Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: Debo surft auf Java

Debo meldet sich noch mal aus Bali, weil es ihr dort einfach so unglaublich gut gefällt. Hier geht’s zu ihrem Bericht vom Beginn ihres großen Abenteuers. Wir sind sehr froh, dass sie auf der Suche nach einem Anfänger Surfspot nicht von wilden Dschungeltieren gefressen wurde. Thank God!

Joyo’s Surfcamp
Dieser Platz auf Java, dieses Camp, wird in meine Liste der schönsten Traveldestinationen aufgenommen. Es ist unglaublich hier. Überwältigend. Hätte ich nicht gedacht, da meine Reisen mich schon an die entlegensten und wunderschönsten Orte der Welt geführt haben. Joyos Surfcamp ist ab jetzt einer davon. Warum? Darüber könnte ich stundenlang erzählen.

Surfen bestimmt den Alltag hier. Um 21 Uhr ist Zapfenstreich, alle liegen im Bett, es herrscht angenehmer Dschungellärm: Grillen zirpen, Affen schreien, Blätter rauschen. Es lebt um mich herum, und das spüre ich nachts. Dazu kommt das Meeresrauschen. Selten hab ich so gut geschlafen, ich habe nicht mal einen Jetlag.

Morgens um 7 Uhr gibt’s Frühstück, bis 9 Uhr. Aber da sind alle schon im Wasser. Selbst ich als Langschläfer hüpfe förmlich aus dem Bett.

Heute war ich tatsächlich mit Surfboard im Wasser, mehr unter als über zwar, aber lustig war’s. Mit unserem sehr komischen traktorähnlichen Pick-up sind wir zum Tiger Treck Spot gefahren, wo die angeblich nicht so hohen Wellen brechen. Eine Buckelpiste ist ein Spaziergang gegen die Wege hier. Klar, Nationalpark, nichts geteert, die Brücken bestehen aus zwei Brettern. Beim Losfahren bin ich gleich mal halb von der Ladefläche gefallen, zur Freude von Boom-Boom, dem Fahrer. Es ging 20 Minuten ruckelig durch den Dschungel, vorbei an weißen, menschenleeren Traumstränden bis zum Spot. Außer Affen und Bambusbüsche  habe ich auf dem Weg nichts gesehen, wie traumhaft. Keine Häuser, Autos oder Zivilisationsmüll. Ich kann euch sagen: das ist echt (noch) ein Bali-Geheimtipp. Selbst als Nichtsurfer kann man es hier problemlos ne Woche aushalten. Aber ich bin ja eine Fast-Surferin…fast, wie ich heute feststellen musste. Selbst am Beginnerstrand hat’s mich gleich mit der ersten Welle vom Board gespült. Jetzt weiß ich, wie sich meine Klamotten in der Waschmaschine fühlen. Mit dem Unterschied, dass die nicht Luft holen müssen. Übermütig wie ich war, bin ich wohl zu weit rausgepaddelt, denn bei den kleinen Wellen ging’s dann ganz gut. Herrlich!

Zurück im Camp gab es Lunch, jeder bekommt das gleiche zu essen, Reis mit Gemüsecurry, fein. Danach hab ich mich in meine Hängematte gelegt und den Wind genossen und die Ruhe, die unglaublich ist hier. An die Affen, die sehr neugierig sind und ab und zu versuchen, meine Wasserflasche zu klauen, gewöhnt man sich schnell. Ich könnte hier problemlos noch einen Monat bleiben. Die anderen Surfer sind total nett, die Angestellten nennen mich bei Namen und nicht nach der Zimmernummer.  Abends um 16:30 uhr versammeln sich alle kollektiv am Strand, um den Sonnenuntergang, der phänomenal ist, zu genießen. Bei einem Bintangbier bequatscht man die Wellen, das Surfen und merkt, dass die meisten aus Australien kommen. Ich bin das einzige Mädel, abgesehen von einer Neuseeländerin, die mit ihrem Freund hier ist. Dementsprechend werde ich hofiert, aber ohne Anmache. Einfach toll. Alles.

Jetzt ist es 20 Uhr, Zeit ins Bett zu gehen. Morgen sollen die Wellen besonders hoch werden, ich freu mich… aufs Zuschauen.

Wort des Tages: mata hari = Sonne. mata = Auge, hari = Tag. Das Auge des Tages ist die Sonne. Ganz einfach. Also, was heißt mata-mata?? Na? Spion natürlich. Viele Augen eben. Die indonesische Sprache ist super!

Abschied nehmen
Ja, und heute ist auch schon mein letzter Tag, oh nein!! Die Wellen waren wie vorhergesagt superhoch. Wow! Ich habe großen Respekt vor allen, die sich in die Meereshölle wagen. Ich hab mich vormittags auf den Weg gemacht, meine Umgebung zu erkunden. Ein Traumstrand löst den nächsten ab. Ich bin durch den Dschungel gelaufen, manchmal ein bisschen am Strand, weil ich Angst vor den wilden Tieren hatte. Die Storys von denen reißen nämlich nicht ab. Eine Kobra in der Hütte, der Panther vor der Tür, Hirsche, die einen bis ins Wasser jagen. Vielleicht erzählt die Spezies Surfer auch nur gerne und viel…

Es war der wunderschönste Spaziergang, den ich je hatte. Zwei Stunden lang bin ich einfach nur glücklich gelaufen und konnte mich an der Schönheit nicht sattsehen. Leute, kommt hier her, egal, ob Surfer oder nicht.

Nach diesem Augenschmaus ging es aber gleich weiter bei uns an der Bucht: eine fette Welle hat die andere abgelöst. Ein Wahnsinn. Und ein paar Verrückte waren mittendrin mit ihrem Board.

Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Vor allem, weil ich weiss: morgen früh ist Abfahrt nach Bali. Da freu ich mich zwar auch drauf, aber am liebsten würde ich hierbleiben. Ein letztes Bier mit meinen Surfbuddies, bevor ich mich mit einem Steinmanderl von diesem magischen Ort verabschiedet habe.

Schnief schnief, aber ich werde zurückkommen. Garantiert.

Wort des Tages: hati-hati = langsam. Im Sinne von: nichts übereilen.

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1 Kommentar

  1. wildemathilde 21. September 2012 at 10:23

    wow wow wow! da will man ja gleich auch hin! toll geschrieben, schöne fotos, ein wirklich feiner blog. grüße, mathilde

Kommentare

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