Asien

Rundreise in Japan: unterwegs mit Zug und Bus

Von Die STA Travel Reiseexperten , 13. November 2019

Ein Land zwischen Tradition und Moderne. Sushi, Karaoke, Matcha Tee. Schon lange übte Japan eine große Faszination in mir aus: Das Land der aufgehenden Sonne, das Land des Lächelns. Im November war es endlich soweit: ich bin Franziska und gemeinsam mit STA Travel Kollegen aus der ganzen Welt durfte ich die Highlights Japans bereisen.

Mit Zug und Bus durch das Land des Lächeln

Erster Stop: Tokyo

Mit Air France flog ich über Paris nach Tokyo, wo meine Reise in einem wunderbaren kleinen Hostel im Stadtteil Asakusa begann. Nach dem langen Flug fielen meine Kollegin und ich todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen lernten wir den Rest der Gruppe sowie unseren Guide kennen und  tauchten dann direkt ein in diese trubelige und moderne Millionenmetropole. Vorbei an Schaufenstern, in denen lebensecht aussehende Speisen präsentiert wurden. Vorbei an Automaten, aus denen man witzige Kopfbedeckungen für Haustiere erwerben sowie Getränke aller Art erwerben kann. Wir durften die Spiritualität der Japaner im Sensoji Tempel und während einer einzigartigen buddhistischen Feuerzeremonie mit Trommel und Gesang erleben. Weiter ging‘s mit der Metro, einem äußert effizienten und pünktlichen Transportmittel, in den Stadtteil Akihabara, wo überall überdimensionale Mangafiguren und Animes an den Häuserwänden prangen.

Japan

Japan Tokyo

Da Sightseeing bekanntlich Hunger macht, kehrten wir in ein uriges und traditionelles Okonomiyaki-Restaurant ein. Bei Okonomiyaki handelt es sich um eine Art japanischen Pfannkuchen, der direkt vor unseren Augen auf einer heißen Eisenplatte mit Hilfe eines Spatels  zubereitet wurde. Gefüllt wird dieser, je nach Wunsch, mit Fleisch oder ohne, dazu Käse, Lauch und Gemüse. Eine spezielle Sauce rundet das Geschmackserlebnis ab. Gut gestärkt zogen wir zu Fuß weiter. Vorbei an bunten Läden und Cafés, gönnten uns verrückte Eis-Variationen und japanische Crepes in der Tüte und spazierten durch den Yoyogi Park zum Meiji Shrine. Ein Ort der Entschleunigung mitten in der Großstadt. Am frühen Abend durften wir vom TMG Observatory einen einmaligen Ausblick auf Tokyo genießen und besuchten das berühmte Shibuya Viertel. Dort überquerten wir die wohl berühmteste Kreuzung der Welt. Ein großer Traum von mir wurde wahr. Überall blinkten überdimensionale Werbeschilder mit japanischen Schriftzeichen und Mangas. Den Tag ließen wir im Stadtteil Kabukicho in einer traditionellen Karaoke Bar ausklingen. Gemeinsam mit den Einheimischen johlten wir um die Wette. Für mich ein unvergessliches und sehr witziges Erlebnis.

Mit dem Bus von Shinjuku in Tokio nach Nagano

Vom Stadtteil Shinjuku aus ging es am nächsten Morgen mit dem Express Bus weiter nach Nagano. Pünktlich, effizient und bequem. In Nagano stiegen wir in einen Regionalzug, der uns ebenso pünktlich und komfortabel ins das kleine Örtchen Shibu Onsen brachte. Die Landschaft ist geprägt durch die japanischen Alpen und kleine Dörfer. Shibu Onsen selbst ist bekannt für seine heißen Quellen. Im ganzen Ort findet man die typischen japanischen Bäder, Onsen genannt. Ein Besuch davon stand natürlich auf dem Programm, doch vorher wollten wir die berühmten Snow Monkeys besuchen, die sich in den Bergen ebenfalls an heißen Quellen erfreuen, dort baden und spielen. Die Natur ließ uns den Atem stocken. Die Blätter der Bäume leuchteten rot, orange und golden. Die Dämpfe der heißen Quellen vermischten sich mit dem Nebel. Die Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Wolken und verstärkten die Herbstfarben. Leider ließen sich die Affen nicht blicken, die Wanderung war dennoch traumhaft. Wir übernachteten in einem Ryokan, ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel. Der Boden ist mit Tatami Matten, welche aus getrocknetem und gepresstem Reisstroh bestehen, bedeckt. Futons dienen als Bett. Ein kleiner Tisch steht in der Mitte und Schiebetüren führen zu einer kleinen Veranda. Am Abend besuchten wir als Ausklang eines perfekten Tages eines der unzähligen Onsen und entspannten dabei.

