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10 Tipps für eine Weltreise mit Kindern

Von Gastblogger , 30. Januar 2020

Ich bin Lisa (32) und Mama einer kleinen Weltreisefamilie. Unsere Reisetruppe besteht aus mir, meinem Mann Philipp (31) und unseren beiden Kindern Frieda (3 Jahre) und Paul (10 Monate). Wir sind seit Juni 2019 unterwegs und haben bisher ein wenige Europa, Island, Kanada, die USA, Mexiko und Costa Rica bereist. Bei unserer ersten Weltreise mit Frieda waren wir ebenfalls schon in den USA, mit Kalifornien und Hawaii, danach in Neuseeland, Australien, Indonesien (Bali), Vietnam und Thailand. Das hat uns so gut gefallen, dass wir mit unserem zweiten Kind wieder auf Reisen gehen wollten. Reisen ist unsere Leidenschaft, deshalb wollen wir unsere Elternzeit nutzen, um uns gemeinsam die Welt anzuschauen. Bei unseren bisherigen Reisen haben wir sehr viele Erfahrungen gesammelt, die ich gerne an euch weitergeben möchten.

Hilfreiche Tipps für eine Weltreise mit Kindern

  • Zeit – die wohl häufigste Frage

In Deutschland steht es beiden Elternteilen zu (ja, auch Männern stehen mehr als zwei Monate zu), jeweils drei Jahre Elternzeit zu nehmen. Elternzeit unterscheidet sich grundsätzlich vom Elterngeld, das gibt es nämlich ganze 14 Monate (ca. 60% des Bruttolohns; die Aufteilung kann man selbst bestimmen) vom Staat. Wenn ihr darüberhinaus noch Elternzeit nehmen wollt, geht das eben bis zu drei Jahre pro Elternteil (zusammen oder getrennt ist egal). Es ist natürlich nicht die ganze Zeit bezahlt. Wir haben uns dazu entschieden zusammen Elternzeit zu nehmen und diese mit Reisen zu verbringen.

  • Versicherung – das Wichtigste vor dem Reiseantritt

Bevor eine Reise jeglicher Art losgeht, ist es besonders wichtig – vor allem           mit Kindern – eine Reiseversicherung speziell für Langzeitreisen abzuschliessen. Die üblichen Reiseversicherungen haben nämlich meist eine maximale Anzahl an Reisetagen und sind bei den Leistungen nicht auf Langzeitreisen ausgerichtet.  Wir haben uns bei dieser Reise für die Allianzversicherung von STA Travel entschieden. Auf unserer ersten Weltreise mit Frieda hatten wir einen kleinen Unfall auf Bali. Sie ist in der Dusche ausgerutscht und in der Nähe des Auges genäht worden, was ein sehr aufreibender und kostspieliger Unfall war. Daher können wir euch sagen: eine Reise-Krankenversicherung ist sehr wichtig.

Weltreise mit Kind

  • Länderplanung – mit Kindern in die weite Welt

Bei der Länderauswahl prüfen wir jeweils die Seite des Auswärtigen Amtes. Wenn dort Warnungen ausgesprochen werden, meiden wir das Land bzw. betroffene Regionen. Darunter fallen politische Unsicherheiten oder auch Krankheiten. Gerade mit Baby ist es für uns unverantwortlich in Länder oder Regionen zu reisen, die nicht sicher sind oder in denen z.B. Denguefieber oder Malaria häufig vorkommen. In unseren Augen sind die Autofahrten und Moskitos die größten Gefahren, mit denen wir konfrontiert sind. Daher versuchen wir die Kinder bestmöglich zu schützen, z.B. mit Insektenschutz Stickern, Creme oder auch langer Kleidung. Was die Sicherheit im Verkehr betrifft, versuchen wir vorsichtig und defensiv unterwegs zu sein. Allerdings können wir uns natürlich, genau wie in Deutschland, nicht komplett davor schützen. Wir achten zudem darauf, dass die Kinder sauberes Wasser trinken, gutes Essen essen und gehen nach dem Motto vor: Wash it, peel it, cook it or leave it. Dennoch probieren wir gerne lokales Essen aus und hören auf unser Gefühl, denn das klappt meistens am besten.

 

  • Gepäck – weniger ist mehr

Spielzeug, Wechselkleidung, Medizin, Windeln, etc.. Kinder brauchen proportional mehr als Erwachsene und schleppen müsst ihr es leider auch noch. Wir haben uns entschieden ausschließlich in warmen Regionen zu reisen und daher auch nur wenige, kurze und ein paar leichte lange Klamotten mitzunehmen. Das bedeutet wir reisen mit einer großen Reisetasche mit Klamotten und einer weiteren kleineren Tasche für dies und das (die Windelpakete sind meistens sehr groß und brauchen viel Raum). Wir waren schon in so vielen Ländern unterwegs und es gab immer die Möglichkeit unsere Kleider zu waschen oder waschen zu lassen. Dabei ist es sinnvoll ähnliche Farben mitzunehmen (weiß ist eher schlecht) und auch Materialien, die im Trockner getrocknet werden können, falls es schnell gehen muss. Meine Grundregel lautet: was ihr in einer Woche nicht anzieht, braucht ihr nicht! Mit dieser Regel ist euer Gepäck plötzlich ganz klein. Zudem könnt ihr mittlerweile (fast) alles überall kaufen und es ist auch schön von hier und dort ein Erinnerungsstück mitzunehmen oder mal was ganz anderes auszuprobieren.

