Reiseberichte

Freiwilligenarbeit in Kenia

Von Die STA Travel Reiseexperten , 28. März 2012

Die Vorbereitungen liefen in Hochtouren… Impfen, Spenden sammeln zum Mitnehmen, Währung für die ersten paar Tage umwechseln… Ich wusste so gar nicht was auf mich zukommen würde, war ich doch noch nie in Afrika.
Wird es so sein wie ich es aus dem Fernsehen kenne? Schlimmer? Die Vorfreude stieg und stieg und endlich war der Tag gekommen, an dem ich zum Flughafen fahren durfte und für meinen Flug nach Nairobi einchecken konnte.

Nach zirka 14 Stunden Anreise, endlich die Landung in Nairobi. Die Einreise verlief ohne Probleme und so stand ich nun da in der Ankunftshalle und suchte mir ein Taxi, welches mich zu meinem „Start-Hotel“ brachte.

Im Hotel angekommen, traf ich meine beiden Arbeitskollegen Linda aus Melbourne und Eric aus New York. Zwei wunderbare Menschen und auch so verrückte Hühner wie ich. Den Abend ließen wir dann mit netten Gesprächen bei einem leckeren Abendessen ausklingen.

Am nächsten Tag wurden wir dann von unserem Hotel abgeholt und nach Limuru chauffiert. Limuru liegt zirka 50 Kilometer nördlich von Nairobi. Die Fahrt dauerte grob geschätzt eine Stunde.  Zum Verkehr der Kenianer ist noch anzumerken… ziemlich südländlicher Stil. Rechts kommenden Vorrang geben? – Was ist das? – Bei denen hat einfach immer das größere Auto Vorrang.


Angekommen in Limuru haben wir Charity und Patrick getroffen, die beiden waren für uns Volunteers die Ansprechpersonen. Nachdem wir unsere Unterkunft in der Brackenhurst Anlage bezogen hatten, gab es mit Charity ein „Orientierungs-Gespräch“. Sie stellte uns alle Volunteer-Projekte vor, in denen gerade Leute benötigt werden und wir durften uns für ein Projekt entscheiden. Wir haben uns dann für das Limuru Children Center (kurz: LCC) entschieden.
LCC ist ein Waisenhaus, in welchem permanent 37 Kinder wohnen, die von ihren Eltern ausgesetzt, misshandelt oder vergewaltigt worden sind. Im LCC gibt es auch ein „Food Programm“. Auch Kinder die zuhause nicht genug zu essen bekommen, kommen ins Waisenhaus um sich dort zu stärken. Täglich wird hier für über 100 Kinder gekocht.
Eine unserer Hauptaufgabe war, den Erwachsenen beim Kochen zu helfen.  Und Kochen in Afrika heißt, nicht so wie bei uns, dass das Menü in einer Stunde fertig ist… Die Hauptmahlzeit der Kinder ist Mais, Reis, Bohnen und ganz wenig Gemüse. Es werden keine fertigen Dosen mit Mais und Bohnen verwendet. NEIN… in Afrika wird alles frisch vom Feld oder Markt geholt und die Bohnen müssen gesäubert, von Steinen und schlechten Bohnen aussortiert werden.
Ebenso Mais. Hier wird jedes einzelne Maiskörnchen direkt vom Maiskolben geschält. Das ist oft eine Tagesbeschäftigung, da ja auch für mehr als 100 Kinder gekocht wird.
Es war aber immer ein riesen Spaß mit den Leuten zu kochen, denn es waren ziemlich viele involviert. Die ganzen Späßchen mit anzuhören und selbst neue Ansichtsweisen vom Leben kennenzulernen war einfach schön.


Natürlich haben wir nicht nur in der Küche geholfen, wir haben auch viel mit den Kinder gespielt. Wir hatten zum Beispiel auch die Möglichkeit den Innenhof zu verschönern.  Ich habe den Kindern zum Beispiel ein Hüpfspiel auf den Boden gemalt. Ich denke, manche von euch werden es auch unter „Hickekasten“ kennen.
Ich hatte es gemalt, während die Kinder in der Schule waren. Es hat mich wirklich riesig gefreut, als ich die glänzenden Augen der Kinder gesehen habe, als sie von der Schule zurückkamen und dann haben sie auch gleich begonnen zu spielen.

