Asien

Der Norden Indiens – Eindrücke & Highlights

Von Gastblogger , 15. Februar 2018

Wer in Indien reist wird ständig mit heftigen Eindrücken konfrontiert. Es ist lauter und hektischer als alle Länder die ich bisher bereist habe. Der Duft von wundervollen Gewürzen, der durch die Straßen schwirrt, weicht einige Meter weiter dem beißenden Geruch von brennendem Müll an dem sich einige Inder aufwärmen. Hinter slumartigen Straßen findest man sich plötzlich in den wundervollsten Tempelanlagen wieder. Indien beeindruckt! So anstrengend meine ersten Sätze vielleicht klingen mögen: nie hat mich ein Land so sehr berührt und begeistert.

Darjeeling

Meine Reise führte mich vor allem durch den Norden Indiens. Einer meiner ersten Stops war die Stadt Darjeeling in Westbengalen. Heimat des gleichnamigen Tees und auch im Hochsommer gesegnet mit angenehmen Temperaturen. Nicht umsonst war die Stadt, die auf 2185 Metern liegt, während der Kolonialzeit der Briten ein Erholungsort für ranghohe Offiziere.

Ab Anfang April lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der unzähligen Teeplantagen die die Stadt umgeben.

Mein absolutes Lieblingsrestaurant möchte ich euch auch nicht vorenthalten: Alu Momo in Darjeeling.

Und das sind die Alu Momo: Mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen mit scharfer Sesamsoße.

Jaipur & Agra

Vermutlich der Start für die meisten Backpacker in Indien: Mit dem Tuk-Tuk geht es für mich in Richtung Hostel.

Wer Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans besucht, sollte sich früh den Wecker stellen. Der Sonnenaufgang am Ufer des Man Sagar Sees mit Blick auf den Jal Mahal Tempel, zählt zu den Geheimtipps. Er ist aber definitiv die Mühe wert.

Nur wenige Kilometer weiter, findet man sich unterhalb des Amber Fort wieder. Ein unglaublicher Bau, der der Kachwaha-Dynastie entstammt. Der tierquälende Tourismus mit den Elefanten die Gäste bis zum Eingang des Fort befördern, trübt hier leider ein wenig die Schönheit. Also, seid nicht faul und erklimmt die Anlage zu Fuß – es lohnt sich.

Amber Fort2

Wenn ihr durch den Norden Indiens reist, gehört der Besuch des Taj Mahal in Agra quasi zum Pflichtprogramm.

Habt ihr euch in aller Frühe aus dem Bett gequält, werdet ihr vor und nach Sonnenaufgang Zeuge eines faszinierenden Farbenspiels des weißen Marmors. Es lässt das Gebäude beinahe schon magisch erscheinen.

Varanasi & die heilige Mutter Ganges

„Ein toter Hindu liegt nur 5 Meter neben mir.“ Ich befinde mich in Varanasi, für Hindus die heiligste Stadt Indiens. Wer den ewigen Kreislauf der Wiedergeburt durchbrechen möchte, so sagt man, findet sein Lebensende hier am Ganges. Die Verbrennung in den Ghats am Fluss ist Teil dieses Rituals und als Reisender in Varanasi ist man dort stetig mit dem Tod konfrontiert. Unzählige Inder bieten Bootstouren auf dem Ganges. Verpasst nicht zum Sonnenaufgang auf eine Tour zu gehen und der Stadt beim Aufstehen zuzuschauen.

Man kann zum Beispiel Schüler bei ihrem morgendlichen Yogaritual an den Stufen zum Ganges beobachten.

Das Waschen im heiligsten aller Flüsse. Gläubige Hindus reinigen ihre Kleider und Körper – ironischerweise ist der Ganges durch Industrieverschmutzungen und seinen ständigen Beisetzungen gemäß dem WWF bereits auf Platz 4 der schmutzigsten Flüsse der Welt…

Feuerholz stapelt sich zum Fuße des Ganges hin. In den Verbrennungsghats (links im Bild) werden die vorbereiteten Leichen verbrannt und später als Asche dem Ganges beigeführt. Die Leichen von schwangeren Frauen, Kinder und Sadhus werden nicht verbrannt sondern an den Füßen beschwert in den Fluss gelassen. So stehen Sie aufrecht am Grund des Flusses und sollen so dem Himmel näher sein.

Essen in Indien

Erzählt man einem Inder, dass wir bei uns mit Salz und Pfeffer würzen, lacht er nur ungläubig und schüttelt dann den Kopf. Denkt man in Deutschland an indische Küche, dann fällt einem Curry ein – doch vergesst das gelbe Pulver. Die indische Küche ist so viel mehr. Das Curry, das wir kennen, also die Gewürzmischung, wurde von den Briten geprägt. Curry leitet sich ab von dem tamilischen Wort kari ab und umfasst ganze Gerichte mit Soße. Doch über die unzähligen Gerichte hinaus, bei denen Fleisch, Gemüse oder Fisch direkt in der „Curry“Soße gegart werden, ist  die indische Küche unglaublich vielfältig. Man denke nur an die scharfe Küche des Südens wo viel mit Kokosmilch gekocht wird, an die würzige Küche in Rajasthan und Madhya Pradesh mit ihren unzähligen Gewürzen oder die nepalesisch angehauchte Küche in und um Darjeeling herum.

Wenn ihr einen schwachen Magen habt, solltet ihr in Indien zwar vorsichtig sein. Lasst euch trotzdem auf keinen Fall die unzähligen Streetfood-Variationen und Geschmäcker entgehen!

Was in Indien natürlich auch an keiner Straßenecke fehlen darf: Chai. Pappsüß macht einen dieser kleine Schluck Tee tatsächlich munter.

Insgesamt habe ich einen Monat im Norden Indiens verbracht. Doch dieser verging viel zu schnell, selten wusste ich bei einem Land bereits nach einigen Tagen, dass ich zurückkehren möchte. Indien hat mich auf seine ganz eigene Art und Weise beeindruckt. Es sind die Menschen und dieses einzigartige Gefühl auf den Straßen und an den verschiedenen Plätzen. Ich komme auf jeden Fall wieder

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