Reiseberichte

Kuba – Meine Highlights im Westen

Von Lydia Elsäßer , 23. Mai 2017

Unser Flug ging Ende November 2016 nach Havanna. Genauer gesagt am 26.11.2016, also dem Tag an dem Fidel Castro verstorben ist. Wie würde es während der Staatstrauer auf Kuba sein? Wie fällt die Staatstrauer aus? Wird das Ganze vielmehr feierlich begleitet, oder herrscht doch tiefe Trauer? Wir starteten mit gemischten Gefühlen in unsere zweiwöchige Reise und am Ende waren wir total begeistert auch wenn wir anfangs nicht die Gelegenheit hatten das typische Kuba kennenzulernen. Doch bevor ich von unserer Reise berichte, möchte ich euch erst einmal ein paar allgemeine Tipps zu Kuba geben.

Meine Tipps für die Reise nach Kuba

  • Unterkunft: übernachtet am besten in Privatunterkünften, den casa particulares.
  • Transport: fahrt mit collectivos oder den Viazul Touristenbussen. Die Viazul Busse sind allerdings schnell ausgebucht, daher lohnt es sich diese entweder schon online zu buchen oder direkt vor Ort ein paar Tage vor der gewünschten Abfahrt die Tickets in den Viazul Stationen  zu erwerben.
  • Geld wechseln: wenn ihr Geld umtauschen möchtet, habt immer euren Reisepass griffbereit! Die kubanische Währung ist der kubanische Peso (CUC).
  • Bargeld / Geld abheben: 50 CUC Scheine sind bei den Kubanern nicht sehr beliebt, da viele denken es handele sich um Falschgeld. Uns wurde vorab gesagt, dass so viel Bargeld wie möglich mitnehmen sollten. Daher waren wir doch überrascht wie gut die Geldautomaten funktionierten und wir mit einer gängigen Kreditkarte so gut wie überall an Geld gekommen sind.

Eine Reise durch Kubas Westen – die Highlights

Unterkunftsseitig verbrachten wir die meiste Zeit in den sogenannten casa particulares. Hierbei handelt es sich um Privatunterkünfte, die auf Kuba sehr beliebt sind. So hat man die Gelegenheit den Alltag der Kubaner hautnah mitzuerleben. Für mich war es zudem eine super Möglichkeit meine Spanischkenntnisse aufzufrischen. Eine Nacht inkl. Frühstück kostet ca. 20 CUC pro Person.

Havanna

Die ersten drei Nächte verbrachten wir in Havanna. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, solltet ihr mindestens zwei volle Tage in der Stadt einplanen. Unsere Unterkunft befand sich im Vorort Vedado. Von Vedado aus waren es ca. 5-10 min mit dem Taxi am Malecón entlang ins Zentrum von Havanna.

kuba, havanna, stadtbild

 

Wie heißt es so schön? Eine Fahrt durch Havanna im Oldtimer gehört zu Kuba wie die Minze in den Mojito 🙂

kuba, havanna, oldtimer

Die Privat-Taxen stehen bspw. vor dem Capitolio, dem Wahrzeichen der Stadt. Allerdings wird das einstige Repräsentantenhaus derzeit noch bis voraussichtlich 2018 restauriert. Für eine Stunde City Tour verlangen die meisten Fahrer 40 CUC. Wir haben einen Spezialpreis von 30 CUC vereinbart und starteten in einem lilafarbenen Oldtimer unsere Tour. Vorbei am Plaza de la Revolución und am 4 km langen Friedhof, dem Wald in Havanna bis in den Vorort Miramar, dem schöneren Stadtteil Havannas. Die Kubaner sagen, wenn Geld vorhanden wäre, würde die ganze Stadt in neuem Glanz erstrahlen. Wobei meiner Meinung nach die alten, abrissreifen Gebäude einfach den Charme Havannas ausmachen und das Stadtbild prägen.

kuba, havanna, alte fassade

Aufgrund der Staatstrauer waren einige Sehenswürdigkeiten, wie auch die bekannten Bars, die man von Hemingway kennt oder die Zigarrenfabrik geschlossen. „La Bodeguita del Medio“ konnten wir daher leider nur von außen betrachten.

kuba, havanna, la bodeguita del medio

Was ich euch sehr empfehlen kann, ist die Fähre nach Casablanca zur Christus-Statue zu nehmen. Von dort aus habt ihr einen gigantischen Blick über ganz Havanna.

Mein absolutes Lieblingsrestaurant in Havanna war das „La Guarida“ (418 Concordia). Zwar speist man dort etwas kostspieliger, dafür ist die Atmosphäre umso schöner. Schon allein das Gebäude ist einen Besuch wert. Bekannt ist dieses Restaurant unter anderem aus dem Film „Chocolate y Fresa“.

Viñales

kuba, havanna, collectivo

Der nächste Stopp auf unserer Reise war Viñales. Landschaftlich ein Traum, genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Auch dort blieben wir drei Nächte. In Viñales vermietet eigentlich jeder Hausbesitzer Zimmer. In dem kleinen Ort wimmelte es nur so von Touristen.

