Reiseberichte

Kuba – Spanisch für Anfänger

Von Gastblogger , 02. Juni 2015

Spanisch für Anfänger – Wichtige Worte für deine Reise nach Kuba

Einen Teil meiner viermonatigen Weltreise im letzten Jahr habe ich auf Kuba verbracht – eine Woche Sprachkurs und eine Woche Gruppen-Rundreise im August von Havanna ins schöne Viñales und nach Maria la Gorda. Natürlich gehören Rum, Zigarren und Sonnenschein zu den Hauptwörtern die in Kuba eine Rolle spielen. Aber auf meiner Reise sind mir noch ein paar mehr wichtige Vokabeln aufgefallen, die jeder Kuba-Reisende kennen sollte.

1. Musik – la música

Lebensfreude, das macht Kuba aus. Ich hatte das Gefühl, egal wie arm die Menschen vor Ort tatsächlich waren, sie haben ihre Fröhlichkeit nicht verloren. Und ein großer Part dieser Lebensfreude zeigt sich neben dem Tanzen in der Musik an sich. Nicht nur, dass immer und überall Musik lief, nein es war auch selbstverständlich beim Essen immer eine kleine Band dabei zu haben, die den Abend mit handgemachten Sounds untermalte. Und ja, nach zwei Wochen Kuba wird man sein Leben lang „Chan Chan“, „Guantanamera“ und „Hasta Siempre, Comandante“ an den ersten gespielten Takten erkennen – ich glaube diese Songs habe ich täglich mindestens zwei Mal zu Ohren bekommen 🙂 Daneben ist Reaggetton ganz groß im Trend – Elektro, RnB und HipHop gemischt mit lateinamerikanischen Sounds. Der Bass wummert schön laut durch alle Straßen und aus den Autos, die Musik ist aber gleichzeitig geeignet um ganz südamerikanisch die Hüften dazu zu schwingen – ob nun mit Salsa oder Rumba-Schritten. Auch wichtig um noch ein weiteres Stück von Kubas Musikgeschichte mitzunehmen: In Havanna die „Buena Vista Social Club“ – Revival –Show anschauen! Starke Stimmen und starke Stimmung – ein Abend den man so schnell auch nicht vergessen wird. Mein persönlicher Kuba-Soundtrack ist aber weniger traditionell: „Bailando“ von Enrique Iglesias in der spanischen Version (siehe dazu meine Erlebnisse im Collectiva ;)) . Musik gehört zu Kuba einfach wie die Zigarren und der Rum!

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2. Sammeltaxi – collectiva

Ach was bin ich Oldtimer gefahren!! Täglich ein Buik! 🙂 Unser Sprachunterricht ging jeden Tag bis zum Mittagessen und nachdem ich meinen Hausaufgaben ein bisschen Zeit in der Hitze Havannas gewidmet hatte, wollte ich immer noch etwas von der Hauptstadt dieser Insel sehen. Also heftete ich mich an die Fersen meiner Mitschülerin. Die hatte nachmittags Tanzunterricht „downtown“ gebucht und fuhr dort mit einem Collectiva hin. Diese Sammeltaxen sind eigentlich nicht für Touristen gedacht. Aber das sind so faszinierende und authentische Gefährte für einen Kuba-Urlaub. Achtung, denn man sollte für Fahrten mit dem Collectiva ein paar Dinge wissen:

