Reiseberichte

Auszeit nehmen: eine kleine Weltreise – Teil 1

Von Die STA Travel Reiseexperten , 06. Januar 2016

In 40 Tagen um die Welt

So lautet der Plan als ich im April letzten Jahres beginne meine Auszeit zu organisieren. Als das ‚Go‘ von meinem Chef im August kommt, lege ich sofort los mit der Buchung. Alles muss bis ins kleinste Detail geplant werden, denn in 40 Tagen um die Welt, das ist eine Herausforderung. Schließlich möchte ich in kürzester Zeit das Meiste vom Land sehen und da bleibt nicht wirklich Zeit für Flexibilität. Mit viel Engagement und Herzenslust setze ich mich an die Planung mir meinen lang ersehnten Traum zu erfüllen. Acht Monate später ist es dann endlich soweit und wir sprechen nicht mehr vom nächsten Jahr, nächsten Monat, oder nächster Woche sondern von morgen. Jetzt gibt es also kein Zurück mehr – und los geht’s!

Wir schreiben den 30. April 2015, ich fliege also den ganzen Mai über. Nicht unbedingt die perfekte Reisezeit für alle Ziele, aber für einen Arbeitnehmer die beste Möglichkeit ein paar Urlaubstage zu sparen, denn der Mai ist bekanntlich voller Feiertage.

Mein Flug geht ab Frankfurt um die Mittagszeit, ein kurzer Stop in Hongkong, schnell 27 schwüle Grad und weiter geht es. Die Around the World Tickets von STA Travel erlauben ohne Weiteres einen Stopover in Hongkong, den ich allerdings aus Zeitgründen leider ausfallen lassen musste. 8 weitere Flugstunden später lande ich in Sydney. Das Ende der Welt ist doch recht weit und sehr anstrengend anzufliegen. Mein Tipp also: den Stopover in Hongkong nutzen, er entzerrt den langen Flug.

Australien

In Australien angekommen: Kontrastprogramm, es regnet in Strömen und das Thermometer zeigt keine 20 Grad, es ist Herbst. Im Wake Up Hostel angekommen werde ich direkt als VIP begrüßt, toll. Denn ich bin hundemüde und möchte sofort ins Bett. Am nächsten Morgen startet meine Zweitagestour über einen Farmaufenthalt nach Melbourne. Auf dem Weg begegnet einem so allerhand: echte Cowboys, traumhaft schöne Farmen mitten im Busch, Orte der Tiefenentspannung und spannende Storys über die Hauptstadt Australiens, Canberra.

Auf der Farm Hanericka angekommen werden wir mit einem grandiosen Essen der Hausherren begrüßt und beziehen anschließend unsere herzlich hergerichteten Zimmer. Am nächsten Morgen geht’s mit dem Truck über die Farm.

AU_Farmaufenthalt

Wir sehen unzählige Schafe, kleine Lämmer denen wir die Flasche geben dürfen, Kängurus die mit Pferden befreundet friedlich auf der Weide grasen, Kühe, Schweine, Ziegen und eine Menge Land! Wir genießen diesen typisch australischen Aufenthalt und sind gespannt was uns noch alles erwarten wird. Leider haben wir 3 Japaner an Bord die kein Wort Englisch verstehen und das werden nicht die letzten sein…

Am Abend in Melbourne angekommen checke ich im Nomads Hostel ein. Nicht zu verwechseln mit dem ‚All Nations‘ hier gibt es free tea and coffee und auch Nudeln und Reis. Eine Tatsache die ich noch zu schätzen wissen werde. Früh am nächsten Morgen startet die nächste Tour, die Great Ocean Road steht auf dem Programm und wir haben großes Glück mit dem Wetter. Mit unserem Touranbieter erhielt man einen unschlagbaren Discount auf den Helikopterflug über die Twelve Apostels und genau den machen wir deshalb auch. Die Sicht ist atemberaubend, das Gefühl unbeschreiblich und die Fotos unfassbar schön. Auf dem Weg sehen wir jede Menge Koalas und Papageienarten in den Bäumen.

AU_Great Ocean Road

Der nächste Morgen beginnt leider regnerisch und das obwohl doch mein Geburtstag ist. Später am Tag haben wir aber auch hier wieder Glück und es klart auf. Wir wandern durch die Grampians, haben unsagbar schöne Ausblicke, sehen Wasserfälle, Kängurus und erleben, wie eine Kleinstadt stillsteht wenn ein Baum den Strom kappt.

AU_Grampians

AU_Koala

An meinem letzten Tag in Melbourne mache ich eine 3-stündige Stadtrundführung und erfahre viel über die Geschichte der Stadt, Kunst und Kultur. Dabei habe ich gleich zwei Guides für mich alleine. Ein weiterer Tipp von mir: in Melbourne gibt es eine alte Straßenbahn, die sogenannte Cityline. Sie fährt im Kreis und ist für Touristen kostenfrei. Ein Blick vom Eureka Skytower zum Sonnenuntergang rundet meinen Besuch in Australien ab und macht den Aufenthalt geradezu perfekt.

