Asien

Meeresschutz und Surfen in Indonesien

Von Die STA Travel Reiseexperten , 26. November 2018

Indonesien ist viel mehr als Bali. Und hat neben wünderschönen Sandstränden, Tempeln und Nasi Goreng so viel mehr zu bieten. Doch ist Indonesien auch, nach China, der zweitgrößte Verantwortliche für die Plastikmüllverschmutzung in den Ozeanen. Ich durfte das auf meiner 8-tägigen Tour wortwörtlich hautnah erfahren.

Umweltschutz und Surfen in Indonesien

Bintang und Pizza in Canggu

Begonnen hat die Reise ganz klassisch in Canggu auf Bali! Wer sich Sorgen wegen des Kulturschocks macht, ist hier genau richtig, denn der Ort ist so westernisiert, dass man sich ein bisschen so vorkommt wie an der Algarve, nur mit etwa 82% Luftfeuchtigkeit und ohne den Atlantikwind! Die Cafes und Restaurants laden nur so dazu ein ein paar Schnappschüsse für Instagram anzusammeln und alle Shops verkaufen die neuesten Trends. Doch Achtung: wer hier asiatische Preise erwartet so wie ich, der wird enttäuscht.

Surfer und diejenigen, die es noch werden wollen, haben hier eine sehr große Auswahl an Surfschulen und Surfspots! Leider haben wir es nicht mehr geschafft, am berühmten Sunsetsurf teilzunehmen, aber dafür kamen wir in den Genuss von Luigi’s Hot Pizzas Happy Hour und dem ersten Bintang, dem lokalen Bier, des Trips!

Canggu Beach

Surfen, Spinnen, Sonnenuntergänge auf Red Island

Am nächsten Tag ging’s nach dem Frühstück auch schon weiter Richtung Red Island auf Java. Der 6-stündige Trip über Straßen mit metertiefen Schlaglöchern und Nahtoderfahrungen durch scheinbar unmögliche Überholmanöver lohnt sich letztendlich aber total! Ein Geheimtipp ist die Destination ja mittlerweile nicht mehr, aber sie ist noch unbekannt genug, um sich wie im „echten“ Indonesien zu fühlen. Die Mojo Surf Anlage liegt mitten im Dschungel und doch nur ein paar Schritte zum Strand entfernt. Die Outdoor-Badezimmer laden dadurch zwar so manches 6, 8 und Mehrbeiniges Geschöpf ein, mal beim Zähneputzen aus dem Abfluss zu winken, aber es gibt genug Platz, um dann schreiend in die gegenüberliegende Ecke zu fliehen!

Nach einem Briefing im Pool kam es dann zu unserer ersten Surfstunde: ein Sunsetsurf, ein Surf zum Sonnenuntergang, wie aus dem Katalog bestellt. Der Stand war so gut wie menschenleer, die Wellen super für Anfänger und hinter den aus dem Meer ragenden Felsen ging die Sonne unter! Es dauerte nur ein paar wenige Stürze ins Wasser mit dem Kopf nach vorne, bis ich dann auch im Stehen vom Board fallen konnte, was für mich ein voller Erfolg war! Beendet haben wir den Tag dann mit ein paar Bintangs und einem Lagerfeuer am Strand.

Traditioneller Tanz und Selfies in Banyuwangi

Nach der Erholung auf Red Island, begann der gemeinnützige Teil unseres Trips. Wir besuchten eine Schule in Banyuwangi, welches in der Region liegt, in der sich auch Red Island befindet. Hier wurden von Mojosurf und Orca365 ein Projekt in’s Leben gerufen, dass den Schülern ein besseres Bewusstsein für den Umweltschutz und Wegwerfplastik geben soll. Wir wurden mit traditioneller Musik und einem Tanz begrüßt und bekamen von einer Schülerin eine Tour. Das Programm dient auch dazu, das Englisch der Kinder zu verbessern, indem diese mit Muttersprachlern* kommunizieren und die Scheu vor der Aussprache überwinden. *Die Tour bestand zum Großteil aus Reisenden mit Englischer Muttersprache.

Nach Gesangseinlagen, Kochvorführungen und Unmengen an Selfies, wurden wir wieder in die Jeeps gesetzt und machten uns auf den Weg durch Dschungel, Fluss und über die Berge zum Sukamade Turtle Sanctuary. Wer an Reisekrankheit leidet, sollte definitiv vor der Abfahrt eine Tablette dagegen nehmen. „Über Stock und Stein in einem kaputten Lowrider“ beschreibt das Gefühl der Fahrt ganz gut.

Frisch geschlüpfte Schildkröten in Sukamade

Das Sukamade Turtle Sanctuary ist eine Brutstation, die von der Regierung im Rahmen des Tourismusprogramms der Region finanziert wird. Allerdings gilt dies nur, so lange Besucher hierher kommen. Die Ranger arbeiten Tag und Nacht um das Überleben der verschiedenen Meeresschildkröten Arten zu sichern.