  • Man muss ein Collectiva heranwinken. Dazu stellt man sich an den Rand einer größeren Straße und winkt mit der Hand in die Richtung in die fahren man möchte. Das ist ein bisschen tricky, am besten fragt man dann doch noch den Fahrer ob er tatsächlich dahin fährt wo man landen möchte.
  • Collectivas sind echte Old-Oldtimer 🙂 Man sollte vorsichtig mit ihnen umgehen. Oftmals durfte ich die Tür nicht allein schließen – sie könnte sonst eventuell herausfallen.
  • Den Preis einer Fahrt bespricht man bevor man einsteigt und dazu sollte man immer Kleingeld dabei haben. Aufgrund der Währungsunterschiede können die Fahrer auf CUC-Scheine meistens nichts rausgeben.
  • Ja, man darf ernsthafte Bedenken haben nicht heil anzukommen. Stellt euch darauf ein, euer Collectiva eventuell ein Stückchen selber schieben zu müssen. 🙂 Aber auch dann findet sich immer ein anderes, fahrendes Gefährt, dass einen stattdessen mitnimmt.
  • Jede Collectiva-Fahrt ist anders – meistens dröhnt laute Reggaeton-Musik aus den Boxen oder einer der Mitfahrer stellt seine Musik auf dem Handy auf laut – habe diverse Enrique Iglesias Songs auf Fahrten im Sammeltaxi gehört… Man kommt immer ins Gespräch mit Einheimischen, das ist auch super um sein Spanisch zu üben! Seid aber auch darauf gefasst, dass Mitfahrer ihre Schuhe tauschen wollen oder nach Ohrringen fragen. Als Mädchen sollte man natürlich immer ein bisschen aufpassen wer da mit in einem Sammeltaxi sitzt. Am besten Collectivas nicht alleine nutzen.
  • Beim Nachhauseweg muss man dem Fahrer immer genau sagen wann man wo aussteigen möchte. Es ist also gut schon vorher ein wenig Orientierung zu haben und so weit reichende Spanisch-Kenntnisse um genau dies mitteilen zu können.
  • Fahrten mit dem Collectiva sind einfach einzigartig! Man kann das bunte Treiben auf Havannas Straßen beobachten, während man zu dritt auf der für zwei ausgelegten, abgenudelten Vorderbank mit dem eingerissenen Bezugsstoff sitzt und sich bei lauter, fröhlicher Musik, untermalt von stetigen Gehupe, ausmalen kann, welche Geschichten dieses Auto wohl erzählen könnte.Kuba_Oldtimer_550px

3. Brot – el pan

In den Straßen von Havannas Stadtteil La Vibora ist es nie still. Nicht nur, dass man immer überall laute Musik oder schallende Gespräche quer über die Balkone hört, knarrende alte Autos oder den lauten Fernseher der Wohnung über einem. Nein, man hört auch manchmal spezielle Gesänge. Ich wusste diese am Anfang nicht genau einzuordnen. Wenn man sich aber mal einen Abend Zeit nimmt den Sonnenuntergang im Schaukelstuhl auf dem Balkon zu verbringen, kann man beobachten was dahinter steckt – wandernde Händler. Diese Männer ziehen meistens einen Wagen hinter sich her und preisen ihre Waren mit lauten Gesängen an. Sie ziehen also durch die Straßen und singen laut und melodisch Hymnen auf Brot, Bananen oder Avocados – damit auch jeder Kubaner aus seinem Schaukelstuhl vom Fernseher aus mitbekommt, dass man unten auf der Straße etwas kaufen kann.

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Mein Reisetipp für solche Momente: diese klangvolle Erinnerung in einer Sprachnotiz auf dem Handy festhalten.

