Reiseberichte

Reisebericht: Freiwilligenarbeit beim Turtle Conservation Project

Von Die STA Travel Reiseexperten , 02. Mai 2011

Hi Jenny,
bei welchem Planeterra Projekt hast du mitgearbeitet?

Beim Turtle Conservation Projekt in Koh Pra Thong, Thailand

Wie bist du angereist?
Zunächst mit dem Zug von Stuttgart nach Frankfurt, dann über Abu Dhabi und Bangkok zum Phuket International Airport. Ein Fahrer hat uns abgeholt und fuhr uns zum Hafen von Kuraburi. Von dort aus ging es mit einem Longtail-Boat zu der Insel Koh Pra Thong. Wir waren ungefährt 22 Stunden unterwegs.

Wie hat dir das Reiseziel gefallen?
In dem Moment, in dem man in Koh Pra Thong mit dem Longtail-Boat ankommt, erlebt man ein richtiges “Robinson Crusoe”-Feeling. Die Insel ist wunderschön und dicht bewachsen mit Palmen und Cashew-Bäumen. Auch das Lions Village an sich hat mir mit seinen hübschen kleinen Häuschen gut gefallen. In der Trockenzeit ist es hier ziemlich heiß.

Erzähle uns mehr von deinem Freiwilligenprojekt!
Tag 1 – Ankunftstag. Wir haben unsere Gastfamilie und das Dorf kennen gelernt. Uns wurde unser Zimmer gezeigt und danach haben wir mit unserer Gastmutter echtes Thai Food zubereitet: Austern und Cashew Nüsse.

Tag 2 – Nach dem Frühstück sind wir mit dem Longtail-Boot zum Strand gefahren und schwimmen gegangen. Wir haben uns auch Teile des alten Dorfes angesehen, das bei der Tsunami-Katastrophe 2004 zerstört wurde. Mittags waren wir wieder bei unserer Gastfamilie zum Mittagessen, danach haben wir Batiktücher hergestellt und ein Thai Dessert zubereitet – sehr süß! Nach dem Abendessen haben wir dann das Haus der Schildkröten-Feldforscher aufgesucht und dort andere Volunteers kennen gelernt. Es gab auch eine kurze Einführung in die bevorstehenden Aufgaben und in unseren Stundenplan für die nächsten Tage.

Tag 3 – Um fünf Uhr morgens sind wir aufgestanden, um die erste Strandwache zu machen. Wir sind mit dem Longtail-Boot zu einem Strand gefahren, um dort einen Küstenstreifen von 5 km Länge abzulaufen. Es war einfach toll, frühmorgens an einem einsamen Strand den Sand zwischen den Zehen zu spüren 🙂 An einem ausgemachten Treffpunkt haben wir dann gemeinsam Ananas-Pfannkuchen gefrühstückt. Ich habe noch nie zuvor so leckere Pfannkuchen gegessen! Gegen halb zehn haben wir die Luft- und Wassertemperatur gemessen und notiert. Danach hatten wir etwas Freizeit und haben uns mit den anderen Teilnehmern des Freiwilligenprojekts unterhalten, Bücher gelesen oder Musik gehört, bis das Boot uns wieder abgeholt hat. Nachmittags hat uns Jacky (Fieldleader) detailliert erklärt, worum es bei dem Forschungsprojekt eigentlich geht und was ihre Ziele sind. Dave (Fieldleader assistent) hat uns dann noch etwas über die Biologie und das Lebensumfeld der Schildkröten erzählt – so war es sehr viel einfacher für uns zu verstehen, warum Volunteers für dieses Projekt so wichtig ist.

Tag 4 – Wegen Gewitter und Regen haben wir an diesem Tag keine Strandwache gemacht. Nach dem Frühstück ging es in die Savanne, wo wir uns Süßwasser-Schildkröten angesehen haben. Das Team hatte ein paar Fallen dabei um die Schildkröten einzufangen, dann ihr Gewicht und ihre Länge zu messen und die Tiere für die wissenschaftliche Erhebung zu markieren. Nach dem Mittagessen haben wir uns künstlerisch an den Zimmerwänden des Brown House (Projekthaus) und des Gemeindezentrums ausgetobt. Abends bekamen wir von Aeh (Lehrer im Dorf) noch eine Thai-Unterrichtsstunde.