Wir haben den Abend am Strand verbracht während die Ranger nach an Land kommenden Schildkröten suchten. Zwar dauerte es einige Stunden, bis auch wirklich eine entdeckt wurde, aber es gibt bestimmt schlimmere Orte, auf ein Erlebnis wie dieses zu warten. Denn wir saßen unter klarem Sternenhimmel mit dem Meeresrauschen im Hintergrund. Nur die Sandfliegenbisse jucken mich jetzt noch.

Die Ranger sammeln die gelegten Eier der Schildkröten ein und bringen diese in die Brutstation, in der sie 2 Monate bleiben, bis alle Schildkrötenbabies geschlüpft sind. Innerhalb von maximal 48 Stunden nach dem Schlüpfen, werden sie in’s Meer entlassen. Genau das durften wir am darauf folgenden Morgen dann auch miterleben und sogar ein paar der Babys selbst in die Freiheit schicken.

Müll oder Manta? Auf Nusa Lembongan

Am Montagmorgen lag noch ein 8 Stunden Tag im Auto vor uns, bevor wir es zu unserem letzten Ziel, der Insel Nusa Lembongan, schafften. Hier waren Tabletten gegen die Reisekrankheit wieder ein ganz wichtiger Bestandteil der Reiseapotheke. Eine Stunde auf dem Speedboat kann sich in der Regenzeit schon mal anfühlen wie die unsicherste und längste Achterbahn.

Durch die nahe Lage zu Bali, wird in der Regenzeit der ganze Müll, der im Meer landet, nach Nusa Lembongan geschwemmt. Zusätzlich dazu muss der Inseleigene Müll erst mit dem Schiff abtransportiert werden, um diese zu verlassen. Während unseres Ausflugs zur Crystal Bay, wo wir Mantas beobachten wollten, schnorchelten wir durch einen „Teppich“ aus Müll und das nimmt einem ganz schnell den Spaß an der Sache.

Mojosurf hat bereits viele Projekte wie Beach Clean-Ups mit Reisenden und Einheimischen, veranstaltet. Derzeit arbeiten sie daran, einen Recyclingplan zu entwickeln, um die Insel und die Gewässer darum vom Wegwerfplastik zu entlasten. Der Gedanke ist, eine Recyclingstation mit System zu errichten und eine sinnvolle Weiterverwertung für das ganze bestehende Plastik zu finden, wie beispielsweise der Herstellung von Ecobricks, die zum Bauen von Häusern verwendet werden können!

Auch wir haben einen Beach Clean-Up mitgemacht und durften danach an der traditionellen Segnung einer neu eröffneten Villa teilnehmen. Dort bin ich zwar mit einem Müllsack bekleidet aufgetaucht, aber wurde deswegen keineswegs weniger freundlich empfangen! Das repräsentierte genau die indonesische Gastfreundlichkeit, die wir während des gesamten Trips erleben durften.

Letzter Stop in Ubud

Beendet haben wir unsere Reise mit einem Besuch im Monkey Forest in Ubud und einem Abschiedsessen in Canggu. Der Eintritt zum Monkey Forrest kostet umgerechnet etwa 3 Euro und wir haben um die 30 Minuten dort verbracht. Abgesehen von den süßen, sehr neugierigen Äffchen, fand ich die Erfahrung nicht wahnsinnig berauschend. Vielleicht lag es aber auch daran, dass so viele Besucher unterwegs waren und man ein bisschen das Gefühl hatte im Zoo zu sein, auch wenn die Affen sich frei bewegen. Ubud an sich ist aber eine nette Stadt, mit schönen Cafes und Shops. Und wenn man schon mal dort ist…. 😉

Tipps für die Packliste bei einer Reise nach Indonesien:

  • Mückenspray – immer und überall! Auf Bali selbst gibt es jedoch genügend Möglichkeiten, sich mit lokalen und ökologischen Mückensprays einzudecken, die weniger umweltschädlich sind.
  • Einen dünnen Hüttenschlafsack dabei haben
  • Sonnencreme aus dem Heimatland mitnehmen
  • Eine leichte Regenjacke einpacken
  • Schulter- und Kniebedeckende Kleidung für Tempelbesuche und weniger touristische Orte
  • Wer einen sehr sensiblen Magen hat: ein Schluck Hochprotzentiges nach jedem Essen zum desinfizieren soll helfen
  • Tabletten gegen Reisekrankheit dabei haben und rechtzeitig einnehmen

Das würde ich beim nächsten Mal lieber sein lassen:

  • Die Kreditkarte im Bankomaten stecken lassen! Achtung: Erst kommt das Geld raus, dann die Karte!
  • Unbedeckte Beine nachts im Sand, denn Sandfliegen Bisse haben’s in sich!
  • Den Rucksack, in dem sich der Pass befindet, in Red Island vergessen und nach Nusa Lembongan weiterreisen.
  • Die Währung auf dem Bankomaten falsch lesen und unabsichtlich 3 Millionen Rupiah abheben, die man dann in einer Woche mit Vollpension, nicht schnell genug ausgeben kann!
  • Zu viele Tabletten gegen Reisekrankheit nehmen, auf dem Boot und im Auto nicht schlafen und dann sediert durch den Monkey Forest wandern.

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