4. Tanzen – bailar

Am Dienstagabend meiner ersten Woche begleitete ich zwei Schweizer Mädels zum Salsa-tanzen. Ich bin bis heute ganz geplättet, was die Kubaner auf der Tanzfläche anstellen ohne gar schleimig oder altmodisch zu wirken. Ich hätte mich selbst jedoch ziemlich unwohl gefühlt, die Tanzfläche zu stürmen, da ich es eben nicht gelernt habe Salsa zu tanzen. Deswegen wies ich die Anfragen der Herren an meinem Tisch (ganz alte Schule) mit einem freundlichen yo no bailo salsa und einem netten Lächeln ab. Und mit Herren meine ich übrigens nicht die Art alten Herren die man sich so vorstellt, nein, Havanna ist tatsächlich sehr jung! Keiner der Auffordernden war über 40. Tanzen ist in Kuba ein Teil des Lebens – jeder lernt früh zu tanzen und macht das auch am liebsten jeden Abend! Während meiner zweiten Woche verlor ich die Scheu vor dem Profi-Salsa. Es ist völlig egal, wie dusselig man sich anstellt – die Menschen dort wird man ja nie wieder sehen! 🙂 Genau mit dieser Einstellung brachte uns in der zweiten Woche unser Guide Sandra bereits am ersten Abend die Basic-Salsa-Schritte bei und schon schwebten 11 Europäer in kubanischen Armen über die Tanzflächen des Landes. Ein klasse Eisbrecher! Und die Kubaner sind auch einfach an Touristen gewöhnt, also auch an die, die zu Hause keinen Tanzkurs belegt haben. Aber wenn sie sich mal nicht mit tanzenden Besuchern beschäftigten, war es eine absolute Augenweide die (teilweise im Kreis) tanzenden Kubaner zu beobachten!

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Hier wieder mein persönlicher Reisetipp: Macht ALLES auf JEDER Reise mit!

5. Piña Colada

Auf Kuba trinkt man einfach die besten Cocktails. Punkt. Und wenn man das nicht ausnutzt, verpasst man etwas. Punkt. Das geht ja auch alkoholfrei!

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6. Domino – el dominó

Vor Ort habe ich eine kubanische Geburtstagsfeier erleben dürfen. Ach wie gastfreundlich die Kubaner sind! Diese kleine Wohnung war vollgestopft mit Menschen; es gab eine bunte, sehr leckere Torte und (wie immer) weiteres Essen ohne Ende! 🙂 Nach einiger Zeit machte sich eine Runde auf die Nacht mit Domino durchzuspielen und der Rest der Gäste tanzte vor dem Haus im lauen Wind. Wind ist gut. Es war soooo heiß!! Das störte aber die Domino-Runde auf der Terrasse nicht im Geringsten. Ein Domino-Spiel gehört in jeden kubanischen Haushalt und abends kann man auf den Balkonen das laute Geräusch des „Steine-Mischens“ in jedem Haushalt hören. Dann wird gespielt, in großer Gruppe, reium, Runde für Runde. Wäre Domino eine olympische Disziplin, die Kubaner wären ganz weit vorne!

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7. Kokosnuss – el coco

Auf Kuba habe ich eine Lektion fürs Leben gelernt: wenn man sich unter eine Palme setzen möchte, schaut man vorher besser einmal hoch ob an dieser Palme noch Kokosnüsse hängen. Diese wachsen nämlich unter anderem auf Kuba und können bei einem halbwegs gezielten Auftreffen lebensgefährlich sein!

So, oder so ähnlich hatte die verrückte Kubanerin auf Spanisch versucht es mir zu erklären, die mich aufgeregt mit meinem Buch schnell von einer Palme verscheuchte, als ich mich dort gerade im Schatten niederlassen wollte. Dieses Wissen möchte ich an dieser Stelle gern weiter geben 🙂

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8. Gastfamilie – Casa Particulares

Auf Kuba ist es häufig üblich in Casa Particulares zu wohnen. Das sind fertig eingerichtete Zimmer, mit eigenem Bad, die aber an ein Familienhaus angeschlossen sind oder sich in der Wohnung einer Familie befinden. Ja, ich denke man kann sogar Gastfamilie dazu sagen. Meine Gastfamilie in Havana bestand einzig und allein aus Juanita. Juanita war eine entzückende ältere Dame die leider kein einziges Wort Englisch sprach. Dank meines Zeigewörterbuchs verstanden wir uns aber trotzdem ganz gut 🙂 Juanita liebte es zu telefonieren und in ihrem Schaukelstuhl fern zu sehen.

