Reiseberichte

Panama – 5 Gründe sich an die Locals zu halten

Von Gastblogger , 28. Juni 2016

Wir sind Nadine und Annika, zwei neugierige Weltentdeckerinnen aus Köln. Auf unserem Blog WHAT IS HOME vereinen wir unsere beiden größten Leidenschaften: Reisen und Filme. Wir wollen euch die schönsten Flecken der Welt zeigen, allerdings nicht aus unserer Backpacker-Sicht, sondern wir lassen die Leute, die dort zu Hause sind, zu Wort kommen.

Im Oktober waren wir daher während der absoluten Nebensaison in Mittelamerika unterwegs und haben uns für euch unter die Einheimischen gemischt. Ein unvergleichliches Erlebnis, dass wir gerne mit euch teilen möchten! Hier sind unsere fünf Gründe, sich in Panama an die Locals zu halten:

Panama_01_Isla-Bastimentos_Locals
1. Das Lebensgefühl in Panama aufsaugen

Wusstet ihr, dass die glücklichsten Menschen der Welt angeblich in Mittelamerika zu finden sind? Kein Wunder! Der Blick auf karibische Traumstände wie in Bocas del Toro und die raue, aber wunderschöne Pazifikküste, wie in Santa Catalina, sind atemberaubend und laden dazu ein, den ganzen Tag zwischen den Wellen zu verbringen. Kühle Orte in den Bergen zwischen Nebelwald und Kaffeeplantagen, wie Boquete, machen dieses kleine Schlauchland so facettenreich, dass wir immer wieder zwischen Luft anhalten und auf-der-Stelle-hüpfen hin und hergerissen waren. Zusätzlich zu der schönen Landschaft haben wir auf unserer Reise auch die Lebensfreude, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Panamaer genossen.

Panama_02_Santa-Catalina_Strand

Eine besonders beeindruckende Frau, mit der wir uns länger unterhalten haben, ist Katia. Die 37-jährige Mutter von drei Kindern hat uns einmal hinter die Touri-Hotspot-Kulisse in Bocas del Toro blicken lassen. Lust in das karibische „Pura Vida“ einzutauchen? Dann lasst es euch am besten von Katia selbst zeigen:

2. Authentische lokale Küche für kleines Geld

In Mittelamerika gibt es nur Reis und Bohnen? Weit gefehlt! Obwohl das traditionelle Essen in Panama im Vergleich zur bunten Vielfalt in bspw. Südostasien eintönig erscheint, lohnt es sich, sich in jedem Ort neu darauf einzulassen. Gemütliche Restaurants in denen bunte Cocktails und eine moderne Einrichtung locken, sind oft überteuert und versuchen sich vergeblich dem US-amerikanischen oder europäischen Gaumen anzupassen. Überwindet man sich allerdings, auch einmal das unscheinbare Eckhäuschen mit den zusammengewürfelten Plastikstühlen zu testen, wird man positiv überrascht! Für kleines Geld haben wir so die „Comida Tipica“ in riesigen, frischen Portionen getestet. Leckere Maisplätzchen zum Frühstück, „Ceviche“, also Würfel aus rohem, fangfrischem Fisch mit Zitronensaft, als Mittagssnack und ein saftiges Steak zum Abendessen – dazu gefühlt fünfmal am Tag frische Ananas-Shakes oder junge Kokosnüsse? Es lässt sich schlechter reisen! 😉

Panama_03_Isla-Bastimentos_Chocolate-Farm

Und auch wenn man sich manchmal überwinden muss, als die einzigen Blondinen zwischen den Einheimischen fasziniert angeschaut zu werden, ist die Herzlichkeit der Panamaer und die Freude darüber, wenn einem das Essen schmeckt, doch alles wert.

panama, wegweiser, bocas del toro

3. Neue Orte entdecken, die in keinem Reiseführer stehen

Für die geborenen Abenteurer unter euch ist das wahrscheinlich schon lange kein Geheimnis mehr, aber: durch Verlaufen entdeckt man manchmal die tollsten Orte! Wir haben uns in Panama keinen geplanten Touren angeschlossen, sondern haben meist auf eigene Faust die Gegend erkundet. Das kann mehr oder weniger erfolgreich sein, gute und persönliche Geschichten gibt es danach aber allemal zu erzählen!

