Reiseberichte

Mit dem Overland Truck durch Kolumbien

Von Die STA Travel Reiseexperten , 06. Februar 2020

Holà y buenos dias! Ich bin Kathi, Travel Expert aus Wien, und ich durfte mit dem Overland Truck, der den Namen Elle2 hatte, in das Land heißer Salsa-Rhythmen und des Kaffees reisen: Kolumbien! Acht Tage lang bereiste ich mit weiteren STA Travel Reiseexperten aus der ganzen Welt und Dragoman die zentralen Regionen Kolumbiens und war beeindruckt von der Naturvielfalt und der Leidenschaft der Menschen. In diesem Beitrag erzähle ich euch von unserer Reise im Overland Truck.

Überland-Abenteuer in Kolumbien

Der Overland Truck

Der Overland Truck war eines der Highlights der Reise! Der Truck ist das Aushängeschild von Dragoman und ich war beeindruckt, als ich ihn gesehen habe. Die Guides fahren den Truck und sind auch für die Organisation der Touren vor Ort verantwortlich, jedoch werden die Tagestrips selbst werden von Local Guides durchgeführt. Der Truck selbst war perfekt für unser Abenteuer ausgestattet. Außen am Truck kann man ein Türchen öffnen, wo sich ein Wasserhahn befindet für frisches Wasser. Jeder Truck hat zudem eine Camping Ausstattung, wie Campingstühle, Tische, Zelte, Mosquito-Netze und Camping-Lichter. So hat man praktisch seine Unterkunft und das Fahrzeug immer mit dabei!

Für die langen Fahrtzeiten gibt es im Truck einen kleinen Bücherschrank, in dem die Mitreisenden ihre alten Bücher gegen neue austauschen können, oder sie auch nur für kurze Zeit ausleihen können um die Reisedauer zu überbrücken. Die Sitzaufteilung kann man sich wie in einem Bus vorstellen. Es gibt ca. 28 Sitze. Im hinteren Bereich des Trucks gibt es zwei Tische mit jeweils vier Sitzplätzen. Dort saß ich die meiste Zeit und habe Karten gespielt, wenn wir eine längere Fahrt hatten. Da Kolumbien ein sehr großes Land ist und es keine ausgebauten Schnellstraßen gibt, waren die Fahrten meistens sehr lang. Mich hat das aber überhaupt nicht gestört, da der Bus sehr komfortabel war und ich sehr viel Spaß mit den anderen Mitreisenden gehabt habe.

Erster Stop: Bogotá – die Hauptstadt in den Anden

Nach einem langen Flug mit zwei Umstiegen kam ich endlich in Bogotá an und lernte schon am Flughafen zwei Mitreisende aus Deutschland kennen. Schon nach kurzen Gesprächen war mir klar, dass dies ein super Trip werden würde! Kurz darauf wurden wir abgeholt und ins Selina Hostel gebracht. Dieses befindet sich im historischen Viertel von Bogotá. Schon beim Betreten des Hostels hörte ich die Klänge von Systema Solar, einer berühmten kolumbianischen Band, die ich auch zu Hause oft höre. Obwohl ich sehr erschöpft vom Flug war, hat mich die Musik wieder aufgeweckt und ich bekam auch schon gleich Lust Salsa zu tanzen. Am nächsten Morgen kostete ich zum ersten Mal den Geschmack von kolumbianischen Kaffee. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir in die sechs Stunden entfernte Stadt Honda. Wir checkten in das Hotel Posada Las Trampas mit Pool und großen Zimmern ein. Ich bin ein großer Fußballfan, deshalb war ich happy, dass wir am Abend sogar noch die Chance hatten, ein Spiel von der Copa Americana zu schauen. Zufällig spielte Kolumbien und gewann sogar!

Das Naturreservat El Triunfo Reserve

Einer meiner persönlichen Höhepunkte der Reise gab es an Tag drei. Nach dem Frühstück fuhren wir in das Naturreservat El Triunfo. Dieses trockene Gebiet ist die Heimat von sehr vielen verschiedenen Vogelarten. Wir bekamen auch die Möglichkeit dort zu reiten. Zu Beginn hatte ich ein bisschen Angst, da ich seit Kindertagen nicht mehr geritten bin. Aber sobald ich im Sattel saß, hatte ich mich in mein Pferd „Junior“ verliebt. Es war ein großartiges Gefühl durch das Reservat zu galoppieren. Nach dem Mittagessen fuhren in das nächste Reservat: nach Rio Claro.

Als wir am Rio Claro ankamen, war es bereits dunkel. Wir waren alle etwas aufgeregt, da wir im Dschungel in „open-sided cabañas“ schlafen würden. Darunter konnte ich mir nicht wirklich etwas vorstellen. Ich dachte, es seien einfach nur Betten unter einem Dach im Dschungel und alle möglichen Tiere könnten in der Nacht einfach zu uns ins Bett kriechen. Deshalb war ich positiv überrascht, als ich die idyllischen dreistöckigen Holzhäuser sah. Sobald ich mein Zimmer betrat, entdeckte ich, dass sich auf einer Seite keine Wand befand: Es war eben ein Hotelzimmer mitten im Dschungel!

Als ich am Morgen aufwachte und den Ausblick auf den Dschungel und den Fluss Rio Claro sah, konnte ich mit dem Grinsen gar nicht mehr aufhören. Der Fluss hatte klares Wasser, da sich am Grund Marmor befindet. Am Nachmittag gingen wir River raften. Dabei entdeckten wir im Regenwald große Maschinen und unser Guide erklärte uns, dass dort Marmor abgebaut worden war. Die Industrie war drauf und dran gewesen, diese schöne Landschaft zu zerstören. Die ansässigen Bewohner haben es jedoch mit der Gründung des Reservats geschafft, dieses Gebiet mit seiner beeindruckenden Flora und Fauna zu bewahren. Dank ihnen ist es auch ein Ort, an dem man abschalten kann. Nachts hört man die Geräusche des Dschungels und bei Tag gibt es sehr viel Freizeitangebote wie Ziplining, Caving und Rafting. Man kann auch einfach nur am Rio Claro chillen.

