Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: der Beginn von Debos Abenteuer

Wir schicken die Reisejournalisten und Weltenbummler Debo und Karuna auf eine Round the World Tour. Sie berichten mit Filmen und Fotos von ihren Erlebnisreisen und teilen ihre einzigartigen Eindrücke in den nächsten Wochen mit uns auf dem Blog. Letzte Woche hat sich Karuna aus Bangkok gemeldet, heute berichtet Debo vom Beginn ihrer Reise aus Bali…

Der Beginn eines großen Abenteuers. Surfen in Java, mit dem Auto durch Bali, Trekking von Darwin bis Alice Springs in Australien, eine Safari in der Kalahari Wüste sowie eine Abenteuertour im Okavango Delta in Südafrika – das ist mein Plan für diesen Monat. Nicht schlecht, oder?

Los ging´s gestern in München, bei ungemütlichem Schauerwetter und 15 Grad. Auf meinem Ticket steht: World Traveller – das hat meine Vorfreude ins Immense gesteigert. Das stand da noch nie!

Über London bin ich nach Singapur geflogen, von dort ging´s weiter nach Denpasar, Bali. Neben mir saß eine ältere Frau, die anscheinend ein spezielles, diätisches Essen vorbestellt hatte.  Seltsame Körner und sonst nur Obst waren auf dem Tablett zu sehen. Nunja, macht ja nix, ich bestell mein Essen auch immer vor. Hat zum Vorteil, dass man seine vegetarische Kost als erstes bekommt, und der Flugzeugfraß sogar noch schmackhaft ist. Sehr zu empfehlen, auch für Fleischesser. Kostet nix und gibt einem das Gefühl, selbst in der Holzklasse was Besonderes zu sein.

Nach einem kurzen Transit Stop in Singapur, dem besten Flughafen der Welt (dort gibt es Fussmassage Maschinen und WIFI for free), bin ich in Denpasar gelandet. Für´s Visum on Arrival muss man mittlerweile nicht mal mehr anstehen. Um ein Taxi zu finden, das bezahlbar ist, braucht es allerdings Geduld und Zeit. „Hello Mister, hello Mister, Taxi Taxi, cheap price!“ – jeder Indonesier hat bei seiner Geburt wohl eine Kassette verschluckt, die diese Worte in Dauerschleife abspielt, sobald ein Ausländer den Flughafen verlässt. Durchhalten heißt die Devise! Am besten ist es, sich vorher zu erkundigen, wie viel eine Fahrt zum Beispiel nach Kuta kosten darf. 50.000 Rupiah wurden mir als Empfehlung mitgegeben, 250.000 Rupiah wurden verlangt. Die öffentlichen Taxis fahren dann auf einmal nicht mehr, hier und dort darf eh nicht zugestiegen werden – die Liste der Ausreden ist lang. Richtig ist natürlich keine. Es geht immer! Ich wusste zum Glück noch von früheren Baliaufenthalten, dass ich einmal quer über den Platz laufen muss, um zu den Taxis der Bluebirdgruppe zu kommen, die mit Taxameter fahren, oder auch mit ausgehandeltem Preis.

Nach gefühlten 28 Reisestunden, kam ich dann im Dunkeln im meinen Hotel in Kuta an, 6 Stunden blieben mir noch, bis ich von G-Land abgeholt würde. Denn am nächsten Morgen um 5 Uhr war Abfahrt nach Java, zu G-Land Joyos Surfcamp.

Leider konnte ich nur 2 Stunden schlafen, da ich unsanft aus meinen Träumen geweckt wurde. Ein Erdbeben war schuld. Richtig gelesen: ein Erdbeben. Ich hab ja schon viel erlebt, aber das nun wieder auch nicht. Krass ist das. War nicht stark, auch nicht lange, gefühlt aber ne Ewigkeit. Es ruckelt auf einmal alles, das Bett wackelt, man selbst wackelt, das Herz bummert schneller und es ist sehr sehr komisch. Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf: was mach ich jetzt? Oh Gott, ich hab gar kein T-Shirt an, höre ich Tiere? Tsunami? Geh ich raus?

Im Endeffekt bin ich einfach in Schockstarre liegen geblieben. Bis es vorbei war. Auch das habe ich überlebt.

Völlig übermüdet und gleichzeitig voller Vorfreude wurde ich Punkt 5 Uhr abgeholt und mit ganz vielen anderen zur Bootablegestelle gefahren. Wegen der Ebbe mussten wir eine ganze Weile warten, bis wir endlich ablegten.2.5 Stunden Schnellbootfahrt bis nach Java waren angesagt. Da ich das Meer und Bootfahren generell liebe, liebte ich auch das. Bald ist die Insel am Horizont aufgetaucht. Doch das davor ließ Böses ahnen: Riesenbrecher, die eine Nebelwand aus Gischt hinterließen. Da soll ich surfen???


