Asien

No-Gos in Taiwan und Südkorea

Von Karina Thiele , 21. November 2017

Im September flog ich für jeweils drei Tage nach Taiwan und für drei Tage nach Südkorea. Ich hatte diese Reise zusammen mit zehn anderen Teilnehmern aus der Reisebranche gewonnen – erfuhr davon allerdings erst zwei Wochen vor Abreise.

Asien ist nicht gleich Asien

Da ich Kulturwissenschaft und Internationale Handlungskompetenz studiert habe, interessiere ich mich besonders für die Alltagskultur. Also war es mir umso wichtiger, mich eingehend auf die Kultur(-unterschiede) vorzubereiten. Aber auf so kurze Zeit? Einen Stapel Bücher später, war ich vollkommen verwirrt. Ich war zwar schon mehrmals in Asien, aber man kann nicht einfach einen ganzen Kontinent über einen Kamm scheren. Jedes einzelne Land hat seine komplett eigenen „Regeln“.

Südkorea

Korea ist ja eher wegen seinem nördlichen Nachbarn in aller Munde. Auch ich bekam von Familie und Freunden Bedenken zu hören. Ich habe mir da allerdings kaum Sorgen gemacht, weil überall auf der Welt etwas passieren kann. Die Republik im Süden der koreanischen Halbinsel hat gut 50 Millionen Einwohner, doch abgesehen von Psys „Gangnam Style“ aus dem Jahr 2012 ist den meisten Leuten über Südkorea und seine Hauptstadt Seoul (die man übrigens [Soul], wie die Seele auf Englisch, ausspricht) wenig bekannt.

Taiwan

Genauso oder vielleicht sogar noch stärker verhält es sich mit Taiwan bzw. Taipeh. Das, was damit wohl am meisten in Verbindung gebracht wird, ist der Aufdruck „Made in Taiwan“. Das erinnert auch an „Made in China“ und Taiwan wird auch Republik China genannt. Die beiden Länder gehören aber nicht wirklich zusammen. Nur so viel: Es ist kompliziert. Die beiden gleichzusetzen, ist auch so ein No-Go – wie die, von denen ich euch hier berichten will. Was aber unumstritten ist, ist, dass Taiwan seine ganz eigene Kultur hat. Auf der Insel leben nur knapp halb so viele Menschen wie im bereits genannten Südkorea.

Fettnäpfchen die es zu vermeiden gilt

Nach meinen ganzen Recherchen war ich fast schon eingeschüchtert. Vor allem hatte ich Angst, irgendetwas falsch zu machen, das für uns in der westlichen Welt ganz „normal“ ist. Doch unsere Guides vor Ort meinten, man verzeihe uns – als offensichtlichen Ausländern – wohl vieles. Und auch die anderen Teilnehmer machten sich da weniger Gedanken und so wurde auch ich bald entspannter. Allerdings kam es dann aber im Laufe der Woche zu ein paar kleineren No-Gos.

Hier teile ich ein paar solcher Fettnäpfchen, um sie euch zu ersparen und vielleicht auch, um euch ein bisschen zu unterhalten 😉 Welche uns davon tatsächlich passiert sind, bleibt aber geheim.

No-Gos in Südkorea

Sich schnäuzen (vor allem beim Essen)

Was bei uns Gang und Gäbe ist, sollte man hier tunlichst vermeiden. Sonst verdirbt man den anderen schnell den Appetit. Angebracht ist hier das bei uns verpönte „Hochziehen“. Verkehrte Welt!

Alles komplett aufessen

Der Gastgeber denkt sonst, er hätte nicht genug aufgetischt. Obwohl die Koreaner genau das im richtig großen Stil tun.

Socken mit Löchern tragen

Ja, sowas gibt es 😉 Da man hier immer die Schuhe auszieht, würden das ja alle bemerken und man würde sehr ungepflegt erscheinen. Auf das Äußere wird aber sehr viel Wert gelegt.