Kolumbien_Rio-Claro
Der Rio Claro

Medellín – die Stadt Pablo Escobars

Jeder der Narcos gesehen hat, kennt auch die lebhafte Stadt Medellín und ihre Geschichte. Wir haben im Selina Hostel Medellín eingecheckt und bald darauf die Stadt unsicher gemacht. In der Nacht hört man überall Musik und es sind sehr viele Leute auf den Straßen unterwegs. Das Nachtleben hat mich mit seinen Salsa-Vibes angesteckt und ich begann mir zu wünschen, ich könnte für immer dort bleiben. Am nächsten Morgen fuhren wir mit unseren Tourguides zum Haus von Pablo Escobar besuchen und lernten zudem seinen Bruder kennen. Das Haus war zu einer Art Museum umgebaut worden und man konnte einen Teil von Pablo Escobars Hab und Gut erahnen.

Am Nachmittag sind wir zum Fels Pietra del Peñol gefahren. 700 Stufen waren es bis zum Gipfel, den wir mit Mühe erklommen. Oben angekommen empfing uns der schönste Ausblick, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Man blickt auf eine Seenlandschaft, umringt von grünen Hügeln. Wieder am Boden angekommen, fuhren wir nach Guatapé. Diese Stadt ist so, wie man sich eine kolumbianische Stadt aus dem Bilderbuch vorstellt: jedes Haus hat eine andere Farbe und überall gibt es kolumbianische Handwerkskunst. Was darf in Kolumbien natürlich nicht fehlen? Natürlich MUSIK!

Kolumbien_El-Penol
Pietra del Peñol

Kolumbien_El-Penol
Ausblick vom Pietra del Peñol

Am nächsten Morgen haben wir die Comuna 13 besucht, welches früher sehr gefährlich war. Heute sind die Stadt alle Favelas, die sich an den Berghängen der Stadt befinden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. mit Seilbahnen ausgestattet. So können die Bewohner leichter in das Stadtzentrum zu gelangen. Die Comuna 13 ist besonders für die bunten Graffitis bekannt, die fast jede Wand schmücken.

Kolumbien_Medellin_Communa 13
Graffitis in der Communa 13

Nächster Stop: Der Los Nevados Nationalpark

Am nächsten Tag ging unsere Route weiter Richtung Los Nevados Nationalpark. In diesem Areal befinden sich der 5.000 Meter hoher Vulkan Nevado El Ruiz sowie sehr viele heiße Quellen. Die Fahrt dorthin wurde länger als geplant. In Kolumbien gibt es nicht sehr viele Autobahnen und um zum Nationalpark zu gelangen, muss man sehr viele Höhenmeter zurücklegen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und aus dem Hotel ging, war ich ein wenig sprachlos: Die Luft war voller Dunst, es roch nach Schwefel und überall waren hellblaue Becken mit heißen Quellen. Auf der linken Seite war ein Wasserfall. Wir ließen den Tag ruhig angehen und badeten in den heißen Quellen und genossen die beeindruckende Natur ringsum.

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Die heißen Quellen im Los Nevados Nationalpark

Die Kaffeeregion Salento und Wachspalmen

Salento ist eine Kaffeeregion in Kolumbien und bekannt für seine Wachspalmen im Cocora-Tal. Jedes Haus hat ein anderes buntes Muster. Wir durften selbst entscheiden, ob wir zu den Wachspalmen gehen oder Tejo spielen wollten, das Nationalspiel Kolumbiens. Ziel des Spieles ist es, eine Explosion zu verursachen, indem man mit einem schweren Stein einen Kreis mit Schwarzpulverplatten trifft. Es ist ein sehr lustiges Spiel, aber ich bin auch oft erschrocken – es ist also eher nichts für schreckhafte Personen.

Kolumbien_Salento
Bunte Häuser in Salento

Zurück nach Bogotá und Zeit für Salsa

Nachdem wir Salento verlassen hatten, erwartete uns die längste Fahrt unseres Trips: zehn Stunden zurück nach Bogotá. Wir checkten wieder im Hostel ein und trafen uns nach einer kurzen Dusche wieder, um asiatisch essen zu gehen. Ich war froh um die Möglichkeit, einmal nicht kolumbianisch zu essen. Die Tage zuvor hatte ich fast nur Reis, Eier und Kochbananen gegessen. Auch als Vegetarier hat man es in Kolumbien nicht ganz leicht. Nach dem Essen gingen wir noch in eine Salsa Bar. Uns wurden die Schritte gezeigt und wir haben alle mitgemacht. Salsa tanzen ist fast ein Muss in Lateinamerika, das muss man einfach machen!

Der letzte Tag war sehr sentimental, ich habe die Gruppe sehr ins Herz geschlossen und es fiel mir sehr schwer mich zu verabschieden. Es war echt eine super Erfahrung, die mein Leben ungemein bereichert hat. Ich konnte sehr viel über das Land lernen und habe wundervolle Menschen kennengelernt!

Kolumbien_Kathi

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„Action und Abenteuer in Kolumbien“
„Peru – unterwegs auf dem Lares Trek“
„Eine Vulkanwanderung in Guatemala“
„Viele Tipps und Highlights für eine Reise nach Bolivien“

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