Der Captain kennt das Spielchen natürlich und fuhr uns sicher in die Bucht, die überwältigend aussieht. Von fern genauso wie von nah.

Und dahinter im Dschungel liegt Joyos Surfcamp. Mitten im Wald, im Nationalpark. Süße Bambushüttchen, ein großes offenes Gemeinschaftshaus zum Essen, Surffilmchen gucken und Tischtennisspielen haben mich gleich überzeugt. Toll hier.

 

Das Meer ist vor der Haustür, im Dschungel ist man eh, was will das Herzchen mehr. Obwohl ich seit mehr als 48 Stunden nicht wirklich geschlafen hatte, bin ich sofort auf Erkundungstour gegangen. Mutterseelenallein ist man hier. Keine Touris, nur ein paar Surfer. Keine Hotels, keine Bars, keine Restaurants – einfach traumhaft!! Dementsprechend nett sind die Einheimischen, die Touris haben sie noch nicht verdorben, sie sind wie Indonesier eigentlich vom Wesen her sind: herzallerliebst, offen und freundlich. Der gerne verwendete Begriff „Laid back“ bekommt hier eine ganz andere Bedeutung.

Das einzige, was mir Angst macht sind die Wellen. Riesenbrecher sind das. Brechen auch noch in Tubes! Manche Surfer tragen Helme – wenn das mal nichts heissen soll…

Als Beginner bin ich hier glaub ich aufgeschmissen – oder lebensmüde. Doch ich habe nachgefragt,  es soll einen leichten Spot geben – Tiger irgendwas. Da könne ich hinlaufen in einer Stunde, aber solle ein bisschen aufpassen, wegen der Tiere. Tiere??? Was für Tiere außer den Affen und Hunden? BLACK PANTHER!!! Wie bitte? Kein Witz. Ist ja ein Nationalpark hier, kam als Argument. Klar. Da gibt’s auch Panther. Und nicht nur die wurden schon im Surfcamp gesehen: Königspython, Affen und sogar ein Tiger waren hier schon! Ahhhhh!!!

Gut, dass ich das jetzt weiss und bestimmt auch super schlafen kann unter meinem sicherlich Black Panther- sicheren Moskitonetz und offenem Bad.

Aber: mich kann ja nix schocken, deshalb werde ich mir morgen ganz mutig ein Longboard ausleihen und diese Bucht suchen und versuchen, mich unterwegs nicht auffressen zu lassen.

In diesem Sinne: wenn ihr nichts mehr von mir hört, wisst ihr, warum. Ansonsten berichte ich euch von meiner abenteuerlichen Wanderung.

Wort des Tages: Knallpott = indonesisch für Auspuff!

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Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: der Beginn von Debos Abenteuer, 4.2 out of 5 based on 5 ratings

7 Kommentare

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    Verena 6. September 2012 at 17:07

    Wo kann ich mich denn bitte auch für diesen Job bewerben? =)

  2. Maraike Reimer 7. September 2012 at 09:48

    Liebe Verena, hab mal noch etwas Geduld und bleib dran… Mehr kann ich noch nicht verraten :-)

  3. Tim 9. September 2012 at 13:57

    Wow! Die Fotos sind echt schön geworden, da kann man glatt neidisch werden. :D Wenn ich bedenke, dass ich bisher noch nicht mal aus Europa raus gekommen bin und diese Fotos sehe, dann wird es mal Zeit für mich an etwas tropischeren Orten Urlaub zu machen ;-)

    Beste Grüße

    Tim

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    Verena 10. September 2012 at 16:36

    Ui, na dann bin ich ja gespannt, was da noch kommt :-D
    Die Fotos sind wirklich klasse. Aber das sind sie ja auch immer bei den Blogeinträgen hier… da kommt ma wirklich immer wieder ins schwärmen! Freue mich schon auf meine große Reise, die bald startet :-)

  5. Karen Liller 17. September 2012 at 18:12

    @Verena So, jetzt dürfen wir es dir verraten: Hier kannst du dich jetzt für den “Job” als STA Travel Erlebnisreporter bewerben http://www.erlebnisreporter.de/

    Viel Erfolg!! :)

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    Verena 18. September 2012 at 14:15

    :-D Gefällt mir, liebes STA Team :)

  7. [...] weil es ihr dort einfach so unglaublich gut gefällt. Hier geht’s zu ihrem Bericht vom Beginn ihres großen Abenteuers. Wir sind sehr froh, dass sie auf der Suche nach einem Anfänger Surfspot nicht von wilden [...]

  8. Robert 26. November 2012 at 16:30

    Toller Reisebericht und klasse Fotos. Wir haben Bali auch für nächstes Jahr gebucht und sind sehr gespannt was uns erwartet.

Kommentare

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