Europa

Europa – Overland durch Georgien

Von Katharina Ludwig , 29. September 2017

„We are going to Georgia“ hieß es. Und ich denke mir so: was will ich denn in Georgia in den USA? Weit gefehlt, denn unsere Inforeise mit Dragoman, unserem Spezialisten für Overland Touren, führte uns nach Georgien. Georgien liegt an der Grenze zwischen Europa und Asien und war bisher so gar nicht auf meiner Bucket List. Wir, das waren 20 Kollegen von STA Travel aus Großbritannien, Österreich, Deutschland, ja sogar aus Australien und Neuseeland. Und wir hatten alle nicht die geringste Vorstellung was uns auf dieser Reise wohl erwarten würde…

Eine Reise durch Georgien

Meine persönlichen Highlights der Reise spiegeln die unterschiedlichen Facetten Georgiens wider. Angefangen bei Outdoor Aktivitäten über romantische, wenn auch herausfordernde Wanderungen bis hin zu netten, mit Traditionen verbundenen Menschen, die Stolz sind – und das zu Recht – auf ihre Kultur, ihr Essen und natürlich den Wein. Georgiens Städte haben mich nicht so in den Bann gezogen, dafür die wunderschöne Landschaft und die ländlichen Gebiete umso mehr. Das Kaukasus-Gebirge ist traumhaft schön und toll für ausgedehnte Wanderungen, wo einem nur wenig Menschen begegnen. Ideal für Ruhesuchende!

Mit dem Overland Truck unterwegs

Und die wohl perfekte Art dieses Land zu bereisen ist mit dem Overland Truck! Die Georgier scheinen nicht viel von Verkehrsregeln zu halten, da war es absolut von Vorteil einen versierten Fahrer am Steuer zu haben, der auch schon in wesentlich unwegsameren Gelände unterwegs war. Als Fahrer muss man immer darauf gefasst sein, hinter der nächsten Kurve eine Kuhherde mitten auf der Straße anzutreffen.

Die Landschaft des noch eher wenig frequentierten Landes eignet sich wirklich perfekt für wildes Camping mit Lagerfeuerromantik, das Ganze gepaart mit ein paar Übernachtungen bei Gastfamilien und das Overland Abenteuer in Georgien ist perfekt.

Supra – Ein Beispiel georgischer Gastfreundschaft

Die Gastfreundschaft der Georgier konnten wir hautnah erleben: unsere Gruppe war zum Abendessen geladen und mit Sicherheit schwärmen alle heute noch davon. Ein kleiner Tipp: versucht nie alles aufzuessen, denn es kommt garantiert wieder Nachschub. Bei einem georgischen Festessen, supra genannt, werden in der Tat Speisen im Überfluss serviert. Diese werden in die Mitte des Tisches gestellt. Eine tolle Möglichkeit alle Arten von Speisen auf einmal durchzuprobieren. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas, egal ob Vegetarier, Veganer, Pescetarier oder regulärer Esser.

Was bei keiner Mahlzeit fehlen darf, ist das Brot – natürlich selbstgebacken, in Tonschalen auf dem Grill. Chatschapuri heißt es und kommt in allerlei Variationen daher, wobei der Käse nicht fehlen darf. Bei einem supra wird auch reichlich getrunken. Als Besonderheit wird vom Gastgeber ein Zeremonienmeister ernannt, der für die Trinksprüche zuständig ist. Hierbei wird selbstgekelterter Wein und tschatscha, ein Tresterbrand, gereicht… und davon nicht zu knapp.

Outdoor im Kaukasus

Nach so viel Schlemmerei muss Bewegung her, zum Glück ist Georgien wie geschaffen für zahlreiche Outdoor Aktivitäten. Zum Beispiel das Hochland bei Mestia mitten im Kaukasus-Gebirge: hier lässt es sich sehr schön Wandern und Moutainbiken.

Eine unserer Wanderungen führte uns zum Fuß des Chalati-Gletscher, vorbei an einem Wildwasserfluss.

Und eine weitere ging zum höchsten Wasserfall in Georgien, dem Shdugra.

Wo sich so viel Wasser tummelt, liegt es nahe sich im Wildwasser Rafting zu probieren. Bei Stromschnellen der Stufe 2,5 hat man zwischendurch sogar noch Zeit die Landschaft um sich herum zu genießen. Aber immer aufmerksam bleiben, sonst geht man ruck zuck über Bord! Ist natürlich keinem von uns passiert, weil wir alles so umsichtig waren… „Ironie aus“.

Das Land der vielen Kirchen

Der letzte Teil der Reise führte uns nach Stepantsminda, ehemals Kasbegi. Hoch über Stepantsminda liegt die orthodoxe Kirche von Tsminda Sameba, die wir am frühen Morgen zum Sonnenaufgang besucht haben.

Manch einer von uns ist doch tatsächlich gelaufen, alle anderen haben sich auf eine abenteuerliche Fahrt in einem lokalen Minibus begeben. Kirchen gibt es unglaublich viele im religiösen Georgien und gefühlt haben wir sie alle besucht 😉

Es sind meist einfach gehaltene Kirchen mit wunderschönen Wandmalereien und eher weniger Prunk. Die kleine Kirche von Tsminda Sameba war, auch aufgrund ihrer Lage hoch oben in den Bergen mit Sicht auf schneebedeckte Gipfel, etwas Besonderes und lohnt den Aufstieg in jedem Fall.

Tiflis – Georgiens Hauptstadt

Zurück in Tiflis, der Hauptstadt von Georgien, erfahren wir, dass Tiflis aufgrund der geographischen Lage ein wichtiger Punkt auf der alten Seidenstraße war.

Tiflis, erstmals erwähnt bereits im 4. Jahrhundert, haben wir bei einem Rundgang durch die Altstadt ein wenig kennenglernt. Wir sahen den historischen Stadtkern mit seinen unregelmäßigen Straßen, altem Kopfsteinpflaster und mittelalterlicher Struktur. Die traditionellen Wohnbauten sind zwei- bis dreistöckige Backsteingebäude mit weitläufigen Balkonen, Passagen und Außentreppen.

Viele Gebäude sind stark renovierungsbedürftig und teilweise einsturzgefährdet doch leider fehlt das Geld. Das meiste Geld wird aktuell eher in futuristische Gebäude im neueren Teil von Tiflis gesteckt, auch hier spiegeln sich die verschiedenen Facetten Georgiens wider. Ein Land, was definitiv eine Reise wert ist und auf keiner Bucket List fehlen sollte!

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