Reiseberichte

Panama-Stadt – Überraschungshighlight einer Erlebnisreise

Von Gastblogger , 01. Juni 2016

Mein Name ist Anja. Neben meinem klassischen 9-to-5-Job, bin ich Blogger-Newbie, Hängematten-Liebhaberin, Kaffeejunkie und Weltentdeckerin. Das Reisefieber lässt mich nicht mehr los. Auf backpackmaedchen.de nehme ich euch mit, wenn mich mal wieder das Fernweh packt.

Panama Experience
– von San José bis Panama-Stadt

Mit einem kühlen Stella Artois in der Hand genieße ich den Blick über die Stadt. Die Sonne ist längst untergegangen. Es weht ein leichtes Lüftchen, im 66. Stock des Trump Ocean Club. Der Moment ist perfekt. In mir breitet sich ein Gefühl völliger Freiheit aus. Während ich wie gebannt auf die flimmernden Lichter der Stadt starre, lasse ich meine Erlebnisreise von San José in Costa Rica bis nach Panama-Stadt Revue passieren.

Von meinem ersten Vulkan in San José, über gemütliches Radeln in Puerto Viejo, Abtanzen zu karibischen Reggae-Beats in Bocas del Toro, mutiges Canyon-Springen in Boquete, bis hin zu meiner ersten Surfstunde im Pazifik – die Tour hätte erlebnisreicher kaum sein können. Und doch war es der letzte Stopp, der zum persönlichen Highlight wurde.

Großstadtliebe Panama City

panama-stadt, bei nacht

Überwältigende Skyline bei Nacht

Über die Puente de las Américas (die Brücke der Amerikas) überquerten wir den Panamakanal in Richtung Panama-Stadt. In Form einer langen Brücke, führt die Küstenstraße um die Altstadt herum. Unser Blick richtete sich sofort auf die Skyline. Größer könnte der Kontrast gar nicht sein: nach den letzten Tagen im abgeschiedenen Küstenörtchen Santa Catalina, sind wir auf einmal zurück in der Zivilisation. Mehrspurige Straßen, Wolkenkratzer, viele Menschen – Panama City kommt überraschend modern daher.

Was ich erwartet hatte? Panama-Stadt war gedanklich immer nur die letzte Station meiner 14-tägigen Reise durch Mittelamerika. Das traurige Ende der Tour. Von vornherein nicht gerade der Stopp, dem ich am meisten entgegenfieberte. Ich habe mich einfach darauf verlassen, dass wir mit unserem Guide die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern würden und habe mich daher vorher nicht aktiv über die Stadt informiert. Und so kommt es, dass ich in dem Moment fast überwältigt auf die Skyline der Großstadt blicke. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Top 5 Must-Sees in Panama-Stadt

Panama-Stadt ist mehr als nur Hochhäuser und der Panamakanal. Eine Stadt, so gegensätzlich, aufregend und unerwartet schön. Von der besten Aussicht, über Casco Viejo, bis hin zur Lieblings-Rooftop-Bar – hier sind meine Top 5 Must-Sees.

Ceviche probieren auf dem Fischmarkt

Zu Fuß folgen wir der Uferpromenade, Avenida Balboa genannt, in Richtung Altstadt. Es ist Samstag. Viele Einheimische sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Einige verkaufen Getränke aus kleinen Kühlboxen. Immer wieder kommen Verkäufer vorbei, die blankes Eis von einem riesigen Eisblock schlagen, es in kleine, weiße Styroporbecher füllen und für den Geschmack verschiedene Sirupsorten zugeben. Jugendliche Tanzen zu Musik aus dem Ghettoblaster. Hier tobt das Leben.

Ceviche für Anfänger - Die kleine Probierportion

Ceviche für Anfänger – Die kleine Probierportion

 

Gegensätze - Fischmarkt vor der modernen Skyline

Gegensätze – Fischmarkt vor der modernen Skyline

Am Fischmarkt angekommen, empfiehlt uns Walter, unser Guide, Ceviche zu probieren. Der typische Snack der Küstenregionen Lateinamerikas besteht aus rohem Fisch mit viel Limettensaft und Zwiebeln. Wir bekommen ein paar Salzcracker dazu. Die meisten meiner Mitreisenden sind weniger davon angetan. Aber wer mich kennt, weiß dass ich so ziemlich alles esse. Ein Land kennenzulernen heißt für mich auch die örtlichen Spezialitäten zu probieren.

