Reiseberichte

Peru – unterwegs auf dem Lares Trek

Von Die STA Travel Reiseexperten , 14. Oktober 2019

Ich bin Samia aus dem STA Travel Shop in Salzburg in Österreich und mit anderen Reiseexperten ging es für mich im September nach Peru. Wie auch bei vielen anderen gibt es einen Ort auf meiner Bucketlist, der immer und immer wieder auftaucht: Machu Picchu! Im Rahmen einer Rundreise von G-Adventures durfte ich nicht nur Machu Picchu, die Ruinenstadt der Inka, erleben, sondern auch viele andere tolle Orte in Peru kennenlernen, wie diesen Geheimtipp abseits des Touristentrubels: den Lares Trek.

Meine Tipps für den Lares Trek

Ihr möchtet also nach Peru, das Land und eine neue Kultur kennenlernen und euch Machu Picchu ansehen? Früher oder später wird die Frage aufkommen, wie ihr dort hingelangt. Für die Treks zum Machu Picchu ist es wichtig, dass ihr euch zeitig um die Inka Trail Permits kümmert, denn es darf stets nur eine gewisse Anzahl an Menschen auf die Treks. Wenn ihr einen Trek machen möchtet, auf dem wenig los ist, der euch an Inka Ruinen vorbei und durch kleine Dörfer führt, dann ist der Lares Trek das richtige für euch!

Die Ankunft in Cusco auf fast 3400 Metern Höhe

Wer in Peru trekken möchte, sollte zuerst nach Cusco reisen, um sich zu akklimatisieren. Dort angekommen und auf der Suche nach Snacks und Trinkwasser (in Peru solltet ihr kein Wasser aus dem aus dem Wasserhahn trinken) fing ich auf den hügeligen Straßen ziemlich schnell an, die fast 3400 m zu spüren, auf denen die Stadt liegt. Bereits kurz nach dem Mittagessen sind einige unserer Gruppe der Höhenkrankheit zum Opfer gefallen und mussten den restlichen Tag im Bett verbringen. Die Höhenkrankheit macht sich ca. 6 – 12 Stunden nach Ankunft bemerkbar. Hier kommen ein paar Tipps, wie ihr diese feststellen könnt.

Symptomcheckliste Höhenkrankheit:

  • Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwäche, Müdigkeit und Schwindel
  • Schlafstörung
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit bis hin zum Erbrechen

Was könnt ihr dagegen tun?

  • Kokablätter kauen
  • Kokatee trinken
  • genügend Wasser trinken
  • trotz Appetitlosigkeit genügend essen, oft hilft schon ein Stück Schokolade
  • vorab Tabletten nehmen (Tipps dazu gibt es in der Apotheke oder beim Arzt)

Peru_Lares_Trek

Für die Stadtführung am nächsten Tag waren die meisten dann aber wieder fit. Unser Guide Marco hatte zahlreiche Geschichten auf Lager über Kirchen, Aussichtspunkten und Ruinen, z.B. Saqsayhuaman. Zum Mittag ging es in ein traditionell peruanisches Restaurant und wir konnten die verschiedensten nationalen Gerichte ausprobieren. An das Meerschweinchen hat sich keiner getraut, aber das Alpaka Stroganoff ist zu empfehlen! Abends wurde uns dann bei einem Kochkurs beigebracht, wie wir uns ein bisschen Peru auf die heimischen Teller holen können! Ihr möchtet auch ein peruanisches Getränk probieren? Hier kommt das Rezept für Pisco Sour:

4cl Pisco (alternativ: weißer Tequila)

4cl Zuckersirup

4cl Limettensaft

1cl Eiweiß

Eis

Alles im Shaker mixen und genießen!