AU_Melbourne

Weiter geht’s nach Neuseeland, wenn doch nur der Transfer kommen würde. In weiser Voraussicht habe ich ihn drei Stunden vorab bestellt, aber er kommt nicht, also fahre ich mit dem Taxi und bewahre den Beleg gut auf. In Melbourne am Flughafen angekommen, mein nächster Tipp: wir Deutschen benutzen am besten direkt den Check In am Schalter, denn der Automat mag keine deutschen Pässe.

Neuseeland

In Christchurch gelandet nehme ich den Bus in die Stadt und bin für 8 NZD gar nicht mehr weit vom Hostel entfernt. Das nette Personal gewährt mir einen Early Check In und so starte ich entspannt in den zweiten Teil meiner aufregenden, spannenden Reise um die Welt. Das Jailhouse in Christchurch ist ein ganz fantastisches Hostel was ich unbedingt empfehlen möchte. Man wohnt hier kurzzeitig in einer Zelle, denn das Hostel ist ein ehemaliges Gefängnis. Ein Zimmer ist noch hergerichtet wie zu diesen Zeiten und einige Austellungsstücke sind vorzufinden, definitiv einen Besuch wert – eine Nacht dort ist außergewöhnlich. Gegen Mittag gehe ich shoppen und kleide mich für Neuseeland vorsichtshalber etwas wärmer ein. Ich werde es brauchen…

NZ_Schaafe

Am nächsten Morgen begebe ich mich auf zum Canterbury Museum, hier befindet sich mein Pick up nach Greymouth wo ich zu einer Reisegruppe stoßen werde. Die Neuseeländer sind allesamt super freundlich und so verlasse ich mich auf die Aussage der netten Busfahrerin dass sie mir Bescheid gibt sobald ich aussteigen soll. Dem war dann aber leider nicht so, weil sie mich vergessen hat… Also fuhr ich aus der Stadt raus und war ganz verwundert. Gut dass ich genug Zeit eingeplant hatte, so hielt sie für mich einen Return Stadtbus an und ich begab mich auf den Weg zurück. Abenteuer pur, der Busfahrer fieberte mit mir mit und bretterte die Straßen entlang, die restlichen 500m musste ich dann auch noch zu Fuß laufen und kam gerade so zwei Minuten vor Abfahrt der Bustour an. Gut, dass das noch geklappt hat, puh…

In Greymouth angekommen schließe ich mich der Gruppe an und weiter geht es auf direktem Weg zum Franz Josef Glacier. Leider muss die inkludierte Ice Explorer Tour mit dem Helikopter gecancelt werden worüber wir alle sehr traurig sind. Es sollte eigentlich das Highlight werden. Also keine Eiswanderung auf dem Gletscher, dafür ist das Wetter zu schlecht. Natürlich lasse ich mich davon nicht entmutigen und suche mir eine Alternative: eine Wanderung im Regen zum Gletscher mit Guide und ich muss sagen es hat großen Spaß gemacht. Ausgestattet mit Regenhose &-jacke wandern wir über Stock und Stein, an wundervollen Wasserfällen & Eisschollen vorbei, bis wir schließlich den Gletscher in greifbarer Nähe haben. In den vergangenen Jahren hat sich das Eis stark zurückgebildet, also können wir nicht ganz ran, aber wir machen tolle Fotos. Plitschnass aber glücklich hatten wir also doch eine kleine, wenn auch nicht vergleichbare Gletschererfahrung. Am Abend veranstaltet das Hostel ein Pizzafest, wir sitzen gemeinsam an einem großen Tisch und es gibt verschiedenste Geschmacksrichtungen, alle greifen zu.

Auszeit nehmen, Neuseeland, Franz Josef Glacier

Der folgende Tag führt mich nach Wanaka. Auf dem Weg dorthin passieren wir so manchen einzigartigen Fotostopp und haben kurzzeitig etwas Glück mit dem Wetter. Am nächsten Morgen geht es für mich früh in die Luft: ich habe eine Flugstunde im Wanaka Flight Training Center gebucht und damit ein unvergessliches Erlebnis das mir keiner mehr nehmen wird. Wahnsinn, das Gefühl ist unbeschreiblich!

Auszeit nehmen, Neuseeland, Flight Training Wanaka

Weiter geht es nach Queenstown, DIE Adrenalinstadt in Neuseeland. Was gibt’s zu tun? Bungee Jumping, Rafting, Skydive, Paragliding? All das wäre zu schön bei Sonnenschein nur leider beehrt uns die Sonne nicht. Es regnet, drei Tage am Stück und alle gebuchten Trips werden gecancelt, so auch meine geplante Dart River Funjak Safari. Aber auch davon lasse ich mich nicht weiter beirren, schnappe mir den Regenschirm und fahre mit der Gondel hoch über Queenstown um im Wald etwas spazieren zu gehen. Am Nachmittag werde ich per Pferd die Gegend erkunden und nehme an einem 1,5-stündigen Ausritt teil. Klar gibt es schlechtes Wetter aber kein Wetter ist so schlecht als das man den ganzen Tag im Zimmer sitzen müsste. Rausgehen und die Gegend erkunden wenn man schon mal dort ist. Los geht’s! Auf dem Pferderücken lässt sich die Landschaft in Neuseeland nochmal ganz anders genießen. Es geht durch Bäche und Schluchten und an wunderschönen Seen vorbei und ich habe zum Sonnenuntergang nochmal Glück mit dem Wetter. Mein Guide ist eine Schwedin die seit 7 Monaten Work und Travel in Neuseeland macht und auf der Farm als Horse Trekking Guide arbeitet.