Keine Visitenkarten dabei haben

Da hier meist eine sehr viel stärkere hierarchische Ordnung herrscht als bei uns, wissen die Menschen nicht mit Einem umzugehen, wenn sie die Stellung einer Person nicht einschätzen können. Auch beispielsweise Studenten haben meist schon eigene.

No-Gos in Taiwan

In der Öffentlichkeit wütend werden

Dies würde einen sogenannten „Gesichtsverlust“ bedeuten. Dies ist quasi die schlimmst mögliche Situation. Diese Gesellschaft ist sehr um Harmonie bemüht. Da sollten wir uns mal eine kleine Scheibe abschneiden – das war schon sehr ungewohnt für den oft cholerischen bzw. impulsiven Deutschen.

Pfeifen

Denn die meisten Menschen sind sehr abergläubisch und dies, meinen sie, lockt Geister an.

Lachen als Auslachen interpretieren

Es wird fast immer gelächelt – eine negative Gefühlsregung zu zeigen, könnte zu dem unten erwähnten Gesichtsverlust führen. Das Lächeln oder gar Lachen kann jedoch vieles bedeuten, manchmal eben auch Mitleid oder Unsicherheit. Also im Zweifelsfall: Bitte lächeln 🙂

Opfergabenbehälter als Mülleimer missbrauchen

Diese roten Tonnen sehen leider für uns aus wie Mülleimer – man kann sie leicht verwechseln. Das käme aber sozusagen einer Gotteslästerung gleich. Also Vorsicht, wo ihr in Taiwan euren Müll entsorgt 😉

Vordrängeln

Egal, ob mit Absicht oder nicht – das geht gar nicht. Sollte aber eigentlich (auch bei uns) selbstverständlich sein. Unmut wird zwar nicht unbedingt offensichtlich zur Schau gestellt, man könnte aber einfach ignoriert werden. Damit ist die vermeintliche Zeitersparnis dann sowieso dahin 😉

No-Gos in beiden Ländern

Stäbchen in den Reis stecken

Das erinnert an die Räucherstäbchen, die man für die Ahnen anzündet. Und wenn man die Stäbchen in den Reis steckt, sieht das so aus wie die Räucherstäbchen. Man lockt damit also die Verstorbenen an den Tisch.

Draußen rauchen

Natürlich darf man drinnen erst recht nicht Rauchen. Aber auch draußen ist es so gut wie nirgends erlaubt. Und auch die viel angekündigten Raucherzonen-Schilder findet man nirgends. Die Regeln sind für Ausländer sehr schwer zu durchschauen. Am besten ihr raucht nur da, wo es die Einheimischen tun. Ihr werdet nämlich das System sowieso nicht durchschauen. Oder ihr raucht gar nicht – das ist sowieso am Besten! 😉

Gesicht nehmen

Das gilt eigentlich für alle asiatischen Länder. Das „Gesicht“ ist sozusagen das Ansehen eines Menschen in der Gesellschaft. Man kann es geben und nehmen. Man nimmt es einem Menschen beispielsweise, wenn man ihn offen kritisiert. Es zu verlieren, ist eines der schlimmsten Dinge, die passieren können.

 

So, ich hoffe, ihr lasst euch von den No-Gos nicht abschrecken, sondern seid jetzt ausreichend gewarnt und vorbereitet und die Planung für eure unvergessliche Reise nach Taiwan und Südkorea kann beginnen 😉 Denn genau diese kulturellen Unterschiede sind das, was den Trip in ein exotisches, nicht-westliches Land ausmacht. Man erlebt immer wieder Überraschungen.

Bei uns war es ein unvergesslicher Trip, bei dem wir in der Kürze der Zeit so viel erlebt haben wie wahrscheinlich manch andere in drei Wochen. Das werde ich nie vergessen! Also kommt gerne mal in unserem Shop vorbei – Taiwan und Südkorea sind es wirklich wert, in ihre spannende Kultur einzutauchen. Traut euch!

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