Im Heiligen Tal

Frühmorgens ging es dann von Cusco in das Heilige Tal. Dort besuchten wir, nach einigen Stops an wahnsinnig schönen Aussichtspunkten, eine frauengeführte Weberei und eine örtliche Töpfergemeinde. Wir bekamen eine kleine Vorführung des jeweiligen Handwerks und uns wurden die Bedeutungen der traditionellen Symbole erklärt. Nach einer Tasse heißen Kokablatt-Tees konnten wir uns dort mit ein paar einmaligen Souvenirs eindecken. Nach einem stärkenden Mittagessen im Parwa Community Restaurant in Huchuy Qosqo ging es nach Ollantaytambo. Hier gibt es, abgesehen von kopfsteingepflasterten Straßen und süßen kleinen Cafés, noch eine gut erhaltene Inka Festung, die uns schon mal einen Vorgeschmack für den bevorstehenden Trek geliefert hat, denn der Aufstieg zu den Ruinen ist ganz schön steil!

Peru_Lares_Trek

Auf dem Lares Trek

Die Fahrt nach Lares ist nichts für schwache Mägen. Bei schroffen Felswänden auf der einen Seite und tiefen Abgründen auf der anderen, habe ich mich nur noch steif am Sitz festgekrallt und gehofft, dass der Busfahrer das Vertrauen, welches wir in ihn setzten, auch verdient hatte. Hatte er natürlich und wir sind sicher angekommen und konnten mit dem Trek starten. Vor uns lagen 33 km Weg in drei Tagen, knapp 1600 Höhenmeter Aufstieg und zwei Nächte im Zelt bei Temperaturen um die null Grad. Das war definitiv ein Erlebnis! Gestartet wurde auf 3200 Höhenmetern und die erste Etappe führte ca. 2,5 Stunden relativ gemütlich an Farmen und Häusern vorbei. Mit einem Guide an der Spitze der Gruppe und einem zweiten Guide am Ende konnte jeder in seinem eigenen Tempo wandern und es war zwischendurch immer mal Zeit, die kleinen schwarzen Ferkel am Wegrand mit Bananenschalen zu füttern. Nach dem Mittagessen in einer alten Scheune in Chancachaca Alta ging es ca. 2 Stunden lang weiter bis zu unserem Zeltplatz auf 3800 Meter Höhe. Dieser Aufstieg war deutlich anstrengender und wieder hatten einige mit leichter Höhenkrankheit zu kämpfen. Letztendlich haben es alle bis nach Cuncani geschafft, wo unsere Zelte bereits aufgestellt auf uns warteten und wir mit Aussicht auf den Chicon Berg ein Cusqueña-Bier genießen konnten.

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Nach einer eiskalten und fast schlaflosen Nacht begann der zweite Tag des Treks um 5 Uhr morgens. Trotz Kokatee und -blättern hatte mich die Höhenkrankheit doch noch erwischt und es warteten die wohl extremsten sechs Stunden meines Lebens auf mich – ganz ohne zu übertreiben. Mit einer Tablette nach dem Frühstück konnte ich die ersten zwei Stunden überbrücken und bin einigermaßen gut vorangekommen. Ab 4200 Höhenmetern wurde die Übelkeit so unerträglich, dass ich alle paar Meter eine Pause machen musste und bei etwa 4500 Höhenmetern hatte ich das Gefühl, als hätte jemand meine ganze Energie und Kraft einfach ausgeschaltet. Aus gelblich grünen Wiesenpfaden wurden Geröllfelder, die für mich nur noch schwarz-weiß aussahen. Nach jedem Hügel kam ein weiterer und die letzten 300 Höhenmeter schienen mir so absolut unschaffbar, sodass sich in meinem Kopf nur noch „ein Fuß vor den anderen“ in Dauerschleife wiederholte. Abholen kann einen dort oben aber letztendlich niemand und umdrehen war für mich keine Option also ging es, mit starrem Blick auf den Boden und auf die Hikingstöcke gestützt, weiter bis ich eben doch oben ankam. Fast 4800 Meter über dem Meeresspiegel!

