Asien

Freiwilligenarbeit auf den Philippinen

Von Die STA Travel Reiseexperten , 02. November 2015

Zehn Tage auf den Philippinen, als Freiwilligenarbeit Botschafter von STA Travel. Wir, Janine und Michelle, erzählen euch von calabao, masarap bis hin zu salamapo. Eine Reise, die neue Erkenntnisse, Freundschaften und ganz besondere Erinnerungen geschaffen hat.

240 Stunden in einer anderen Welt

Gespannt auf das bevorstehende Abenteuer trafen wir uns, mit gepacktem Backpack am Züricher Hauptbahnhof, um gemeinsam nach Genf zu reisen. Da wir uns zuvor erst einmal kurz getroffen hatten, war das „gegenseitige Kennenlernen“ erst einmal Hauptthema unserer dreistündigen Zugfahrt. Doch schon nach kürzester Zeit war klar, dass wir uns definitiv gut verstehen würden, denn im ganzen Abteil war nur noch unser Lachen zu hören.

Am Genfer Flughafen angekommen, fanden wir nach kurzen Orientierungsproblemen auch schon unser Abflugs Gate, und bald darauf befanden wir uns im Flugzeug. Nach einigen Filmen, Kindergeschrei, leckerem Essen und einem vierstündigen Zwischenstopp in Abu Dhabi, kamen wir nach zwanzig Stunden endlich in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, an. Doch damit war unsere Enddestination noch nicht erreicht. Weiter ging es mit einem privaten Van nach San Felipe, einem Örtchen direkt am Meer und unter anderem als Paradies für Surfer bekannt. Als wir um vier Uhr nachts ankamen, fielen wir nur noch in die Betten.

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Nach einer eiskalten Dusche am nächsten Morgen konnten wir gemütlich in den Tag starten, um dem nicht zu vermeidenden Jet Lag vorzubeugen. Durch eine Einladung von den Einheimischen, konnten wir sogleich ein super Mittagessen in einer für uns ungewohnten Umgebung geniessen. Kleine Flusskrebse, Süsswassermuscheln, Fisch und natürlich Reis wurde uns serviert. Das typisch philippinische Essen haben wir sehr genossen. Dabei erfuhren wir auch zum ersten Mal, was für Philippinos der Unterschied
zwischen heller und dunkler Haut bedeutet. Wie unterlegen sie sich uns Weissen fühlen. Ein sehr eindrückliches Erlebnis, dass uns viel Stoff zum Nachdenken gab. Nach Speis und Trank brachen wir zu einer Grundschule auf.

Dort erwartete uns unsere erste Herausforderung. Wir sollten einer Klasse von 35 Schülern spielerisch Englisch beibringen und ihnen zugleich die Hemmung vor uns Fremden nehmen. Trotz anfänglicher Schüchternheit wurden die Kinder immer aufgeweckter und wissbegieriger. Am nächsten Tag wiederzukommen, war daher beschlossene Sache.

freiwilligenarbeit philippinen

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Einige Fotos später machten wir uns auf den Weg zurück ins Hostel, um einen wunderschönen Sonnenuntergang am Meer mit einem frischen Mango- und Bananenshake zu geniessen.

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Nicht viele können im zarten Alter von 20 und 22 Jahren von sich behaupten, mit einer Bürgermeisterin gefrühstückt zu haben. Wir jedoch gehören zu den Glücklichen. Die Geschichte von San Felipe zu hören sowie die Notwendigkeit der Freiwilligenarbeit war sehr eindrücklich und emotional.

Gestärkt und bereit, wieder alles zu geben, ging es los Richtung Grundschule. Kinder sowie Lehrer erwarteten uns bereits. Auf Wunsch der Lehrer teilten wir uns auf und übernahmen je eine Klasse. Der Unterricht verlief bereits geregelter, jedoch war die Schüchternheit sowie Aufregung über unseren Besuch noch nicht ganz verschwunden.

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Zwei herausfordernde, lustige und lehrreiche Stunden später, brachen wir wieder zu unserer heimeligen Unterkunft auf. Da die Regenzeit uns einen Strich durch die Rechnung machte, verbrachten wir längere Zeit in den Hängematten bevor wir die fast märchenhaften Wasserfälle erkundigten.

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Eine Abkühlung mitten im Nirgendwo gönnten wir uns natürlich auch und genossen anschliessend die frisch auf dem Markt eingekauften Früchte. Immer noch nass, aber gestärkt machten wir uns auf den Rückweg.

Top motiviert standen wir am nächsten Morgen bereits um fünf Uhr früh auf, um unsere Surfkenntnisse zu erweitern und zu verbessern. Leider ging dies durch die wenigen Wellen in die Hose.

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Das einzig Positive an der ganzen Sache war, dass wir eine weitere Stunde unser Bett geniessen konnten.

Auf dem weiteren Tagesprogramm stand eine Wanderung durch Schlamm, Sand und Wasser. Ein Erlebnis, das sogar uns sprachlos machte. An unserem Ziel angekommen, durften wir nach einer kurzen Abkühlung im Fluss die ersten Bambusbäume für ein grösseres und weitläufiges Projekt pflanzen.

