Indonesien – Fünf Highlights auf Java

Bei meiner ersten Reise allein fiel meine Wahl auf Indonesien. Hauptsächlich wollte ich Java und Bali bereisen, auch wenn ich unterwegs eigentlich offen für alles war, sofern Zeit und Budget es zuließen. Hin- und Rückflug gingen nach/von Jakarta, dort schnappte ich mir vom Flughafen aus ein Taxi (Blue Bird) zum Bahnhof, um einen Zug nach Bandung zu erwischen. Zugegeben, nach dem langen Flug von Frankfurt nach Jakarta hat es schon etwas Überwindung gekostet, direkt weiterzureisen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall und das nicht nur, weil ich gleich am Bahnhof in Jakarta meine ersten beiden Reisegefährtinnen kennengelernt habe 🙂 Das war der Start einer wirklich wunderbar intensiven, wenn auch viel zu kurzen Zeit auf Java.

Es ist wirklich schwer einzelne Orte und Gegebenheiten herauszupicken, die meine Highlights der Reise durch West- und Zentraljava wiedergeben. Da ich Java-Klassiker wie den Mount Bromo und auch Surakarta bzw. Solo auf dieser Reise ausgelassen habe, kommen dafür ein paar andere „Schönheiten“ Javas zum Zuge:

Meine Highlights in West- und Zentraljava

Besuch des Kawah Putih

„Die perfekte Kulisse für einen Fantasy-Film… oder Horror-Schocker“ das waren die kollektiv geäußerten Gedanken unserer kleinen Truppe, als wir am weißen Krater ankamen. Wenig Sonnenlicht, eine eher diesige Stimmung und das viele Totholz rund herum, gaben dem Kratersee einen wahrhaft mystischen Anblick.

Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich etwas glücklich darüber war, dass die Sonne sich an diesem Vormittag nicht so richtig heraus traute. Atmosphäre & Licht waren wirklich einmalig.

java, kawah putih, eingang

java, kawah putih, bäume

java, kawah putih, see

Mein Fazit

Nach der Fahrt im Angkot auf den Parkplatz kurz vor dem See, ist die Aufmachung „indonesisch touristisch“. Lasst euch davon nicht beeindrucken, die Toiletten bestehen auch hier wieder nur aus den bewährten Löchern im Boden 😉 Auf dem Weg zum See preisen Händler an kleinen Ständen entweder Atemschutzmasken gegen den Schwefelgeruch oder Schwefelpulver und Co. gegen unreine Haut, Rheuma und sonstige Wehwehchen an.

Obwohl einige Touristen, vor allem einheimische, entlang des Kratersees unterwegs waren, kann man nicht wirklich von „überlaufen“ sprechen. Und Kawah Putih an sich strahlt eine unbeschreibliche Ruhe aus. Die Farben lassen sich kaum in Worte fassen, das solltet ihr einfach auf euch wirken lassen, wenn euch eure Reise nach Java führt. Wir haben oben am Krater etwa eine Stunde verbracht, das war auch völlig ausreichend, um den Ort auf sich wirken zu lassen und einige schöne Fotos zu machen.

Teeplantagen rund um Ciwidey

50 shades of… green! So oder so ähnlich hätte man den unglaublichen Anblick der Teeplantagen beschreiben können. Unser Fahrer hielt an, damit wir in die Teesträucher „eintauchen“ konnten. Dazu ein paar Sonnenstrahlen und die Magie war perfekt. Wahrhaft ein grandioser Anblick, den ich begeistert in mich aufsog…

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Mein Fazit

Viele Teeplantagen rund um Ciwidey befinden sich direkt neben der Straße. Einfach anhalten bzw. den Fahrer anhalten lassen und kurz im vielschichtigen Grün innehalten – ein Muss!

Wanderung auf den Gunung Papandayan

Doch die Fahrt durch Jawa Barat war nur das „Vorgeplänkel“ zu einem wahren Highlight: der frühmorgendlichen Wanderung auf den Mount Papandayan. Die Nacht in einem sehr spartanischen, aber absolut herzlichen Homestay war ziemlich kurz, bevor es weit vor Sonnenaufgang mit Guide Dani auf den Berg ging. Unser Frühstück verspeisten wir im Anblick des Sonnenaufgangs am Vulkangipfel gegenüber des Papandayan. Der Ort darunter verschwand unter einer fluffigen Wolkendecke.

java, gungung papandayan, sonnenaufgang

Wir wanderten weiter auf die Hochebene Alun Alun und Dani, der bereits seit vielen Jahren Führungen am Papandayan anbietet, erklärte uns hier und da einiges zu den Gegebenheiten und worauf zu achten ist.

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Wir bahnten uns unseren Weg bis hin zum Kratersee, der uns in sattem Grün entgegen schillerte. Hier bekamen wir wieder Gelegenheit für eine kleine Ruhepause.

java, gungung papandayan, kratersee

Auch der Rückweg durch die Hochebene war nicht minder spektakulär. Unter anderem wie hier mit dem Totholz.

java, gungung papandayan, totholz

Mein Fazit

Diese Vulkanbesteigung zähle ich zu meinen absoluten persönlichen Favoriten auf Java! Natürlich spielten die Gruppe und unser toller Führer dabei eine entscheidende Rolle. Aber dieses Gefühl im Krater eines aktiven Vulkans zu wandern, die Hitze zu spüren, das Fauchen und Rauschen zu hören, den Schwefeldampf in der Luft zu riechen und die Landschaft mit ihren unglaublichen Farben und Eindrücken zu erleben – unbeschreiblich!

Da die Warnstufe für den Gunung Papandayan aufgrund verstärkter Aktivität seit 2011 immer wieder einmal von gelb auf orange hochgestuft wird und der Vulkan viele Schwachstellen besitzt, solltet ihr euch vor einem Besuch auf jeden Fall informieren und immer einen versierten Führer dabei haben.