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In unserem Casa in Viñales bekamen wir auch jeden Morgen ein riesiges Frühstück und wir konnten unsere Wäsche waschen lassen. Casa Particulares sind nicht nur eine tolle Möglichkeit die kubanische Kultur hautnah zu erleben, sie sind auch für die Kubaner selbst ein wichtiger und anerkannter Nebenverdienst.

9. Schaukelstuhl – la mecedora

Kubaner lieben Schaukelstühle! Und ich verstehe warum. So ein Schaukelstuhl ist gemütlich, durch die Bewegung bekommt man ein bisschen Luft ab und man kann herrlich alles um sich herum beobachten, weil so ein Schaukelstuhl auch schnell mal aus dem Wohnzimmer auf die Terrasse gestellt werden kann. Ich glaube, wenn ein Kubaner nicht gerade tanzt, sitzt er im Schaukelstuhl 🙂 In Havanna habe ich abends oft einen Schaukelstuhl von Juanita in Beschlag genommen und dabei entspannt gelesen, so lange es hell war – es la buena vida!

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10. Taschenrechner – la calculadora

Kuba hat zwei Währungen. Kein einfaches System für jemanden wie mich, der das Kopfrechnen-Gen fehlt. Wichtig zu merken: CUP ist die Kubaner-Währung, CUC die Touristenwährung. Ein CUC wird gehandelt mit einem Dollar.

Egal wie kompliziert das alles klingt, ich habe aber eines auch ohne Rechnen gelernt: Wenn du in CUP bezahlen kannst, dann gelten auch die Preise für dich. Wenn man sich also in Havanna unters Volk mischt und ohne Reisegruppe unterwegs ist – sammle so viel CUP (einheimische Währung) wie möglich! Und die Preise unterscheiden sich erheblich, da die moneda nacional für subventionierte Produkte gilt. Für Menschen mit einem Wirtschafts-Herz ist das doppelt interessant – Planwirtschaft hautnah! Ich fand meinen Taschenrechner im Handy zumindest die ersten Tage immer hilfreich um im Währungswirrwarr nicht unter zu gehen 🙂 Vor allem, weil man als Europäer in Havanna ziemlich offensichtlich ein so genannter rolling dollar ist – damit ist die Gefahr sehr groß auf einen Touristentrick reinzufallen oder einfach unverhältnismäßige Preise zu zahlen.

Kuba, Oldtimer

Na? Auch Lust bekommen beim Salsa die Hüften zu schwingen und sich im Collectiva durch Havanna kutschieren zu lassen? Spannende Erlebnisreisen auf Kuba gibt es hier DE | AT | CH zu entdecken. Die passenden Flüge nach Havanna  findest du hier DE | AT | CH.

2 Antworten zu “Kuba – Spanisch für Anfänger”

  1. Chrissi sagt:

    Hallo 🙂
    Danke für deinen Bericht über deine Zeit auf Kuba! Klingt echt toll, was du alles darüber erzählst 🙂
    Werde im September auch einen Sprachkurs dort machen und bin jetzt nur noch am überlegen, welche Unterkunft es sein wird!
    Da du so lieb über deine Gastmami erzählst, wollt ich dich fragen, ob du da vorab schon reserviert hast, und wenn ja, magst du mir von der Frau die Adresse schicken? 🙂 würd mich voll freuen!

    Viele liebe Grüße
    Chrissi

  2. Thiagos3 sagt:

    Hola Chrissi, erst einmal danke für deinen toll geschriebenen Reisebericht! Die Kuba Rundreise war sicher einer der Highlights auf deiner Weltreise. Vielleichte eine dumme Frage, aber hast du deine Rundreise durch Kuba auch mit Baden kombiniert? Die Sandstrände sind doch weltweit bekannt!
    Jedenfalls hast du das kubanische Leben mit deinen Vokabeln gut zusammengefasst.

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