Es war einfach so schön zu sehen, dass auch meine Freunde und Arbeitskollegen voll hinter mir standen, da sie mir eine Menge an Spenden wie zb. Buntstifte, Papier, Spielzeug für die Kinder und gebrauchte Kleidung mitgegeben haben.
Dani meine Arbeitskollegin hat mir zum Beispiel ein Stofftier, einen grünen Frosch, mitgegeben. Diesen habe ich dann Belinda geschenkt. Ein Mädchen das von ihren Eltern misshandelt worden ist. Patrick der Gründer des Waisenhauses hat sie vor einigen Monaten von einer Polizeistation abholen müssen, da ihre Eltern ins Gefängnis kamen.
Sie hatten ihr unter anderen Misshandlungen,  Zigarettenstummel in ihrem kleinen Gesicht ausgedrückt. Die Narben hat sie heute noch.
Das Alter von ihr wissen sie nicht genau, aber sie schätzen, dass sie zwischen 3 und 4 Jahre alt sein müsste. Belindas Eltern wissen nicht wo sie nun ist, und das ist wohl das Beste was diesem kleinen Engel passieren kann.
Ihr glaubt gar nicht wie sehr sie sich über den Frosch gefreut hat. Die sonst eher schüchterne, zurückhaltende kleine Belinda… Sie hat über das ganze Gesicht gelacht und gestrahlt und hat den Frosch dann nicht mehr losgelassen. Es war so süß als sie gemerkt hatte, dass der Frosch „flauschig“ ist, denn dann hat sie ihn genommen und an ihrer Wange gerieben. Das war sooo herzig.



Es war so schön anzusehen, dass die Leute, obwohl sie in Armut leben, so zufrieden sind. Viel zufriedener als viele Leute hier in Europa. Ein großer Unterschied ist zum Beispiel auch wie wir Armut empfinden.
Die Leute in der 1. Welt denken, dass Menschen arm sind, wenn sie nicht viele materielle Dinge oder nicht viel Geld besitzen. Wenn man Personen in der 3. Welt fragt, was für sie Armut ist… bekommt man als Antwort: „Depressionen, Angst, Hoffnungslosigkeit, …“ Kein Glücksgefühl kann man sich mit Geld erkaufen, das ist das was sie sagen wollen.
In Europa werden Kleinigkeiten oft einfach gar nicht mehr geschätzt. In der 1. Welt nörgeln Kinder, weil sie das neueste Computerspiel haben möchten, und wenn sie es nicht bekommen, wird den ganzen Tag geraunzt.
In der Zeit, in der ich im Waisenhaus mitgeholfen habe, habe ich kein einziges Kind auch nur einmal weinen gehört.
Alles in allem war es eine wundervolle Erfahrung nach Kenia zu reisen. Eine der besten Erfahrungen und Entscheidungen in meinem bisherigen Leben.

4 Antworten zu “Freiwilligenarbeit in Kenia”

  1. matthias sagt:

    Respekt für die freiwillige und ehrenamtliche Hilfe. Eigentlich sollten gerade in so beliebten Urlaubsländern wie Kenia auch die Reiseveranstalter mehr für das Land tun. Dann würde auch die durch die Armut begründete Kriminalität zurückgehen und diese Länder hätten endlich eine Zukunft.

  2. Tina sagt:

    Ich denke, dass viel Hilfe zwar gut gemeint ist, aber Hilfe zur Selbsthilfe ist das Beste langfristig. Wir vergessen immer, dass die Armut in den 3te Welt Ländern auf unseren Geiz und unserem Egoismus beruht. Mit etwas mehr Menschlichkeit und Solidarität könnte man sicherlich mehr helfen.

  3. Stefi sagt:

    Darf ich dich fragen wie lange du dort warst?
    wunderschöner bericht ! tolle ansicht!

  4. Hallo Stefi
    Denise war eine Woche im Projekt und kann es absolut weiterempfehlen 🙂
    Liebe Grüsse

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