Panama_05_Boquete_Wegweiser

Auf der Insel Bastimentos z.B. haben uns die Bewohner auf Nachfrage versichert, man könnte locker zu Fuß einmal die Insel überqueren, indem man einem Trampelpfad durch den Wald folgt. Im Nachhinein zu zweit eine leichtsinnige Idee, aber wir haben es versucht – und obwohl wir uns unterwegs verirrt haben und dachten, wir kommen niemals dort an, haben wir so die Insel auf eine ganz andere Art kennengelernt.

panama, isla bastimento

Wegbeschreibungen von Einheimischen, die auf den ersten Blick seltsam erscheinen, funktionieren übrigens manchmal auch erstaunlich gut: in Santa Catalina, einem kleinen Dorf an der Pazifikküste, setzte uns der Besitzer unserer Unterkunft am ersten Tag am Strand ab. Hier zeigte er uns, wie man mit klatschnassen Klamotten, aber trockenem Daypack bei Flut einen Streifen Meer durchquert, um auf eine Insel zu gelangen. Von alleine wären wir sicher nicht auf die Idee gekommen, aber dort angekommen, war die Insel so schön, dass wir den halben Tag dort verbracht haben. Mit vielen tollen Fotos (und einem ordentlichen Sonnenbrand) sind wir abends glücklich – und bei Ebbe auch trocken – zurückgekommen.

Panama_07_Santa-Catalina_Strand

4. Erfahrungen der Einheimischen nutzen

Ein menschenleerer Strand oder ein Spaziergang am kühlen Abend durch ruhige, fast verlassene Straßen sind verlockend, aber oft hat es einen Grund, wann und wo sich die Locals tummeln. Sie kennen die Umgebung und das Wetter besser. Passt man sich ihren Gewohnheiten an, hat man meist ein noch entspannteres Reiseerlebnis.

Im Oktober ist in Panama Nebensaison, was zwar bedeutet, dass man sehr viel mehr Ruhe hat und es leichter ist, mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen, es ist aber vor allem eins: die Regenzeit. Die „grüne Saison“ ist eine tolle und vor allem günstige Zeit durch Panama zu reisen, aber es regnet. Jeden Tag – ein, zwei mal. Im Gespräch mit den Locals ist diese Zeit besonders wichtig für die Natur und es wird daher wenig über das Wetter genörgelt – vor allem, weil man diese kurzen aber heftigen Regengüsse sehr gut einplanen kann. Anders als in Deutschland ist der Regen nämlich nicht so willkürlich und wenn man die Locals etwas beobachtet, wird schnell klar, wann man sich zu einer Dschungelwanderung aufmacht und wann man lieber die Siesta mit einem Buch in der Hand genießt.

Panama_08_Santa-Catalina_Strand

5. Die Sonderbehandlung in der Nebensaison genießen

Die Panamaer sind an sich schon ein unglaublich nettes und hilfsbereites Volk. Trotz unserer spärlichen Spanisch-Kenntnisse, wurde sich über jeden ganzen Satz, den wir herausbekommen haben gefreut und auch auf die sonstige Gestik-Mimik-Verständigung wurde immer geduldig eingegangen. Wenn man nun wie wir in der Nebensaison unterwegs ist, genießt man außerdem, dass man zu der dann sehr kleinen Gruppe „Touristen“ gehört, denen Dinge verkauft oder angeboten werden können. Es lassen sich sehr faire Preise aushandeln, wenn man danach fragt und muss kaum Unterkünfte im Voraus reservieren. Wir mussten teilweise in den kleineren Dörfern nicht mal vor Ort etwas suchen. So wurden wir z. B. einmal direkt nach der Ankunft von einem Einheimischen angesprochen, der uns von seinem Neffen, einem Hostelbesitzer erzählte. Nach einem kurzen Telefonat kam dieser uns sogar persönlich mit seinem Geländewagen abholen, sodass wir unsere Rucksäcke nicht den Berg hochschleppen mussten. Natürlich sollte man sich in solchen Situationen nicht immer darauf einlassen, sondern sein Bauchgefühl ein Stück mitreden lassen – wir haben damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Es stellte sich heraus, dass wir die einzigen Gäste des Hostels, vielleicht sogar die einzigen Touris im ganzen Dorf waren und so konnten wir es uns zu zweit im 8-Bett-Dorm gemütlich machen und hatten die Veranda mit fantastischem Blick über den dämmernden Regenwald ganz für uns.

