Reiseberichte

Mein Work and Travel in Australien

Von Die STA Travel Reiseexperten , 17. März 2015

Schon lange Zeit war es mein großer Traum, ein Jahr am anderen Ende der Welt, fernab vom frostigen Winter, deutscher Bürokratie und öder Alltagastristesse, zu verbringen. Zwölf Monate Sommer, Freiheit, Reisen und als Nebeneffekt den Lebenslauf aufpimpen, Englisch lernen und Lebenserfahrung gewinnen – das waren nur einige meiner Beweggründe für meinen Work and Travel Aufenthalt in Australien. Ab dem 18. und bis zum vollendeten 30. Lebensjahr kann jeder deutsche Staatsbürger das Working Holiday Visum bequem online beantragen und hat damit die Möglichkeit 1 Jahr Down Under zu verbringen und dort gleichzeitig Geld zu verdienen.

Nach einer langen Zeit der Planung (wo fängt man seine Reise an, bucht man Hin- und Rückflug zusammen, Auto oder Greyhound-Bus, Auslandskrankenversicherung, usw.) und einer schier endlosen Zeit an Vorfreude und Aufregung, brachte Etihad Airways meinen Freund und mich auf den roten Kontinent, genauer gesagt nach Brisbane im Sunshine State Queensland.

workandtravel_AU_kangaroos

Die ersten Tage verbrachten wir mit einem Mix aus Organisation (Kontoeröffnung, Steuernummer besorgen, Sim Karte kaufen) und Eintauchen ins australische Lebensgefühl. Und sofort machte sich eine Ernüchterung breit: die Aussis sind alle super nett, leider jedoch kaum zu verstehen. Und warum um alles in der Welt verwenden sie dazu noch ihre eigenen Vokabeln??? Die zweite Ernüchterung dann beim Einkaufen im Supermarkt: viele tolle Produkte, die meisten dazu „Made in Australia“ und organic, dafür aber doppelt so teuer wie in Deutschland. Und die dritte Ernüchterung dann bei der Jobsuche: Jobs gab es zwar viele, aber noch mehr gab es Konkurrenten (vor allem Muttersprachler aus UK oder Irland). Mein erster Job ließ dennoch nicht lange auf sich warten, ich verteilte Flyer für ein Familienunternehmen und konnte somit zumindest meine Ausgaben decken. Ansparen konnte ich auf diese Weise aber nichts. Und irgendwie zog es uns ans Meer.

Nach einer kurzen aber intensiven Suche fanden und kauften wir Luke, unseren treuen 4-rädrigen Begleiter für die kommenden 12 Monate und ab ging es an die schöne Sunshine Coast, ein Abbild dessen, wie man sich Australien vorstellt: endlose Strände, große Wellen, Surfer, kleine Einfamilienhäuser und viel Natur. Und durch Zufall ergatterten wir unseren ersten richtigen Job: auf einer Erdbeerplantage! Vornweg sei gesagt, dass Erdbeerpflücken eine wahnsinnig anstrengende Tätigkeit ist. Diese Feststellung ereilte uns bereits am ersten Tag und verfestigte sich die kommenden Tage umso mehr. 5-6 Stunden gebückt laufen und im Akkord pflücken. Aber was einen nicht umbringt, macht einen stark! So kam es, dass wir zum Saisonhöhepunkt jeder 300kg Erdbeeren am Tag gepflückt haben. Die freien Tage an der Sunshine Coast entschädigten für die Strapazen. Wer wollte nicht schon immer einmal nach Feierabend zum Surfen und Sonnenbaden ans Meer? Zudem war das Gehalt nicht schlecht. Wir absolvierten 90 Tage Farmarbeit am Stück und hatten damit auch die Option für ein zweites Working Holiday Visum in der Tasche!

workandtravel_AU_beachlife

Nach drei Monaten konnten wir dann aber keine Erdbeeren mehr sehen und besannen uns auf unsere Freiheit, kündigten, stiegen in unseren Luke – und ab ging es die Küste hinauf: Whitsundays, Townsville, Magnetic Island, Cairns und Cape Tribulation, um nur einige Stationen zu nennen.

workandtravel_AU_transport

Weiter dann direkt durchs Outback ins rote Zentrum nach Alice Springs und zum Uluru. Bis wir eines Tages in Südaustralien im grünen Barossa Valley ankamen. Die Firma meines Freundes hatte hier eine Art Zweigstelle. Wir schauten vorbei, sagten „Hallo“ und kurz darauf hatte er direkt wieder einen Job. Mich zog es für eine kurze Zeit auf eine Orangen- und Avocadofarm. Die Arbeit war wesentlich einfacher als auf der Erdbeerfarm, dafür auch leider schlechter organisiert und bezahlt.

workandtravel_AU_franzi_traktor

workandtravel_AU_pfluecken_franzi

Ich besuchte Freunde in Melbourne, flog schließlich nach Perth um gemeinsam mit anderen Freunden die Schönheiten Südwest-Australiens zu bereisen. Kurz vor Weihnachten erreichten wir wieder das Barossa Valley, wo wie zu viert feierten, um dann gemeinsam nach Sydney zum Silvesterabend aufzubrechen.