Eine Sache, die bei unseren Reisen ohne Kinder bisher nie ein Thema war, jetzt aber an Wichtigkeit gewinnt ist definitiv das Mitnehmen von Lieblingsgegenständen der Kinder. Ob es eine Spieluhr oder der Lieblingslöffel ist, ganz egal, es gibt unseren Kindern eine Sicherheit und Konstanz, die ihnen wichtig ist. Wer also länger mit kleinen Kindern unterwegs ist, dem würde ich definitiv empfehlen ein bis zwei dieser Dinge mitzunehmen. Unterwegs sammeln sich dann immer mehr Spielsachen an.

Weltreise mit Kind

  • Flüge – Planung und Flexibilität

Bei unserer aktuellen Reise buchen wir die Flüge jeweils von Land zu Land. Wer sich diesen Stress sparen möchte, dem empfehle ich die vorab zu buchen. Die Planung macht richtig viel Spass und man kann sich gut in einem STA Travel Büro beraten und inspirieren lassen. So haben wir es bei unserer ersten Weltreise 2017 gemacht, wo uns Meike von STA Travel Shop in Düsseldorf sehr viele Tipps gegeben hat und wir enorm von ihrer Erfahrung und der ihrer übrigen Kunden profitieren konnten. Hat man die Flüge bereits in einem Rutsch gebucht, gibt dies einer Reise einen prima Rahmen, ohne zu engmaschig zu sein und gleichzeitig lässt es genügend Flexibilität um innerhalb eines Landes spontan zu planen. Hinzu kommt, dass es bei STA Travel die Möglichkeit gibt einen Umbuchungsmodus zu buchen und somit kostengünstig auf mögliche neue Ideen zu reagieren. Das Beste ist, dass ihr einen Ansprechpartner habt, der sich um die Umbuchung kümmert. Gerade in einer Situation, wie wir sie mit Frieda auf Bali hatten. Wo wir spontan ins Krankenhaus mussten, war es sehr wertvoll, dass sich jemand anderes um unsere verspäteten Weiterflüge gekümmert hat.

Für diese Reise haben wir keine Flüge vorab gebucht um maximal flexibel zu sein. Was aber mehr Organisationsaufwand während der Reise bedeutet, denn auch im Land selbst planen wir alles kurzfristig.

Weltreise mit Kind

  • Fliegen – Nachtflüge

Mit unseren Kindern zu fliegen, war bisher überhaupt kein Problem. Für lange Flüge eignen sich, wenn es geht, Nachtflüge, weil die Kinder dabei gut schlafen können. Beim Flug selbst handhaben die Airlines praktisch alles sehr unterschiedlich, so dass es keine klare Regel gibt, was man grundsätzlich darf oder nicht. Zum Beispiel das Angurten des Babys mit einem extra Gurt ist manchmal notwendig, manche Airlines verzichten darauf. Was wir allerdings beherzigen ist, dass wir vor einem Flug immer mit etwas Puffer am Flughafen ankommen (um z.B. den Kindersitz beim Sondergepäck abzugeben) oder auch die Nacht vor dem Flug schon in der Nähe des Flughafens übernachten und auch bei Ankunft planen wir nicht mehr viel Programm ein. Oft ist es zwar so, dass uns die Einreise sehr leicht gemacht wird und wir durch eine Familien-Lane einreisen dürfen. Doch ist ein Flug und alles was damit verbunden ist, für alle anstrengend, sodass wir mindestens die erste Nacht in der Nähe des Flughafens verbringen, wenn eine längere Weiterreise ansteht. Dies trägt maßgeblich zum entspannten Reisen mit Kindern bei.

 

  • Jetlag – die ersten Tage ruhig angehen lassen

Wenn ihr durch mehrere Zeitzonen reist, ist es sinnvoll in den ersten Tagen nicht besonders viel zu planen. Wir empfehlen, um möglichst schnell in der neuen Zeitzone anzukommen, vor Ort die Uhrzeiten einzuhalten und schon Aktivitäten (wie Spielplatzbesuche oder Stadterkundungen) zu unternehmen, die einen wach halten, aber ohne Druck und mit der Geduld ein paar Tage mit Jetlag auszukommen. So anstrengend es für Erwachsene sein kann in einer neuen Zeitzone, so kann es auch für Kinder sein. Unsere Erfahrung ist, dass es Säuglingen am wenigsten ausmacht, sie schlafen sowieso sehr viel und wenn sie es brauchen. Unsere Kinder haben in der Zeit sowieso so viel geschlafen, dass ihnen die Zeitzone egal war und sie sich nach ein paar Tagen gut akklimatisiert haben. Dennoch achten wir darauf, dass wir die Zeitzonen nicht zu verrückt hin und her wechseln.