Von Viñales aus kann man auch zwei nahe gelegene cayos (Inseln) besuchen. Nach Cayo Jutias kommt man bequem mit dem Bus oder man besucht die wunderschöne Cayo Levisa, die man von Palma Rubia aus mit der Fähre erreicht. Wir entschieden uns für die Cayo Levisa und verbrachten einen wunderschönen Tag am herrlich weißen Sandstrand.

kuba, cayo levisa

Etwas außerhalb von Viñales, ca. 5 Minuten mit dem Taxi, befindet sich die Finca Agroecologica „El Paraiso“. Diese Restaurant-Empfehlung haben wir in unserem Reiseführer gefunden und der Weg dorthin hat sich auch definitiv gelohnt. Auf dem Hof wird das meiste selbst angebaut und das Essen ist natürlich bio 🙂 Man bestellt hier nicht à la carte, sondern es wird einfach serviert. Als die nette Dame anfing uns zu servieren, hatten wir das Gefühl es würde kein Ende nehmen. Letztendlich hatten wir irgendwann 18 Teller auf unserem Tisch. Sehr viel leckeres Gemüse, Fleisch, Salat etc. Für zwei Personen viel zu viel, aber mit 10 CUC pro Person ein durchaus günstiges und sehr reichhaltiges Abendessen. Dort habe ich eine neue leckere Gemüsesorte für mich entdeckt: Yuka, das ist eine Art Kartoffel.

kuba, finca agroecologica el paraiso

In Viñales solltet ihr unbedingt eine Wanderung durch die Tabakfelder unternehmen. Wir waren zu zweit mit unserem Guide Richard für ca. drei Stunden unterwegs. Wir besichtigten eine Farm, auf der Kaffee, Rum und Honig hergestellt werden. Den Rum gibt es nur in der Region zu kaufen und somit haben wir gleich eine Flasche mitgenommen. Um einen atemberaubenden Blick über das Viñales Tal zu haben, lohnt sich eine kurze Fahrt zum Aussichtspunkt „Los Jazmines“. Dort befindet sich auch das gleichnamige Hotel.

kuba, vinales. hotel jazmines

kuba, vinales, ausblick

Um von Viñales aus zu unserem nächsten Stopp Cienfuegos zu gelangen, entschieden wir uns für den Viazul Bus. Dieser fuhr früh morgens um 06:45 Uhr los und kam pünktlich zur Mittagszeit in Cienfuegos an.

Cienfuegos

Unsere Unterkunft befand sich in Punta Gorda, in der Nähe der Marina. Ins Zentrum von Cienfuegos war es ein schöner Spaziergang am Malecón entlang, der ca. 20 Minuten dauerte.

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Es bietet sich an von Cienfuegos aus einen Tagesausflug zum wunderschönen Nationalpark „El Nicho“ zu unternehmen. Dort könnt ihr bei einer geführten Wanderung die vielfältige Natur genießen und an einem Wasserfall einen Stopp für eine kühlende Erfrischung einlegen.

kuba, el nicho

Nach Cienfuegos führte unsere Route in das wunderschöne Kolonialstädtchen Trinidad.

Trinidad

Den Mittag solltet ihr damit verbringen die Stadt zu genießen. Um den Plaza Mayor mit ihren prächtigen Königspalmen, den schmiedeeisernen Bänken und Bronzefiguren herum, befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Vom Turm des Museo Histórico Municipal bietet sich ein toller Panoramablick über Trinidad. Im Museo de la Luncha Contra Bandidos, das sich im Kloster Dan Francisco de Asís befindet, besitzt ebenso einen Aussichtsturm mit tollem Blick und es gibt eine Ausstellung über den Kampf gegen die Konterrevolutionäre.

kuba, trinidad

In der „Taberna La Canchanchara“ (90 Calle Real del Jigüe) haben wir das gleichnamige Getränk probiert: ein Gebräu aus Rum, Zitronensaft und Honig. Geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man ordentlich umrührt und sich der Honig vermischt, ist es sogar ziemlich lecker.

Für ein Abendessen kann ich euch das „Paladar La Coruna“ (Calle Jesús María) oder „Son y Sol“ (283 Calle Desengaño) ans Herz legen. Und auch von Trinidad aus lassen sich tolle Nationalparks wie „El Cubano“ oder „Topes de Collantes“ besuchen. Wir hatten für 60 CUC einen Taxifahrer, der uns den ganzen Tag über herum gefahren und immer auf uns gewartet hat.

Im Nationalpark „El Cubano“ schlendert man einen kleinen gemütlichen Weg entlang bis man zum Salto Javira gelangt: ein kleiner Wasserfall mit smaragdgrünem Badegumpen und einer wunderschönen Tropfsteinhöhle, in die man hinein schwimmen kann und mit etwas Glück auch ein paar Fledermäuse erblickt.

Im Nationalpark „Topes de Collantes“ habt ihr die Auswahl aus verschiedenen Wanderungen. Wir entschieden uns für die Route zum 65 Meter hohen Wasserfall „Salto de Caburní“. Hierbei müssen 400 Meter Höhenunterschied überwunden werden und man braucht für die Wanderung etwa drei Stunden. Der Weg ist teils recht steil und anstrengend, aber gut zu bewältigen.

kuba, topes del collantes

kuba, topes de collantes

An unserem letzen Abend in Trinidad, war die Staatstrauer um Fidel Castro beendet und es wurde wieder Musik gespielt. Ganz so wie man sich Kuba vorstellt. Hinter dem Plaza Mayor in Trinidad befindet sich das „Casa de la Música“. Dort könnt ihr euch auf die Treppen setzen, um dem bunten stimmungsvollen Treiben zuzuschauen und der Musik zu lauschen.

Varadero

Zum Abschluss unserer Reise gönnten wir uns ein All Inclusive Hotel in Varadero und blickten auf unsere vielseitige und aufregende Rundreise durch den Westen Kubas zurück. Wir haben viel erlebt und kehren mit unvergesslichen Erinnerungen zurück. Kuba ist auf jeden Fall eine Reise wert. Auch wenn wir nicht die Gelegenheit hatten das typische Kuba zu erleben wie man es sich vorstellt, also mit Musik und Tanz den ganzen Tag. Dennoch war es eine besondere Erfahrung es zu dieser sehr speziellen Zeit besucht zu haben.

kuba, varadero

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