Reiseberichte

Peru – Der Salkantay Trek nach Machu Picchu

Von Die STA Travel Reiseexperten , 02. Oktober 2015

Wanderschuhe? Wanderhose? Taschenlampe? Sonnencreme? Tabletten gegen Höhenkrankheit?… Alles da?

So lange hatte ich schon davon geträumt Machu Picchu mit meinen eigenen Augen zu sehen und nun endlich war der Tag gekommen, an dem wir unseren Trek in Richtung Machu Picchu starten durften. Ich muss zugeben: ein bisschen Bammel hatte ich schon. Ich bin zwar fit, aber dennoch die erste Jahreshälfte nur am Arbeitsplatz oder in der Bibliothek gesessen. Und dann auf eine Höhe von bis zu 4.630 m? War ich doch noch nie in so einer Höhenlage! – Wird’s mir gut gehen? Werde ich die dünne Luft spüren? Augen zu und durch, ganz nach dem Motto „Was dich nicht umbringt, macht dich nur härter!“ 😉 Mit diesem Motto im Kopf, wusste ich also, dass ich es schaffen musste.

Tag 1: Früh morgens wurden wir gegen 6 Uhr in Cusco abgeholt. Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 15 Wanderern, dazu unser Tourguide, Köche und Träger. Wir fuhren mit einem Bus nach Mollepata (2.900 m) wo wir in einer kleinen einheimischen Gaststätte hielten, um unser Frühstück zu genießen. Mmmmhmmm… es gab Banana Pancakes, Omelettes und noch viele andere leckere Dinge, die unser Herz höher schlagen ließen. Hier hatten wir auch die Möglichkeit, das erste Mal einen Coca Tee zu trinken, der gegen die Höhenkrankheit hilft. Nach dem Frühstück fuhren wir nochmals kurz mit dem Bus zur Einstiegsstelle des Salkantay Treks.

Peru_SalkantayTrek_Gruppe

Bevor es aber dann wirklich losging, wurde ein letztes Mal das Gepäck gecheckt. Und danach begrüßte uns der Wanderweg auch schon mit dem ersten steilen Hang. Zirka eine Stunde lang ging es nun bergauf und alle Teilnehmer der Gruppe bekamen einen ersten Eindruck für die nächsten Tage und konnten sich mit der dünnen Höhenluft anfreunden. Als der steile Hang geschafft war, hieß es für den ersten Tag nur mehr drei bis vier Stunden auf gleicher Ebene weiterzuwandern bis wir unsere Campsite in Soraypampa (3.920 m) erreichten. Als wir ankamen, waren unsere Zelte schon aufgebaut und die Köche waren fleißig am werken. Kaum hatten wir die Zelte bezogen und einen kurzen power nap gemacht, meldeten auch schon die Köche, dass das Essen fertig sei. Fisch und andere Leckereien…. Auf Grund der Höhenlange wurden einige in unserer Gruppe, darunter auch ich, von der Höhenkrankheit geplagt, sodass wir das Essen ausließen und stattdessen lieber schlafen gingen. Die Nacht bei -6 C° im Zelt war kalt, aber mit unseren warmen Schlafsäcken und drei Schichten Gewand, machbar. Augen zu und durch und weiter geht’s… 😉

Tag 2: Gegen 5 Uhr morgens läuteten unsere Wecker und wir packten die Sachen zusammen. Gegen 6 Uhr morgens stand dann auch schon wieder leckeres Frühstück am Tisch. Mussten wir uns doch stärken für den anstrengendsten Part der ganzen Wanderung. Gleich nach dem Frühstück begann der Tag mit einem 4-stündigen steilen Hang, um die höchste Region bis auf 4630m zu erreichen. Optional konnte man auch ein Pferd von einheimischen Bauern bekommen um den Gipfel zu erklimmen. Für Pferdeliebhaber und Teilnehmer die am Vortag die Höhenkrankheit erwischt hatte, die aus diesem Grund auch sämtliches Essen ausgelassen/verloren und daher keine Kraft hatten, waren diese Tiere ein Geschenk des Himmels. Für alle anderen (ohne Pferd), hieß der Hang: 2 Schritte gehen, kurze Pause, 2 Schritte gehen, kurze Pause….

salkantay trek, peru

salkantay trek, peru

Am Gipfel von 4630m angekommen, waren wir alle überwältigt von der atemberaubenden Aussicht und doch alle sehr erledigt von der Höhe. Schnell ein paar Fotos gemacht, gab uns unser Tourguide einen kulturellen Einblick und dann marschierten wir schon wieder weiter – talabwärts – Gott sei Dank! Nach einem weiteren 2-stündigen Marsch bergab, waren wir endlich in Huayracpampa angekommen, wo das Mittagessen auf uns wartete. Eines muss jetzt echt mal gesagt werden, die Köche hatten nicht viel mit an Kochequipment, aber was sie immer hervorgezaubert haben war unglaublich. Frühstück, Mittagessen, Abendessen täglich und immer ein Dreigänge Menü! Was uns allen auch sehr gefallen hat ist, dass in den „Mittagspausen“ auch Zeit für eine kurze Siesta eingeplant war. So hatten wir an diesem Tag auch die Möglichkeit in der Wiese liegend, Coca Tee schlürfend, Energie zu sammeln für den anstehenden dreistündigen Marsch zur nächsten Campsite.

salkantay trek, peru

Am späten Nachmittag kamen wir bei unserer Campsite (2.900 m) an, die Köche waren wieder sehr viel früher als die Gruppe vor Ort. Und somit dauerte es auch nicht lange als das Abendessen wieder am Tisch stand. Nach dem Abendessen saßen wir noch gemütlich zusammen, haben gemeinsam Coca Tee getrunken und gegen 20 Uhr hieß es dann wieder für die meisten Nachtruhe.

