Reisetipps

Peru – Machu Picchu und mehr!

Von Carina Müßen , 23. Januar 2015

Diese Woche hatten wir wieder einmal hochkarätigen Besuch! Dieses Mal direkt aus Peru. Harold, der spannende Erlebnisreisen durch dieses wunderschöne Land leitet, kam auf einen Besuch bei uns in Frankfurt vorbei. Und wenn die Gelegenheit günstig ist, nutzen wir sie natürlich 🙂 Nicht nur, weil ich selbst unbedingt mal nach Peru reisen und das Land und den Inka Trail erleben möchte, hatte ich sehr schnell ein paar Fragen für ihn auf Lager.

1.) Weshalb würdest du jedem eine Reise nach Peru empfehlen? Was ist typisch für dein Land?

Da gibt es unzählbar viele Gründe, denn Peru ist super vielseitig. Von der Kultur und Natur über das Essen bis hin zur Musik! Auch besitzen wir grandiose Kultstätten wie Machu Picchu, was seit kurzem zu den neuen 7 Weltwundern zählt, bei uns gibt es die Nazca Linien, den tiefsten Canyon, den Colca Canyon mit dem größten Flugvogel Südamerikas, dem Condor. Wir haben den Amazonas, die Inseln der Uros auf dem Titicaca See und mit der Atacama Wüste eines der trockensten Gebiete der Erde.

Abgesehen von all der Kultur, dem vielseitigen Essen, der Musik und der unglaublichen Natur, setzt Peru mittlerweile verstärkt auf nachhaltigen Tourismus und die Sicherheit von Reisenden, vor allem, da neben dem Tagebau der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes ist. Peru besitzt heutzutage sogar eine eigene Tourismus-Polizei.

2.) Welche Festlichkeiten oder Feiertage sind es wert, in Peru erlebt zu werden?

Peru ist ein sehr katholisch geprägtes Land, daher gibt es ständig an den verschiedensten Orten im ganzen Land Prozessionen zu bestaunen. Abgesehen davon gibt es ein paar Volksfeste, die wirklich eindrucksvoll sind. Zum Beispiel das Inti Raimi. Das ist Quechua: Inti=Sonne, Raimi=Fest. Es ist das Fest zur Sommersonnenwende und wenn man am 24. Juni in Cuzco weilt, sollte man sich dieses Sonnenfest im oberen Teil der Stadt nicht entgehen lassen. Außerdem haben wir auch noch die Candelaria, den Karneval, im Februar, an dem 2-3.00 Tänzer teilnehmen. Schön ist auch das Fest zur Weinlese, genannt Vendimia, in Pisco bei dem man dem leckeren Wein der Region frönen kann.

3.) Wie viel Zeit sollten Reisende einplanen, die einen guten Einblick in die Kultur und Highlights Perus bekommen möchten?

Nach Erfahrungen, die Reisende mit mir geteilt haben, sind drei Wochen ein guter Start. Das sehe ich ebenfalls so. In dieser Zeit kann man schon einiges abdecken und hat bei einer Rundreise ein wenig von allem.

4.) Abgesehen von Machu Picchu, was sind deiner Meinung nach die top drei Sehenswürdigkeiten / To Dos in Peru?

Definitiv ein Homestay bei einer Gastfamilie am Titicaca See, ein Spaziergang durch die Wüste und der Amazonas.

5.) Auf einer Skala von 1-10, wie anspruchsvoll ist deiner Meinung nach der Inka Trail für jemanden, der eher durchschnittlich trainiert ist? Sollte man sich körperlich speziell darauf vorbereiten?

Der einzige Grund, weshalb man den Inka Trail nicht laufen sollte, ist, wenn man nicht zwei gesunde Beine hat! Ich hatte schon einen 70-Jährigen auf einer Tour, der eigentlich nur mitgekommen war, um ein Auge auf seine 40-jährige Tochter zu haben. Meiner Meinung nach findet ein Großteil der Probleme, die manche auf dem Inka Trail haben, Kopfsache ist. Den physischen Anspruch des Inka Trails würde ich auf eine realistische 3 schätzen.  Das größte Problem für viele ist oft die Höhe, nicht der Weg an sich. Und für den Weg hat man einen trainierten Guide dabei, der speziell dafür ausgebildet ist und entsprechende Erfahrung hat.

6.) Gibt es ein zuverlässiges Mittel oder einen Trick der Einheimischen, die einen vor der Höhenkrankheit schützen?

Zunächst einmal, muss man sich bewusst werden, ab wann Höhenkrankheit wirklich eine solche ist. Denn auch hier spielt das Kopfkino eine große Rolle. Dinge wie Nasenbluten, Kurzatmigkeit und Müdigkeit sind ganz normale Folgeerscheinungen der sauerstoffarmen, trockenen Luft und kein Grund sich verrückt zu machen. Viele steigern sich jedoch hinein.

Extrem wichtig ist, dass man viel trinkt. Mehr als 3 Liter am Tag und am besten mit Electrolyten versetzt. Gatorade oder etwas ähnliches zu trinken, bietet sich hier an. Man kann auch den Trick der Einheimischen nutzen und Coca-Blätter kauen. Die Träger leiden immerhin auch nicht unter Höhenkrankheit. Ansonsten gibt es noch die entsprechenden Medikamente, wie Diamox (Acetazolamid), allerdings haben diese oft starke Nebenwirkungen. Man kann sie mitnehmen, ich würde jedoch nicht empfehlen sie präventiv einzunehmen. Ein großes Problem ist auch oft, dass viel Leute nach Cuzco reisen um den Inka Trail zu starten. Allerdings liegt der Beginn des Inka Trails viel tiefer als Cuzco selbst.