Panama_09_Bocas-del-Toro_Hostel-Veranda

panama, santa catalina, sonnenuntergang

Insgesamt sind wir im Oktober eigentlich nur in den halbgefüllten Hostels anderen Reisenden begegnet. Unterwegs in den klapprigen Fernbussen oder beim Essen waren wir fast ausschließlich unter Einheimischen, was diese Reise zu einem ganz neuen Erlebnis gemacht hat.

panama, isla bastimento

Unser Fazit: Wir haben Panama durch den Austausch mit den Menschen, die dieses wunderbare Fleckchen Erde ihr Zuhause nennen, ganz persönlich kennen und lieben gelernt. Was unsere Reise so bereichert hat, funktioniert im Prinzip aber in jedem Land, das ihr neu entdecken wollt. Wohin auch immer es euch und euren Rucksack also das nächste Mal verschlägt, traut euch mit den Locals in Kontakt zu kommen, folgt ihnen statt den „Insider-Tipps“ des Reiseführers und lasst euch erzählen, was ihre Heimat für sie bedeutet.

Wenn ihr mehr über uns und unser noch ganz frisches Projekt WHAT IS HOME erfahren wollt, findet ihr uns auch bei YouTube, Facebook & Twitter – wir freuen uns auf euch!

Habt ihr sonst noch Tipps, ein Reiseziel ganz persönlich kennen zu lernen? Lasst uns doch einen Kommentar da!

4 Antworten zu “Panama – 5 Gründe sich an die Locals zu halten”

  1. Isa sagt:

    Toller Beitrag und super Video, das ist echt eine ganz andere Welt!
    Da bekommt man direkt Fernweh :´-D
    Wie wär´s mal mit so einem Beitrag zu Australien? Da ist es ja eher schwer, sich von anderen (vor allem deutschsprachigen) Backpackern fernzuhalten und tatsächlich mit den Lokals in Kontakt zu kommen.

  2. ANNIKA sagt:

    Hey Isa,
    freut uns, dass dir der Bericht gefällt! Ende des Jahres sind wir für What is Home auch in Australien unterwegs und werden von dort aus eine weitere Folge machen.
    Dazwischen stellen wir noch tolle Leute aus unserer Heimat Deutschland und jemanden aus Malaysia vor. Über unsere Webseite oder auf Facebook halten wir euch darüber auf dem Laufenden.

    Liebe Grüße, Annika & Nadine

  3. Marco sagt:

    Toller Beitrag! Meine Freundin möchte auch unbedingt nach Panama und ich hoffe wir können uns bald ihrem Wunsch leisten. Aber das liest sich schon mal gut dass man dort auch günstiger Essen kann. Ich muss ihr unbedingt diesen Beitrag schicken. 🙂

    Liebe Grüße Marco

  4. Nadine sagt:

    Hi Marco,

    vielen Dank!
    Es gibt oft Angebote mit guten Flügen nach Panama. Einfach öfter mal bei STA oder auch anderen Suchmaschienen schauen.
    Wir haben auch einen Flug zu einem richtig guten Preis bekommen 🙂
    Vor Ort ist es natürlich teurer als z.B. in Asien, aber Panama ist definitiv immer eine Reise wert.

    Liebe Grüße, Annika und Nadine

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