Tag 3: Auch am dritten Tag läuteten unsere Wecker wieder gegen 5.00 Uhr und um 6.00 Uhr stand auch schon das Frühstück am Tisch. Es gab wieder Pancakes, und sogar Kakao hatten unsere Köche mit. Die letzte Nacht hatten wir auf einer Höhe von lediglich 2.900 m verbracht, was sich positiv auf unsere Gemüter auswirkte. Gegen 7.00 Uhr starteten wir unsere Wanderung, die uns entlang des Santa Teresa Flusses führte. Der Wanderweg brachte uns durch einen tropischen Regenwald mit wunderschönen Wasserfällen. Aber wir kamen auch an einheimischen Bauern vorbei wo uns Pferde, Kühe, Hühner und Schweinchen begrüßten.

Peru_SalkantayTrek_Tag3Wanderung

Der dritte Tag war im Gegensatz zum Vortag, überhaupt nicht anstrengend (was sicherlich auch mit der Höhenlage zu tun hatte), denn schon zur Mittagszeit waren wir in La Playa angekommen. La Playa, das eigentlich gar nicht das richtige La Playa in Peru ist, und nur von den Einheimischen aufgrund des Santa Teresa Flusses, so getauft wurde. Mittagessen gab es auf einer Dachterrasse und anschließend ging es nach Santa Teresa und weiter zum Hidro-Electrica, einem lokalen Zug nach Aguas Calientes. Die Zugstation war der Ausgangspunkt für eine weitere 3-stündige Wanderung, die Gleise entlang nach Aguas Calientes. Optional konnte man auch den Zug nehmen. Am späten Nachmittag sind wir in der Stadt angekommen, wo zum ersten Mal wieder ein richtiges Bett auf uns wartete. Den Abend verbrachten wir mit einem gemeinsamen Abendessen, bevor wir am frühen Abend wieder einmal müde ins Bett fielen.

Tag 4: Diesmal läutete unser Wecker bereits um 4.00 Uhr morgens, denn heute war der große Tag gekommen – der Besuch von Machu Picchu. Gegen 5.00 Uhr machte sich unsere Gruppe auf den Weg zu den Busstationen, die im Minutentakt zum Eingang von Machu Picchu fahren. An der Busstation angekommen, warteten bereits unzählige Touristen um endlich in die Busse einzusteigen, um noch vor Sonnenaufgang anzukommen. Oben am Eingang zu Machu Picchu angekommen, erwartete uns eine weitere Menschentraube. Ich muss sagen, ich wusste zwar dass es dort touristisch ist, aber mit so einer Menschenmenge hatte ich dann doch nicht gerechnet. Nichts destotrotz war ich sehr erstaunt, wie schnell wir hindurch waren.

Wir kamen vor Sonnenaufgang oben an, und da war er nun der Huayna Picchu mit Machu Picchu! Endlich konnte ich den Berg Huayna Picchu und die Ruinenstadt der Inka mit eigenen Augen sehen, hatte ich mir das doch sooo lange schon gewünscht. Ich muss schon sagen, es ist immer wieder ein wunderschönes Gefühl, wenn man eine Sehenswürdigkeit lange und oft in Reisebroschüren, Reiseführern und auf Blogs sieht, man sich wünscht hinzufahren, und man schlussendlich diesen Ort live miterleben kann. Ganz nach dem Motto „Do not dream your life, live your dream!“ – einfach unbeschreiblich!

salkantay trek, peru

Unser Tourguide gab uns dann noch eine Führung und Einblick in die Geschichte der Inka. Wahnsinn was der alles wusste… unsere norwegischen Mitreisenden hatten viele Fragen, wie auch wir. Die ganze Gruppe hatte das Gefühl, dass wir unseren Tourguide alles fragen konnten und er praktisch alles wusste. Nach der Führung hatten wir Freizeit am Berg und wir konnten zum Sonnentor hinaufgehen, hatten Zeit uns in die Wiese zu setzen, Musik am mitgebrachten iPod zu hören und einfach die sagenhafte Aussicht zu genießen.

salkantay trek, peru

Bevor wir das Gelände verließen, hatten wir noch die Möglichkeit einen Reisepassstempel von Machu Picchu zu bekommen. Zurück ging es nun also wieder mit dem Bus in Richtung Aguas Calientes, um dann den Zug nach Ollantaytambo zu nehmen. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus weiter zurück nach Cusco.

Mein Fazit: Alles in allem kann ich sagen, dass die Wanderung auf dem Salkantay Trek ein sehr, sehr schönes Erlebnis war. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten und können die wunderschöne Flora und Fauna genießen. Auch vom Anstrengungsgrad her war die Wanderung okay und machbar für jedermann, der sich fit fühlt. Das einzige was man nicht unterschätzen sollte ist die Höhe! Jeder, der Kopfschmerzen bekommt, sich bereits schwindelig fühlt, sobald er in Cusco (3400m) nur aus dem Flugzeug aussteigt (so wie es leider bei mir war), sollte rechtzeitig beginnen Tabletten gegen Höhenkrankheit einzunehmen. Apotheken haben in Cusco bis spät abends offen, und bereits in Lima am Flughafen gibt es riesengroße Werbereklamen für Höhentabletten. Trotz Höhenkrankheit würde ich den Trip jederzeit wiederholen, denn die Landschaft war wirklich wunderschön, die Einheimischen und Tourguides supernett und insgesamt daher eine echt tolle Erfahrung!

Danke auch an meine lieben mitgereisten Kollegen: Roberta aus der Schweiz, Debo aus London und Adam aus Manchester. Wir waren eine coole Truppe 🙂

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