Erkundungsspaziergang durch Casco Viejo & Rooftop-Bar „Tantalo“

Vom Fischmarkt aus sprinten wir über die sechs oder mehr Fahrspuren der Küstenstraße um nach Casco Viejo, der Altstadt, zu gelangen. Hier soll es vor einiger Zeit noch recht gefährlich für Touristen gewesen sein. Seit die Häuser aus der Kolonialzeit, die die niedlichen kleinen Gassen zieren, auf Vordermann gebracht werden und hier überall Restaurants, Bars und Hotels aus dem Boden schießen, ist die Kriminalität allerdings drastisch zurückgegangen.

panama-stadt, casco viejo

Restaurierte Häuserfassaden im modernen, hippen Teil der Altstadt

 

panama-stadt, fest casco viejo

Buntes Fest mit Tanz und Gesang

Für den Ausklang des Tages hat unser Guide eine coole Rooftop-Bar auf Lager. Vom Dach des Hotels und Restaurants „Tantalo“ hat man eine unschlagbare Aussicht auf die Skyline der Stadt. Außerdem trifft man hier viele andere Reisende aus aller Welt, kann zu guter Musik tanzen oder einfach nur seinen Drink genießen. Falls es euch auf einer Reise auch einmal ins „Tantalo“ verschlägt, solltet ihr allerdings wissen, dass es hier ein bisschen schicker zugeht, als in den Strandbars der Karibikküste. Wir sind so ziemlich die Einzigen die, verschwitzt vom stundenlangen Rumlaufen, in Shorts, Flip Flops und mit unseren Rucksäcken in die Bar stolpern.

Cerro Ancón – Die beste Aussicht über Panama-Stadt

panama-stadt, cerro ancon

Beste Aussicht mit Rundumblick auf Altstadt, Neustadt und Panamakanal

Der Hügel, auf dessen Spitze eine überdimensionale Panama-Flagge weht, ist von der Stadt aus nicht zu übersehen. Vom ca. 200m hohen Ancon-Hügel, kann man nicht nur die Wolkenkratzer des modernen Stadtzentrums, sondern auch die gesamte Altstadt, die Puente de los Americas und sogar den Panama-Kanal sehen. Meiner Meinung nach, ein absolutes Muss für jeden Panama-Stadt-Reisenden. Am besten lässt man sich mit einem Taxi oder Shuttle hochfahren. Unser Guide hat einen Fahrer organisiert. Die Fußgänger, die wir auf dem Weg hier hoch überholt haben, sahen nicht so aus als würden sie den Ausflug so sehr genießen wie wir.

Café Coca Cola – Essen wie Che Guevara

Der nächste Stopp unserer Tour führt uns in den unsicheren Teil von Casco Viejo. Warnungen diese Gegend zu meiden, sollte man nicht überbewerten. Aber es ist sicher angeraten nicht wahllos in Seitenstraßen abzubiegen oder gar nach Einbruch der Dunkelheit hier herumzuirren. Wir werden direkt vor der Tür des Café abgesetzt; sicherer geht es nicht. Kaum drei Tische für unsere große Gruppe organisiert und zusammengeschoben, realisiere ich, dass wir die einzige Touristengruppe sind.

Stammgast mit Lupe beim Zeitunglesen

Stammgast mit Lupe beim Zeitunglesen

Das Café Coca Cola ist das älteste Restaurant von Panama-Stadt. Man sagt, einige berühmte Persönlichkeiten, so auch Che Guevara, hätten hier schon gegessen. Das Café ist prall gefüllt mit Einheimischen. Direkt neben uns hat sich ein Stammtisch älterer Herren eingefunden. Sie diskutieren über Politik und lesen mit Lupen ihre Zeitungen. Die Speisen hier sind typisch panamaisch mit dem Hauch eines amerikanischen Einflusses; die Preise günstiger als im schicken, touristischen Teil der Altstadt.

Bistec Picado (geschnetzeltes Rindfleisch mit grünen Paprika in pikanter Sauce) mit Fritten kann ich nur empfehlen - richtig lecker!

Bistec Picado (geschnetzeltes Rindfleisch mit grünen Paprika in pikanter Sauce) mit Fritten kann ich nur empfehlen – richtig lecker!

Panama-Kanal & Miraflores Visitor Center

Das Museum verlangt 15 € Eintritt von Touristen. Studentenermäßigungen sucht man vergeblich. Einheimische zahlen dagegen nur einen Bruchteil des Preises. Es wird aber auch einiges geboten: Hier gibt es ein Museum, einen 3D-Film über den Kanal und große Terrassen, von denen man einen wunderbaren Blick auf die überraschend engen Schleusen des Kanals hat. Zu beobachten, wie gigantische Frachtschiffe oder Kreuzfahrtschiffe hier durchmanövriert werden, ist faszinierend. Und wer will schon nachher sagen er war in Panama, aber nicht am Panama-Kanal?

Auf der Aussichtsplattform kann man Frachter und Kreuzfahrtschiffe beobachten die den Kanal passieren

Auf der Aussichtsplattform kann man Frachter und Kreuzfahrtschiffe beobachten die den Kanal passieren

 

panama kanal

Knappe Kiste –Schiffe werden hier mit kleinen Loks statt mit Schleppern gelotst

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