7.) Was ist die beste Reisezeit, um den Inka Trail zu laufen? Wann ist das Wetter in Ordnung, wann ist es nicht so überlaufen?

Zwischen Mai und August ist Hochsaison, da wird es ziemlich voll. Zwischen Dezember und März regnet es viel und im Februar ist der Inka Trail gesperrt. Daher empfiehlt sich, den Trail im September, Oktober, bis maximal Mitte November oder im April zu laufen.

8.) Gab es neben den Inka eine weitere große Hochkultur, die den Inka gegenüber feindlich gesinnt war? Kann man deren Spuren noch sehen / besuchen?

Die Inka waren Eroberer, daher gibt es nur von wenigen kleineren Kulturen, die vor den Inka existierten Überbleibsel, so z.B. die Nazca Kultur. Zu Zeiten der Inka gab es eine weitere große Zivilisation, die Chanca.  Der feindlich gesinnte Teil der Chanca hätten die Inka beinahe niedergeschlagen, allerdings erlagen sie ihnen. Und damit verwischten auch größenteils die Spuren der Chanca.

9.) Wie verhält es sich mit dem Essen in Peru. Gibt es Spezialitäten, von denen du Europäern abraten würdest? Gibt es Speisen oder Getränke die man als Reisender unbedingt probieren sollte?

Falls jemand Allergien oder Unverträglichkeiten hat, sollte man diese natürlich auch während des Reisens beachten. Ansonsten gilt das Motto wie auf jeder Reise: probieren geht über studieren. Und manchmal sind die verrücktesten und skurrilsten Speisen vielleicht gerade unglaublich lecker? Das Essen in Peru ist super vielfältig. In den Hochebenen Perus sind Meerschweinchen eine Delikatesse, an der Küste sollte man unbedingt den frischen Fisch probieren. Wir verarbeiten sehr viel lokale Produkte, wie z.B. Quinoa. Wusstet ihr, dass es in Peru über 3.000 verschiedene Kartoffelarten gibt? Natürlich nutzen wir die Kartoffel auch verstärkt als zutat. Von anderen Spezialitäten Perus kann man mal gehört haben, aber sich zwingen sie zu probieren, muss man nicht, z.B. Rinderherzen-Spieße.Was die Schärfe des peruanischen Essens angeht, so gibt es oft eine scharfe Soße zu einem Gericht dazu. Also hat man die freie Wahl.

Auf jeden Fall probieren sollte man eine originale Ceviche und natürlich unser Nationalgetränk: Pisco!

10.) Hast du ein Hausrezept, wie man das leckerste Ceviche zubereitet?

Natürlich habe ich da ein ganz tolles, eigenes Rezept! 🙂 Super frischen Seebarsch in Stücke schneiden, jede Menge frischer Zitronensaft (wirklich viel), ein klein wenig gelber Pfeffer für den Geschmack und ein paar Krümel Red Hot Chili Pepper, also scharfen roten Pfeffer vermischen. Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Petersilie klein schneiden und darübergeben, etwas Pfeffer und Salz darüber und fertig ist eine super leckere Ceviche! Ach ja, mein Geheimtipp für die Soße: ein kleiner Schuss Vollmilch für die Konsistenz und die Farbe. 🙂 Und wenn man fertig ist, trinkt man die verbleibende Soße vom Teller. Die Alten nennen sie „Tiger’s milk“. Angeblich hat die Soße aphrodisierende Kräfte…

Nach diesem Interview hatte ich auf einmal das dringende Bedürfnis mich direkt in einen Flieger zu setzen, Ceviche zu probieren, die Nazca Linien zu sehen, die Uros auf dem Titicaca See zu besuchen, über den Amazonas zu treiben und natürlich beim Anblick von Machu Picchu im Morgengrauen einen wohligen Schauer zu verspüren…

Wie geht’s euch?

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2 Antworten zu “Peru – Machu Picchu und mehr!”

  1. Doreen sagt:

    Hallo zusammen,

    danke für die Tipps. Ich war im November in Peru und habe die Reise und das spannende Land sehr genossen. In zwei Punkten jedoch muss ich widersprechen: den Inkatrail sollte niemand angehen, der schwer übergewichtig ist – wie aus eigener Erfahrung eine amerikanische Frau, die ich kenne, und die nach totaler Erschöpfung nur noch die ganze Gruppe aufhielt und nicht mehr von der Stelle kam. Sie war nur am Fluchen und schimpfte, warum man ihr das vorher nicht gesagt hatte…. Da kann man zwei gesunde Beine haben, aber wenn man dank des Übergewichts körperlich eingeschränkt ist, macht es wenig Sinn.
    Auch wenn man akute Probleme mit den Knien hat, sollte man den Track nicht laufen, da die vielen Stufen enorm auf die Knie gehen.

    Und by the way, der Condor ist nicht der größte Vogel. Albatrosse haben mit 3,50m die größte Flügelspannweite. Da reicht der Andean Condor nicht ran, er bringt es lediglich auf 2,70m.

    Liebe Grüße und Peru ist immer eine Reise wert!

  2. Hallo Doreen,
    danke dir für deinen Kommentar und die Anmerkungen. Natürlich empfiehlt es sich nicht den Inka-Trail unvoreingenommen in Angriff zu nehmen, wenn man körperlich eingeschränkt ist. Und dein Hinweis mit den Knien, bzw. zu Gelenkproblemen, ist auf jeden Fall ein guter Punkt.
    Was den Condor angeht, so ist er in der Tat der größte Flugvogel Südamerikas und nicht, wie angegeben, der größte Vogel weltweit. Ich habe das im Text bereits korrigiert.

    Liebe Grüße
    Carina

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