 

  • Unterkünfte – kinderfreundlich mehrere Tage an einem Ort

Mittlerweile spielt für uns die passende Unterkunft eine größere Rolle. Denn wir verbringen auch mal ein oder zwei Tage darin, weil es regnet oder wir am Pool ganz viel Spass haben. Ich empfehle die Unterkunft nicht jeden oder jeden zweiten Tag zu wechseln, denn der Aufwand ist enorm. Das Packen der Taschen und das Herumfahren lohnt sich meiner Erfahrung nach in den meisten Fällen nicht. Mindestens drei Nächte sind sinnvoll, damit die Reise nicht in Stress ausartet. Viel sinnvoller ist es, sich einen guten Ausgangspunkt zu suchen und dann von dort aus Ausflüge zu machen. Das geht zwar nicht in allen Fällen, aber oft lässt es sich gut realisieren. Wir buchen oft sehr kurzfristig, sodass wir auch länger bleiben können, wenn es uns gefällt. Dies ist zwar ein großer Aufwand, aber es zahlt sich meistens aus. Wir versuchen in den meisten Fällen eine Unterkunft mit kleiner Küchenzeile zu buchen, damit (zu den unmöglichsten Zeiten) dort frühstücken können oder abends kochen. Dazu haben wir immer ein paar Utensilien dabei, wie z.b. einen Spülschwamm und die wichtige Müsli-Schale und den geliebten Löffel. Das spart uns nicht nur Geld, es ist auch sehr praktisch.

Weltreise mit Kind

  • Sehenswürdigkeiten – mit Kindern abseits der Touristenattraktionen

Oftmals passiert es uns, dass wir Stopps einlegen, die wir weder geplant, noch vorher recherchieren konnten. Die Kinder brauchen eine Pause oder wir wollen den nächsten Stopp nicht allzu weit weg einplanen, sodass wir dadurch ganz andere Sachen entdecken, die weit weg der üblichen Routen liegen. Das ist zum einen spannend, weil wir so ein Land oder eine Region ganz anders kennenlernen, zum anderen geht das nur dann, wenn wir uns halbwegs sicher fühlen in einem Land. Wir haben schon die schönsten Spielplätze an den abgelegensten Orten besucht, ganz abzusehen von vielen Toilettenbesuchen in Restaurants, Supermärkten oder was es sonst auf die Schnelle gab. Manche Sehenswürdigkeiten sind gut machbar mit Kindern, wie zum Beispiel eine Wanderung im Yosemite Nationalpark oder der Besuch einer Cenote. Andere, wie z.B. die Besichtigung von sehr gut besuchten Maya Ruinen mit einem Guide, kann je nach Alter der Kinder entweder ziemlich anstrengend werden oder aber unnütz für beide Seiten. So lohnt es sich, vorher zu überlegen, ob der Besuch als Familie bei einer gewissen Attraktion sinnvoll ist oder man sich besser aufteilt und alle Parteien mehr davon haben.

 

  • Unterwegs vor Ort – kinderleicht

Mit Kindern reisen ist definitiv ganz anders als z.B. als Paar zu reisen. Wir schätzen sehr die Vorteile, denn wir kommen sehr schnell mit den Leuten vor Ort ins Gespräch und haben ganz schnell Anknüpfungspunkte und wir wurden bisher immer sehr herzlich empfangen. Natürlich gibt es auch Nachteile bzw. Dinge, die zu beachten sind, wie z.B. die Reisegeschwindigkeit. Mit Kindern sind wir auf jeden Fall viel langsamer unterwegs, planen mehrere Pausen ein und legen auch mal einen Kindertag am Pool ein. Es kann auch mal passieren, dass uns eine Erkältung oder ein Sturz von unserer Weiterreise abhält. Das kann einem als Erwachsenen passieren, aber mit Kindern kommt so was häufiger vor. Wir lassen auch mal Sehenswürdigkeiten aus, weil sie zu voll sind, nicht gut mit Kindern machbar oder sie gerade in der Mittagsschlafenszeit liegen. Aber unterm Strich fehlt uns dadurch überhaupt nichts. Im Gegenteil: wir lernen andere Orte kennen, die manchmal komplett unerschlossen, aber total schön sind, weil wir gerade mal anhalten mussten oder werden zum Essen bei lokalen Familien eingeladen, weil die Kinder sich so gut verstehen. Das sind nur einige Beispiele dafür, dass das Reisen mit Kindern anders, aber mindestens genauso schön sein kann.

Weltreise mit Kind

Wenn ihr genauso reiseverrückt seid, traut euch und wagt es, auch mit kleinen Kindern auf Reisen zu gehen. Ihr werdet es nicht bereuen und die Elternzeit bietet eine tolle Möglichkeit. Wir freuen uns, wenn euch die Tipps weiterhelfen konnten und inspirieren euch gerne bei Instagram @kleinekoeniginaufweltreise).

 

 

Eine Antwort zu “10 Tipps für eine Weltreise mit Kindern”

  1. Paul sagt:

    Danke für den tollen Beitrag!

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