Das tägliche Mittagessen fand an diesem Tag auf einer Reisfarm statt. Die Einladung dazu hatten wir einen Abend zuvor beim Trinken von lokal hergestelltem Rum von dem Farmer erhalten. Die Farm war sehr klein und nur aus Wellblech zusammengestellt, jedoch mit sehr viel Liebe eingerichtet.

Der Plan danach war eigentlich sogenanntes „Island Hopping“, die Regensaison verhinderte jedoch auch dies. Deswegen gönnten wir uns kurzerhand eine Ganzkörpermassage in der nahegelegen Stadt. Um diese zu erreichen nahmen wir ein Tricycle, ein Motorrad plus Beiwagen, das als Taxi dient. Völlig entspannt genossen wir unser Abendessen, das wie schon die Tage zuvor aus Reis und Fisch bestand.

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Langsam jedoch gewöhnten wir uns daran. Aber ein Bier durfte dann später doch nicht fehlen.

Der nächste Tag begann mit einer langen Fahrt auf die Gawad Kalinga Farm (GK Farm). Bei einer Pause konnten wir unsere philippinischen Essenskenntnisse nochmals bei einem All-you-can-eat-Buffet mit allen möglichen einheimischen Gerichten vertiefen.

Dann endlich lag sie vor uns, die GK Farm. Grösser und eindrücklicher, als wir sie uns je vorgestellt hätten. Bei einer kurzen Tour mit vielen Informationen, wurde uns bewusst wie viel hier mit dem Projekt schon erreicht wurde und wie viele Leute ihre ganze Kraft dafür einsetzen. Ein Rundgang der uns ganz viel zum Nachdenken gab und definitiv unseren Respekt für die Leute, die auf der Farm arbeiten, erhöhte.

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Das Anpacken viel uns daher sehr leicht. Von kleinen Ziegen füttern über Melken bis zum Helfen auf der Plantage fehlte nichts.

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Sogar beim Schlachten der Hühner durften wir dabei sein und auch unterstützen. Dies war jedoch nichts für schwache Nerven.

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Selbst bei einem WM-Qualifikationsspiel der Philippinen gegen Usbekistan im Fussballstadion von Bulacan konnten wir über das Fernsehen mitfiebern. Abends waren wir oft bei Familien der Community eingeladen, um mit ihnen das Abendessen zu geniessen und mehr über das Projekt und ihre Beteiligung daran zu erfahren.

Die Tage auf der GK Farm vergingen wie im Flug und schon bald stand unsere letzte Nacht an, welche wir in den Silver Heights verbringen durften. Die Silver Heights sind ein Vorzeigeprojekt der GK Farm. In Slums werden mit Hilfe von Sponsoren Betongebäude errichtet, welche man sich als Siedlung vorstellen kann. Die Nacht verbrachten wir in einer süssen Unterkunft, in welcher sechs Leute auf engstem Raum hausten.

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Den Sitten angepasst, schliefen wir wie die restliche Familie auf Decken mitten auf dem Boden (unsere Hüften fanden dieses Erlebnis nicht ganz so toll). Geduscht wurde durch einen kleinen Eimer Wasser, wobei es schon ziemliche Überwindung brauchte, sich das eiskalte Wasser über den Kopf zu schütten. Der Abschied von der sehr herzlichen Familie und der Gemeinschaft viel uns sehr schwer.

Jedoch hatten wir noch ein weiteres Programm auf der Liste, bevor wir wieder zurück in den Alltag kehren mussten: Bambusbike! Noch nie gehört oder gesehen, aber einzigartig. Bereits nach einem Kaffee ging diese Sightseeing Tour auf besondere Art durch Manila los.

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Fast zwei Stunden dauerte die Rad-Tour, bei welcher wir viel über die Kultur und Geschichte lernen konnten. Mit einem kleinen Sonnenbrand und natürlich gut gestärkt mit Reis brachen wir auf unsere Heimreise auf. Verlässlich wie immer hatte uns der Regen auch heute begleitet. Durch die heftigen Regengüsse geriet der Verkehr ein wenig ins Stocken. Das heisst, trotz mehr als genügend eingeplanter Zeit, erwischten wir den Flug nur knapp.

Zurückblickend waren unsere 240 Stunden in einer anderen Welt geprägt von Hoffnung, Glauben und Glück dieser Menschen, dieser Kultur, die so anders ist als unsere. Wir empfehlen jedem die Gastfreundschaft der Philippinos selbst einmal zu erleben, zu erkunden und einzutauchen in eine Welt, in der noch vieles möglich ist und von der wir auch ebenso viel lernen können. In diesem Sinne salamapo (Dankeschön) an alle, die unsere Reise so unvergesslich gemacht haben.

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Wir werden auf jedem Fall zurückkommen, für ein bisschen mehr als 240 Stunden ☺

calabao = Wasserbüffel
masarap = Gut, Lecker
salamapo = Dankeschön

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