Reiseplanung

Die Antipackliste für Backpacker

Von Cornelia Zausinger , 27. Januar 2017

Wer kennt das nicht. Vor der Reise zermartert ihr euch den Kopf, was alles in den Backpack gehört und auf welches Teil ihr unterwegs auf keinen Fall verzichten könnt. Um euch das Packen ein wenig zu erleichtern, gibt es schon viele hilfreiche Packlisten, aber wir gehen das Ganze mal von der anderen Seite an. Mit unserer Antipackliste bleibt überflüssiger Kram in Zukunft direkt zu Hause!

13 Sachen, die ihr getrost zu Hause lassen könnt

Brustbeutel oder Geldgürtel – Jeder hat sich so ein supersicheres Geldaufbewahrungsstück schon mal gekauft oder von Mama geschenkt bekommen, aber wer hat es wirklich genutzt? Niemand. Oder vielleicht doch? Wer outet sich in den Kommentaren?

Mehr als ein Buch – „Aber ich lese doch auf Reisen so gerne“ werdet ihr jetzt denken. Klar, das mache ich ja auch. Aber Bücher nehmen einfach verdammt viel Platz weg und lassen sich leider auch so schlecht in die noch freien Ritzen im Backpack stopfen. Sie sind packtechnisch also eher eine Katastrophe. Aber das ist auch kein Grund den Lesespaß zu Hause zu lassen. Sucht euch ein richtig schönes und dickes Exemplar für den Anfang aus und anschließend nutzt ihr offene Bücherschränke die es in jedem Hostel und mittlerweile auch vielen Hotels, Cafés oder sogar auf der Straße gibt und tauscht Bücher mit euren Mitreisenden. Der große Vorteil dabei, ihr entdeckt vollkommen neue Bücher, die ihr euch von selber niemals gekauft hättet. Und die ganz Cleveren unter euch, die werden sich einfach einen E-Reader einpacken und Lesestoff ohne Ende dabei haben. Allerdings kann man den nicht so gut am Strand rumliegen lassen, wenn man gerade in den Wellen planscht. Das ist dann wohl wieder Geschmackssache.

Antipackliste Bücher

Reisewaschmittel – Um kleine Flecken auszuwaschen, reicht auch normale Seife und die große Wäsche erledigt man eh nicht mit der Hand. Eine Maschine Wäsche ist im Hostel schnell gewaschen, und wenn ihr nicht genug Klamotten dreckig gemacht habt, dann könnt ihr euch mit den Zimmernachbarn zusammentun oder euer dreckiges T-Shirt einfach bei einem anderen in die Wäsche reinschmuggeln. Der Waschservice im Hotel (kostet zum Beispiel in Südostasien nur wenige Euro) oder ein Waschsalon hilft natürlich genauso gut weiter.

Föhn | Glätteisen | Lockenstab – Ohne Worte

Regenschirm – Lieber eine dünne Regenjacke einpacken. Die wiegt viel weniger und hat auch an kühlen Abenden auf der Terrasse einen Sinn. Zur Not kann man einen Schirm immer noch vor Ort leihen bzw. kaufen oder bleibt bei Regen einfach drinnen, trinkt ein paar Bier oder gönnt sich eine Massage.

Antipackliste Regenschirm

Zip-Off Hosen – Wer will schon direkt als deutscher Obertouri enttarnt werden. Aber jetzt mal Spaß beiseite. Wenn ihr vorhabt, den Kilimandscharo zu besteigen, dann hat so eine Hose durchaus ihre Berechtigung. Ich habe sie auf meiner Tour durch Patagonien selber dabei gehabt und es nicht bereut. Aber wer keine großen Bergtouren (die Betonung liegt hier auf dem Plural) auf seinem Reiseplan stehen hat, der kann die Wanderhose getrost zu Hause lassen.

Fette Reiseapotheke – Auch am anderen Ende der Welt gibt es Ärzte und Apotheken. Ausnahme ist natürlich eine Tour ins absolute Outback oder die Wildnis. Zusätzlich gibt es einige lokale Produkte, die vor Ort eine bessere Wirkung haben, da sie auf die lokalen Gegebenheiten angepasst sind. Wie zum Beispiel Sonnencreme in Australien (ist viel stärker und wirkungsvoller gegen das Ozonloch) oder Mückensprays.

Klamotten die nicht zusammenpassen – Das ist die große Kunst des Packens. Ihr solltet nur Klamotten mitnehmen, die sich auch gut kombinieren lassen. Zum Beispiel eine Zip- oder Strickjacke, die man mit verschiedenen T-Shirts anziehen kann. Oder bei den Mädels eine schwarze Leggings, die unters Kleid passt, aber auch auf die Jeans Short oder zum Rumhängen. Um die passenden Teile zu finden, ist es hilfreich, wenn ihr alles was in Frage kommt auf dem Fußboden ausbreitet, um euch einen Überblick zu verschaffen und euch auf maximal drei Farben konzentriert.

Zu viele Pflegeprodukte + Schminke – Zahnbürste und Zahnpasta, Duschgel, Shampoo, Feuchtigkeitscreme fürs Gesicht und Sonnencreme. Das war’s. Mehr hab ich in drei Monaten Australien und Südostasien nicht gebraucht. Die Männer unter euch werden jetzt vermutlich denken, dass das immer noch zu viel ist. Aber lasst es euch gesagt sein, für ein Mädel ist das doch eher eine ungewöhnliche Vorstellung und zu Hause sieht mein Badezimmerschrank auch etwas anders aus. Aber auf Reisen braucht es keine Masken, Gels und erst recht keine Schminke. Ich habe meine Wimperntusche und den schönen roten Nagellack nach ein paar Wochen in den Müll befördert, da ich sie nicht ein einziges Mal in die Hand genommen hatte und sie von der Fliegerei und den Temperaturunterschieden sowieso eine fragwürdige Konsistenz angenommen hatten. Seitdem gehört Schminke bei mir auf die Antipackliste. Sommersprossen und ein wenig Salzwasser in den Haaren sind doch immer noch die schönsten Beauty Produkte.

