblindete. Trotz ihrer Behinderung und mit der Unterstütz des Elefantenführers, fand sie sich im steilen Gelände wunderbar zurecht.
Nach unserer Ankunft im Dorf, genossen wir eine Abkühlung im nahe gelegenen Bach. Nach einem anstrengenden Fußmarsch lernt man auch diese Art der Abkühlung lieben und schätzen. Aber trotzdem muss ich zugeben, der Spruch „Ein Königreich für eine heisse Wanne mit duftendem Badeöl” geht einem dabei nicht aus dem Sinn.
Nach einem wiederum üppigen Abendmahl, bestehend aus mehren raffinierten Gerichten und frischen exotischen Früchten, versammelten wir uns um eine Feuerstelle zur Lagerbesprechung. Mit ein paar Chang Beers und lustigen Gruppenspielen ließen wir den letzten Abend im Dschungel ausklingen.

Tag 6: Nach dem Frühstück ging es mit einem Bamboo Raft 4 Stunden flussabwärts zum Rafting & Outdoorcamp. Jedes Floss wurde von 2 erfahrenen Thais gesteuert. Das Bamboo-Rafting gestaltete sich als mein absolutes Highlight des Trips. Wir ersparten uns dadurch einen weiteren Fußmarsch von 5 Stunden. Jeder von uns musste natürlich eine Schwimmweste anlegen und es kam auch vor, dass der eine oder andere durch Stromschnellen kurzzeitig das Gleichgewicht verloren und eine unfreiwillige Abkühlung im Fluss genoss. Bei den sehr subtropischen Gegebenheiten – eine sehr willkommene Abwechslung!
Nach dem Mittagessen ging es zurück nach Chiang Mai. Im Hotel angekommen, konnten wir es kaum erwarten ein heisses Bad zu nehmen und uns frische Kleidung überzuziehen. Im Anschluss genossen einige von uns eine ausgedehnte Massage im bevorzugten Massagesalon. Danach schlenderten wir gemeinsam in Richtung Night Market und genossen einen wundeschönes Abschiedsdinner im „The Riverside Restaurant“.

Tag 7: Rückreise mit einem luxuriösen Reisbus nach Bangkok.

Tag 8: Bei Ankunft in Bangkok, wurden wir schon von den Wassermassen auf der Bundesstrasse begrüßt. An manchen Stellen, befanden sich die Reifen des Bus bis zu 3 Meter im Wasser. Wir beobachteten gespannt wie sogar Mopedfahrer mit einem sehr eigenwilligen Fahrstil versuchten, den Wassermassen Herr zu werden. Einige der Reisenden wurde unruhig, da wir bis zu dem Zeitpunkt nicht wussten, ob die Überschwemmung den Suvarnabhumi Flughafen erreicht hatten. Yoo führte ein Telefonat mit der Zentrale von G Adventures und wir wurden alle beruhigt, dass der Flugverkehr nicht betroffen sei. Nun stand unserer Weiterreise nichts mehr im Weg. Im Hotel in dem die Tour begonnen hatte, nahmen wir Abschied von unseren Mitreisenden und machten uns auf den Weg in Richtung Krabi. Aber das ist eine andere Geschichte…

„Must have“ für diese Tour:
1.    Bergschuhe
2.    Moskitoschutz (NO-Bite auf Schuhe versprüht bittet sogar Schutz gegen Blutegel) & ausreichend Sonnenschutz mit hohem Schutzfaktor
3.    Kleingeld für Souvenirs und Kleinigkeiten aus den dorfeigenen „7-Eleven“
4.    Kopfbedeckung mit Nackenschutz gegen Sonne & Moskitos
5.    LED Stirnlampe oder Taschenlampe
6.    WC Papier, Feuchttücher & antibakterielles Hand Gel
7.    Biologisch abbaubares Duschgel & Haarshampoo (erhältlich bei dm Drogeriemarkt) & Reisehandtuch
8.    Leichter Seiden- oder Baumwollschlafsack und aufblasbares Pölsterchen

Konnte Euch Kathis Reisebericht inspirieren? Schaut einfach mal unsere Erlebnisreisen in Asien an: DE | AT | CH

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1 Kommentar

  1. Annie 15. Oktober 2012 at 15:28

    Hallo Katharina, dein Bericht ist super geschrieben. Er macht richtig Kust diese Tour ebenfalls einmal mitzumachen. Vielen Dank auch für die “must have’s”

Kommentare

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