Tag 5 – Die Strandwache haben wir heute an einem anderen Strand gemacht – diesmal eine 10km lange Küstenstrecke. Leider haben wir keine Schildkrötenspuren gefunden. Gegen zehn Uhr haben wir das Verhalten der Tiere beobachtet, also notiert wenn wir Schildkröten im Ozean gesehen haben. Nach dem Mittagessen hat uns Jacky ein Museum gezeigt, das von STA Travel finanziell unterstützt wird. Hier gibt es interessante Ausstellungsstücke zu sehen, wie zum Beispiel einen Schildkrötenkörper oder ein -skelett. Hier werden auch Bilder ausgestellt, die Einheimische über Umweltschutzmaßnahmen aufklären.

Tag 6 – Wegen starker Regenfälle hatten wir wieder Freizeit am Morgen. Nachmittags haben wir das Skelett eines Delfins zusammengebastelt, das dann als Exponat im Museum landen soll. Ziemlich aufregend – so etwas habe ich noch nie gemacht!

Tag 7 – Unser letzter Tag. Wir haben bei unserem morgendlichen Strandgang Schildkrötenspuren gefunden – die Spuren einer Lederschildkröte. Aber das Nest konnten wir nicht finden. Mit dem Longtail-Boot sind wir dann nach Koh Ra gefahren. Da das Boot dort nicht bis an die Küste fahren konnte, sind wir ins Wasser gesprungen und zu der Insel geschwommen. Die anderen Volunteers sind zu einem anderen Strand gefahren – und sie fanden ein Nest mit ca. 100 Eiern einer Green Turtle. Dann ging es zurück nach Kuraburi – das Ende unserer Reise.

Wie hat dir die Unterbringung gefallen?
Die Unterbringung, ein Holzhaus mit zwei Etagen, ist einfach aber sehr niedlich. Wir haben auf einer Matratze mit einem Moskitonetz geschlafen. Auch das Bad ist sehr einfach: man duscht mit Regenwasser und die Toilette ist ein Loch im Boden. Strom gibt es nur abends zwischen 17.30 und 10.30 Uhr.

Was hast du in deiner Freizeit unternommen?
Wir hatten die Möglichkeit, ein Thai Dessert zuzubereiten, Tücher zu batiken, ein bisschen Thai zu lernen, eine Holzbank zu bauen, Schilder zu malen, Wände zu streichen, zu schwimmen oder einfach nur zu chillen.

Warum ist das Projekt auf die Mitarbeit von Freiwilligen angewiesen?
Das Projekt braucht Freiwillige, weil die meisten Menschen hier im Dorf den ganzen Tag mit Fischen beschäftigt sind, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie haben keine Zeit, sich dem Schildkrötenprojekt zu widmen. Bei dem Projekt fällt eine Menge Arbeit an, die nicht alleine von den Feldforschern bewältigt werden können – vor allem die morgendlichen Strand-Patrouillen. Es ist außerdem wichtig, die Kinder und Jugendlichen im Dorf in Sachen Naturschutz zu unterrichten. Sie freuen sich zudem besonders über die multikulturelle Begegnung mit den Volunteers.

Deine fünf Tipps für Volunteers:

  • Moskito-Spray
  • Sonnencreme
  • Ein langes T-Shirt zum Schlafen
  • Taschenlampe
  • Eine Kopfbedeckung

Deine drei Highlights während des Freiwilligenprojekts:

  1. Schildkrötenspuren finden
  2. Verhaltensbeobachtung der Schildkröten
  3. Süßwasser-Schildkröten vermessen

Dein Fazit:
Das war die beste Reise, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe. Sie hat mich insofern verändert, als dass ich viele Dinge in meinem Leben nicht mehr als selbstverständlich ansehe. Alle Menschen in dem Dorf waren sehr nett und ich habe mich wirklich wie zu Hause gefühlt.

Hast du auch Lust, dich bei einem Freiwilligenprojekt im Ausland zu engagieren? Hier findest du die „Reisen & Helfen“-Reiseangebote von STA Travel:

4 Antworten zu “Reisebericht: Freiwilligenarbeit beim Turtle Conservation Project”

  1. Cindy sagt:

    Toller Bericht Jenny!

  2. Wesly sagt:

    Hallo,

    alles schon und gut… gibt es Altersbegrenzung? ich meine über 44?

    Gruß Wesly

  3. Karen Liller sagt:

    Hi Wesly,
    eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht – je nach Projekt muss man natürlich gewisse Voraussetzungen, wie z.B. körperliche Fitness mitbringen. Aber Fitness ist ja nicht altersabhängig 🙂

    Viele Grüße!

  4. Nadine sagt:

    Hey Jenny,

    das ist ja wirklich toll gewesen wahnsinn!

    Super Bilder! Glaube ich mach sowas auch mal 🙂

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