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Mit jedem Meter bergab lichteten sich die Symptome etwas und eine Stunde nach dem Mittagsessen konnte ich den Trek dann doch noch genießen. Hier veränderte sich die Landschaft wieder drastisch und wir kamen von kargen Steinlandschaften durch grasbewachsene Weiten zu einem von Bäumen gesäumten Flussbett, an dem wilde Alpakas grasten. Am Abschlusstag des Treks hatten wir nur noch etwa 3,5 Stunden bergab vor uns und konnten uns die Zeit nehmen, bei einer einheimischen Familie vorbeizuschauen, uns von Marco in einer Inka Ruine Geschichten aus deren Zeit anzuhören und im Fluss nach Gold zu suchen.

Peru_Lares_Trek

Peru_Lares_Trek

Das solltet ihr beachten beim Lares Trek:

  • Der Lares Trek ist zwar einen Tag kürzer als der Inka Trail, aber liegt deutlich höher. Damit kommen ganz eigene Schwierigkeiten: Ihr müsst zwar nicht so viele Stufen steigen, aber durch die dünne Luft seid ihr leichter angestrengt und es wird kälter als auf der traditionellen Inka Route. Ein sehr positiver Nebeneffekt nicht die traditionelle Route zu laufen: auf dem Lares Trek sind wenige bis gar keine anderen Wanderer unterwegs und ihr seid nicht von zahlreichen Touristen umgeben. Dafür gibt es aber auch einige Stellen, an denen man die Pfade selbst treten muss.
  • Denkt an warme Kleidung, viele Lagen und eine wasserdichte „Schicht“ für euch und euren Rucksack. Während es beim Gehen oft warm werden kann, herrschen nachts Minusgrade.
  • Eingelaufene, gute Wanderschuhe sind ein Muss! Mit normalen Sneakern habt ihr nicht genügend Halt, eure Beine ermüden schneller und der Abstieg wird damit ganz schön gefährlich!
  • Reiseapotheke einpacken!
  • Tabletten gegen Höhenkrankheit vorab im Heimatland bzw. einige Tage vor dem Trek schon besorgen und einnehmen. Hierzu könnt ihr euch von der Abreise in der Apotheke beraten lassen. Die Medikamente verringern das Risiko an der Höhenkrankheit zu erkranken. Erwischen kann es euch aber trotzdem.
  • Eine 1,5 Liter Trinkflasche spart viel Plastik und ihr habt zwischen den Auffüllmöglichkeiten genügend Wasser dabei.
  • Packt leicht! In eurem Tagesrucksack sollte nicht mehr als eine Regenjacke, ein paar Müsliriegel, eure Kamera und Wasser sein. Wenn ihr mit G Adventures reist, bekommt ihr am Anfang des Treks eine Tasche, in die ihr eure Wechselklamotten, Kulturbeutel etc. packt. Achtung: Es sollten maximal 7 kg werden, idealerweise natürlich weniger. Das Ganze wird von den Sherpas und Maultieren getragen und ihr bekommt eure Sachen abends am Zeltplatz wieder.

Letzte Station: Machu Picchu

Weil der Lares Trek nicht direkt nach Machu Picchu führt, sind wir mit dem Bus wieder nach Ollantaytambo zurück gefahren und von dort aus mit dem Zug nach Aguas Calientes fahren. Aguas Calientes ist der Ausgangspunkt für Tagestrips in die Inka Stadt und dementsprechend voller Touristen. Wir sammelten uns am nächsten Tag um halb 6 Uhr morgens in der Hotellobby, um den ersten Bus auf den Berg zu erwischen. Dort angekommen war ich, um ehrlich zu sein, etwas enttäuscht. Es gibt einen Foto-Aussichtspunkt, an dem man anstehen musste, um ein gutes Bild oder auch nur einen Ausblick zu bekommen. Die Menschenmengen zum Zeitpunkt unserer Reise nahmen dem Ort leider einfach die „Magie“. Aber man kann sich ja schlecht als Tourist über die Anwesenheit anderer Touristen beschweren. Trotzdem war es für mich ein einmaliges Erlebnis nun endlich am Machu Picchu zu stehen!

Peru_Machu_Picchu

 

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