Essen in Yogyakarta

Meine Unterkunft in Yogyakarta befand sich in einer Wohnung, die zu einem kleinen Ladengeschäft und Coffee Shop „AS Coffee“ in der Jalan Prawirotaman gehörte. Das Ganze direkt gegenüber dem beliebten „ViaVia Café“. Von selbigem war ich was das Essen anging, eher mäßig begeistert. Generell musste ich in Indonesien die Erfahrung machen, dass lokale warungs wesentlich deftigere und für mein empfinden „leckerere“ Mahlzeiten zubereiten, als die schickeren Touri-Lokale. Das Eis in der Jl. Prawirotaman bei „Il Tempo del Gelato“ ist jedoch nicht zu verachten, wenn auch etwas teuer.

À propos Nachtisch: falls ihr ein Fan von schwereren Kuchen seid, solltet ihr unbedingt bakpia kosten. Die kleinen Kugeln sind eine Spezialität Yogyakartas und in unglaublich vielen Sorten erhältlich. Ich habe mich bei den Einheimischen durchgefragt und die angeblich besten bakpia in der Jl. Malioboro in einem kleinen Laden im Untergeschoss der Mall (Jl. Malioboro No. 52 – 58) gekauft. Natürlich nicht, ohne mich zuvor durch alle Geschmacksrichtungen probiert zu haben. Meine Favoriten: keju (Käse) und susu (Milch).

Eines muss für Yogyakarta essenstechnisch außerdem noch Erwähnung finden: lotek. Lotek ist die Abwandlung vom regulären gado-gado, dem indonesischen Gemüsesalat mit Erdnusssoße. Über diese Spezialität stolperte ich nach dem Besuch des Taman Sari, also des Wassertempels. Wir wollten uns eben auf den Weg in Richtung Jl. Malioboro machen, als wir an einem Laden vorbei kamen in dem drei Javanesen an einem Tisch saßen, Halma spielten und etwas aßen, das unglaublich lecker aussah.

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Auf mein Nachfragen hin meinte der ältere Herr, dass dieses Gericht lotek hieß und sie es aus einem kleinen Warung um die Ecke hatten. Kaum 10 Minuten später saßen wir vor üppigen Portionen von lotek mit hausgemachter Erdnusssoße und knusprigen Krabbenchips – für umgerechnet nicht einmal 0,80 €!

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Mein Fazit:

Das Essen auf Java war fantastisch! Wenn ihr gerne auf herzhafte und deftige Speisen steht, so wie ich, solltet ihr euch an die kleinen, nicht so schicken, aber sauberen Warungs halten. Ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht und so leckere Gerichte wie ca kangung – lecker gewürzter Wasserspinat, oder nasi rames – Reisgericht mit Tempeh, Huhn und Sambal entdeckt.

Die Magie von Borobudur

Was darf natürlich nicht fehlen, wenn man nach Yogyakarta reist? Der Besuch einer der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasies, dem Borobudur Tempel! Auch für meine Reise war die UNESCO-Welterbestätte ein absolutes Muss. Nehmt euch Zeit mit und erfahrt eine tiefe innere Ruhe, während ihr auf den Jahrhunderte alten Stufen des Stupa den Ausblick genießt.

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Mein Fazit

Den doch eher saftigen Ticketpreis für das Kombiticket Borobudur und Prambanan Tempel habe ich gerne gezahlt. Die unglaubliche Atmosphäre, die die Anlage ausstrahlt und der Anblick der vier Vulkankegel im Morgengrauen vom Stupa des Borobudur aus, sind einfach unbezahlbar.

Da ein Besuch bei Sonnenaufgang mein Reisebudget mit einem Aufpreis von noch einmal etwa 12 € belastet hätte, habe ich mich dagegen entschieden. Wir kamen gegen 6.00 Uhr in der Früh an, was absolut ausreichend gewesen ist. Die Besucherzahl war bei der Größe des imposanten Bauwerkes absolut überschaubar. Erst gegen 7/8 Uhr wurde es mit dem Besuch von Schulklassen entsprechend voller. Allerdings war der anschließende Besuch der Tempelanlage von Prambanan (größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens) doch eher anstrengend in der Mittagshitze und kam meiner Meinung nach dadurch etwas zu kurz.

Weitere Highlights auf Java

Sich auf nur wenige Highlights im Detail zu beschränken ist nicht einfach. Hier kommen aber noch ein paar „Outtakes“ aus Java, die weitere meiner Highlights in Bildern zusammenfassen:

java, begegnungen mit einheimischen, im zug

Die vielen tollen Begegnungen mit Einheimischen, z.B. im Zug nach Yogyakarta…

java, begegnungen mit einheimischen, bei taman sari

… am Wassertempel Taman Sari in Yogyakarta – die Jungs wollten unbedingt fotografiert werden, …

java, begegnungen mit einheimischen, am obststand entlang der straße

… mit dem Obstverkäufer am Straßenrand der mir salak (Schlangenfrucht) zum Probieren gab (macht wirklich süchtig!),…

java, begegnungen mit einheimischen, im fischrestaurant

…oder mit den guten Seelen eines Fischrestaurants bei Pangandaran.

java, pangandaran, puppen

Der Besuch bei einem Puppenspieler, dessen Familie seit Generationen die traditionellen Puppen auch herstellt.

java, prambanan tempel

Ein Teil der hinduistischen Prambanan Tempelanlage…

java, prambanan tempel. detail

… und ein Detail selbiger.

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Street Art in Yogyakarta…

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… bei der sich auch ein Künstler aus Frankfurt verewigt hatte. Damit ja kein Heimweh aufkommt! 🙂

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