Auszeit nehmen, Neuseeland, Horsetrek Queenstown

Am Abend lasse ich es mir auf die Empfehlung eines Einheimischen in einem Pub mit Steak, Kartoffeltasche und Bohnen richtig gutgehen. Für 20 NZD ein echtes Schnäppchen und das beste Essen seit Langem. Einen weiteren Regentag in Queenstown haben wir noch vor uns, also testen wir die Indooraktivitäten: Odyssey – hier geht man von Raum zu Raum und muss immer die nächste Tür finden, begleitet durch verschiedenste Licht- & Musikeffekte. Im Anschluss gehen wir in ein 12D Kino (;)) und sehen Filme, bei denen es regnet, schneit und wir all das live mitbekommen dürfen. Am Abend geht’s gemeinsam mit der Gruppe zum Dinner und alle sind fast ein wenig froh darüber dass die Reise morgen weitergeht.

Am nächsten Tag steht ein weiteres Highlight auf dem Programm: der Milford Sound. Mit dem Schiff geht es gemütlich durch den Sound und auch heute regnet es wieder. Aber dadurch sind die Wasserfälle noch imposanter und der Sound wirkt im Nebel mystisch und sehr beeindruckend. Weiter geht es ins Gunns Camp, bei Sonnenschein sicherlich ein bezaubernder Platz direkt am Fluss. Nicht aber im Regen, denn es ist ziemlich kalt. Und das Camp wird nur mit Feuer beheizt. Sherlock unser Guide kocht hervorragendes Chili mit Reis und im Anschluss geht’s ins Bett, denn um Punkt 22 Uhr wird hier der Strom abgestellt – Abenteuer pur! An Tag acht meiner Reise klingelt um 6 Uhr bereits der Wecker, nochmal kurz überlegen ob ich jetzt wirklich drei Stunden wandern möchte und los geht’s. Der Key Summit ist ein recht anspruchsvoller Walk (für diejenigen die eher selten wandern). Es geht hoch hinaus und oben angekommen überrascht uns eine atemberaubende Schneelandschaft – die Mühe hat sich gelohnt!

Auszeit nehmen, Neuseeland, Key Summit Walk

Mit der Fähre geht es nun nach Stewart Island, der nächste place to be im absoluten Nirgendwo 😉 Auf der Insel gibt es nur einen Supermarkt, einen Pub und wenige Unterkünfte. Somit kennt jeder jeden und das ganze Ort trifft sich auf ein Bierchen im Pub, so natürlich auch wir und erfahren viel von und über die Einheimischen. Nachts gehen wir dann auf Kiwi „Jagd“. Der Kiwi ist der Nationalvogel in Neuseeland und auf der Insel eigentlich in Massen zu finden, da er nachtaktiv ist muss man sich ein Rugbyfeld o.ä. suchen und schlicht und ergreifend einfach nur warten bis er kommt… oder eben leider auch nicht – wir hatten kein Glück 🙁 Am nächsten Tag mieten wir uns zu sechst einen Van und machen die Insel unsicher, fünf Std haben wir gebraucht um alle Strände abzufahren und zu laufen. Dann fahren wir zurück nach Queenstown und nach einem leckeren selbstgekochten Abendessen des netten Franzosen geht es nach einem anstrengenden Tag wieder ab ins Bett.

NZ_Stewart Island_STRAY

Neuer Tag, neuer Guide, neue Gruppe in Richtung Mt. Cook und es scheint endlich die Sonne! Das Hostel liegt in einer atemberaubenden Landschaft mitten in den Bergen, ich genieße es in vollen Zügen dieses wunderbare Fleckchen kennenzulernen. Ein 8WD-Fahrzeug bringt uns recht achterbahnmäßig zum Tasman Glacier und dem Tasman Lake. Wieder ein toller Ausblick und wir machen wundervolle Fotos.

Auszeit nehmen, Neuseeland, Tasman Glacier

Am vorletzten Tag der Reise fahren wir erneut in ein Camp, das Rangitata Rafts Camp. Leider aber ist die Rafting Saison bereits vorbei und wir kommen in den Genuss an diesem sonnigen Ort am Fluss einfach nichts zu tun. Am Abend kochen wir gemeinsam mit unserem Guide Postie mexikanisch und schauen im Anschluss alle gemeinsam einen Film. Ganz gemütlich und entspannt, ein toller Ausklang bevor es morgen zurück nach Christchurch und für mich in den Flieger nach Französisch Polynesien geht… JETZT kommt richtig viel Sonne, ganz bestimmt…

Fortsetzung folgt! 🙂

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