Den Campground hatten wir bereits im Mai vorab reserviert. Bei 30°C, blauem Himmel und Sonnenschein picknickten wir den ganzen Tag mit Blick auf die Harbour Bridge um dann um Mitternacht ein unvergessliches Feuerwerk zu erleben. Wenige Tage später ging es zurück nach Südaustralien. Mein Freund und ich hatten uns eine WG in Adelaide organisiert, er arbeitete ja schließlich noch für seine Firma. Ich hingegen hielt mich mit einigen Gelegenheitsjobs über Wasser, so verkaufte ich mal Radios beim Cricket Spiel, Souvenirs am Kreuzfahrtterminal, war Mädchen für alles in einem Motel oder betrieb Fundraising für eine Tierschutzorganisation. Ich konnte mich dadurch in vielen sehr unterschiedlichen Bereichen ausprobieren. Während dieser Zeit in Adelaide unternahmen wir auch weiterhin viele Trips und Ausflüge, gleichzeitig kehrte eine Art Alltag ein: mit Freunden grillen, gemeinsam tanzen , zum Strand fahren… und damit rückte auch der Tag unseres Rückfluges plötzlich ganz nah! Fast auf den Tag genau hieß es nach 12 Monaten: Goodbye Australia, Hello Germany! Mit gemischten Gefühlen saßen wir im Flieger. Gleichzeitige Vorfreude auf Familie und Freunde vermischte sich mit Unsicherheit und Traurigkeit sowie mit Tatendrang und Planlosigkeit…

workandtravel_AU_sunset

Ein kleines Resümee

Nun bin ich schon seit einiger Zeit wieder zurück in Deutschland und möchte hiermit noch ein kleines Resümee meines Work and Travel Aufenthaltes in Down Under ziehen. Als erstes möchte ich sagen, dass es die bisher beste Entscheidung meines Lebens war! Ich habe wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt, hatte die Chance in unterschiedlichste Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern und mich auszuprobieren und habe dabei so viele Facetten dieses wunderbaren Kontinents gesehen und erlebt. Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung eine längere Zeit in einem anderen Land zu verbringen und die Möglichkeit zu haben, dort richtig einzutauchen.

Dass die Jobs aber in Australien auch nicht wie Sand am Meer vorhanden sind, die Konkurrenz zudem sehr groß ist und man doch einige Zeit braucht, „anzukommen“ sollte man aber beherzigen. Es sind unheimlich viele Reisende im Land, die einen Job suchen. Die Konkurrenz ist sehr groß, zumal Briten und Irländer einen Sprachvorteil haben. Zudem sind die Lebensunterhaltungskosten in Australien um einiges höher als in Deutschland.

Wenn man „fernab“ der gängigen Routen und mit viel Eigeninitiative reist, steigert das die Jobchancen ungemein, ebenso wenn man bereits eine Berufsausbildung und Arbeitserfahrung hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man hartnäckig und immer am Ball bleiben sollte, dann klappt es auch mit dem Job. Eine Job Agentur ist ebenfalls sehr hilfreich.

Man sollte aber immer auch im Hinterkopf behalten, dass der eigentliche Zweck des Working Holiday Visums (DE) das Reisen ist. Lieber also etwas länger in Deutschland sparen, um dann in Australien noch intensiver zu reisen.

2 Antworten zu “Mein Work and Travel in Australien”

  1. Lea sagt:

    Hey, dein Trip klingt super cool und da ich selbst grad am planen bin wollte ich wissen wo genau du auf der Erdbeerplantage gearbeitet hast? Viele Grüße

  2. Hallo Lea,
    vielen Dank für Deine Nachricht!
    Ich habe leider keinen Kontakt der Autorin für Dich, aber Farmjobs gibt es in Australien sehr viele. Da findet sich sicher etwas!
    Viele Grüße und eine tolle Reise,
    Yvonne | STA Travel Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.