Mädchen mit Sommersprossen

Schicke Klamotten, Handtaschen und Schmuck – Hier verhält es sich recht ähnlich, wie beim Punkt Schminke & Co. Ja. Zu Hause zieht man vielleicht auch mal was Schickeres an und es ist schön eine Auswahl zu haben. Aber auf Reisen ist das unnötiger Firlefanz. Die schicken Klamotten könnt ihr gleich zu Hause lassen und beim Schmuck und der Handtasche konzentriert ihr euch einfach auf euer Lieblingsteil, das ihr sowieso fast jeden Tag anhabt. Mehr braucht es mit Sicherheit nicht. Und wer sich das so gar nicht vorstellen kann, der packt halt ein atemberaubendes Oberteil oder cooles Hemd mit ein, das sich wunderbar mit einer Jeans kombinieren lässt.

Hohe Schuhe – Was wollt ihr mit hohen Schuhen auf Reisen? Zum Städteerkunden sind sie zu unbequem, beim Wandern vollkommen fehl am Platz und auf der Beachparty seid ihr sowieso barfuß unterwegs. Sollte es euch doch einmal in einen Club verschlagen, wo keine Sneakers erlaubt sind, dann macht Folgendes: Sucht euch einen Club, in dem auch Chucks wertgeschätzt werden und habt Spaß. Dort sind die Leute eh viel cooler und der Spaß größer.

Joggingschuhe – Jetzt mal Hand aufs Herz, wie oft habt ihr den Vorsatz gehabt im Urlaub Sport zu machen und habt die Sportsachen unangetastet zu Hause zurück in den Kleiderschrank geräumt? Sag ich doch. Ich schaffe es immerhin in den ersten Tagen meinen tollen Vorsatz einzuhalten und gehe ein bis zwei Mal joggen. Allerdings habe ich es mir abgewöhnt, dafür extra Klamotten einzupacken. Meine Nike Free funktionieren ganz wunderbar als Alltagsschuh, bei kleinen Wanderungen und auch für eine spontane Joggingrunde. Und bei den restlichen Klamotten habe ich eh immer eine Leggings oder Short dabei, die dafür locker ausreicht. Dazu noch ein Funktionsshirt, das auch bei Wanderungen oder in Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit seinen Dienst tut.

Antipackliste Joggingschuhe

Was zum lernen – Wenn ihr die Reise bucht und feststellt, dass ihr in den Semesterferien eigentlich eine Hausarbeit schreiben oder für den anstehenden Test lernen müsst, dann ist dieser Satz schnell gesagt und man selber sehr davon überzeugt: „Das Zeug kann ich wunderbar auch am Strand lesen und im Flugzeug habe ich ja genug Zeit, um die Arbeit zu schreiben“. Nein. Das funktioniert nicht. Nie. Die Uni und die Schule sind weit weg und das Abenteuer und der Plan fürs Leben zu lernen ist ganz nah. Ist ja auch gut so. Also heißt es vor dem Abflug Zähne zusammenbeißen, noch mal richtig reinklotzen und dann die Reise in vollen Zügen genießen. Macht so gleich noch viel mehr Spaß. Versprochen!

 

Jetzt seid ihr gefragt! Was habt ihr schon mal um den halben Erdball geschleppt und kein einziges Mal benutzt? Ergänzt unsere Antipackliste in den Kommentaren!

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2 Antworten zu “Die Antipackliste für Backpacker”

  1. Anna sagt:

    Zwar kein Anti-Packtipp, dafür aber mein ultimativer Packtipp, der sich bei mir nun schon mehrmals als gold wert herausgestellt hat:
    ein Mehrfachstecker!

    Egal ob England, Neuseeland oder Australien. Steckdosen sind (besonders in Hostelzimmern) entweder rar gesäht oder stehen unter ständigem Ansturm. Mit 3 Netzteilen für Kamera, Laptop/Tablet und Handy, aber nur einem Adapter für die Steckdose guckt man dann schnell mal in die Röhre.
    Ein einfacher (z.B.) 3er-Stecker schafft da schnell Abhilfe, bleibt aber handlich und schnell im Rucksack verstaut. Alternativ direkt eine Mehrfachsteckdose inkl. Verlängerungskabel nehmen. Die sind nur leider schnell sperrig.
    Ist oft auch für die sozialen Kontakte hilfreich. „Oh, du hast eine Mehrfachsteckdose? Darf ich mich da mal mit anschließen?“ 😉

  2. Taddl sagt:

    Was mich wirklich viel Nerven gekostet hat, war der Schlafsack plus ein aufblasbares Kissen. Haben ewig viel Platz in meinem ohnehin etwas kleinen Rucksack gefressen… Wer sich von Hostel zu Hostel schläft bekommt fast überall gratis Bettzeug dazu. Und wenn nicht, dann kann man sich für ein paar Euro einfach eins ausleihen. Habe die Sachen während meiner gesamten Europa-Reise nur ein einziges mal verwendet. Fazit: Schlafsack und Kissen bleiben das nächste mal definitiv daheim!

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