Japan

Foto von Jonathan ForageUnsplash

Mit dem Zug nach Matsumoto

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Zug nach Matsumoto, wo wir das berühmte Matsumoto Castle besichtigten. Mit dem öffentlichen Bus ging es dann weiter nach Takayama. Dort durfen wir 2 Nächte in einem richtigen buddhistischen Tempel übernachten, auch hier wieder auf Futons und Tatami Matten. Am Abend kehrten wir in ein kleines lokales Restaurant ein, um die typische japanische Nudelsuppe, Ramen, zu probieren. Für mich gab es Edamame (Sojabohnen)  und Tofu, da die Brühe der Suppe nicht vegetarisch war. Generell ist Japan für Vegetarier ein nicht ganz einfaches Reiseziel, da viele Speisen aus Fleisch und Fisch bestehen. Aber am Ende bin ich immer satt geworden. Gemeinsam zog unsere Gruppe danach in eine Bar, wo wir beim japanischen Glücksspiel Pachinko unser Glück herausforderten. Wenn ihr einmal in Japan seid, dürft ihr euch dieses Erlebnis nicht entgehen lassen!

Japan

Am Morgen gab es in unserem Tempel-Hostel ein typisch japanisches Frühstück, bestehend aus Miso Suppe, Reis, eingelegtem Gemüse und Ei. Ein ungewohnter aber perfekter Start in den Tag. Gemeinsam bummelten wir durch die Kleinstadt, besuchten einen lokalen Markt, auf dem es Handwerkskunst und viel Streetfood gibt. Wir spazierten durch die vielen verstreuten Tempelanlagen und genossen erneut die farbenfrohe Natur. Buntes leuchtendes Laub überall. So unheimlich schön! Zum Mittagessen kehrten wir wieder in ein ganz urspüngliches Restaurant ein, um dann gut gestärkt für die Sake-Tour am Nachmittag zu sein. Sake ist ein traditioneller Reiswein und ein wichtiges Kulturgut. In Takayama gibt es viele kleine Brauereien, die über den Herstellungsprozess informieren und natürlich auch Gelegenheit zum Kosten bieten.

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Von Takayama nach Kyoto

Am nächsten Tag hieß es „Sayonara Takayama“ und auf ging es bereits zu unserem letzten Stopp auf unserer Tour: nach Kyoto. Eine lange, aber sehr komfortable Busfahrt stand an. In Japan darf in Verkehrsmitteln wie Bussen oder Zügen maximal geflüstert werden und alle verhalten sich sehr ruhig. Das ganze Kontrastprogramm zu einer Busfahrt in Kambodscha. Während der Pausen an Raststätten wird größter Wert auf pünktliche Abfahrt gelegt und alle halten sich auch daran. Und somit sind wir am Nachmittag pünktlich in Kyoto eingefahren, haben in unser Hotel eingecheckt und uns dann mit unserem Guide, der in Kyoto zu Hause ist, für einen Stadtspaziergang getroffen. Uns begegneten immer wieder Frauen im Kimono und Rikscha Fahrer.

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Wir bummelten durch den Stadtteil Gion, der auch als Geisha District bekannt ist und erfuhren sehr viel über die Geisha Kultur. Zum Abschuss des Tages gönnten wir uns noch einmal die leckeren japanischen Pfannkuchen „Okonomiyaki“, diesmal im Kyoto-Style. Am nächsten Morgen wollten wir den Königspalast besuchen, der jedoch geschlossen hatte. Wir fuhren daher mit dem Bus zum Goldenen Tempel, eines der Highlights Kyotos. Nach dem Besuch knurrte schon wieder der Magen. Und Hunger bekämpft man in Japan am Besten mit einem Besuch eines „All-You-Can-Eat“-Sushi-Restaurants. Was es dort alles an Leckereien gab. Selbst für Vegetarier war dieses Restaurant der Himmel auf Erden. Selig fuhren wir nach diesem Stop zum Bambuswald, durch den kleine schlangenförmige Wege führen. Ich kam mir vor wie ein Zwerg umgeben von diesen mehreren zehn Metern hohen Bambussen. Mystik pur! Wir spazierten dann am Fluss entlang zu einem auf einem Hügel gelegenen Tempel, wo wir die einzigartige Erfahrung machen durften, an einer Zen-Meditation und Matcha-Tee-Zeremony teilzunehmen. Vom kleinen Balkon des Tempels genossen wir die Aussicht über Kyoto und die Spiritualität, die dieser Ort verströmte. Im Schneidersitz saßen wir dann auf dem Boden und lauschten gespannt und entspannt. Der Mönch gab uns zunächst einen Einblick und brachte uns dann in einer gemeinsamen Meditationsrunde seine Religion näher. Bei der Zen Meditation meditiert man mit offenen Augen. Danach zeigte er uns, wie der traditionelle Macha-Tee zubereitet wird. Wenn ihr einmal in Kyoto seid, dürft ihr diese Erfahrung unter keinen Umständen verpassen.

Japan

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Kyoto selbst wirkt nicht so trubelig wie Toyko und ist trotzdem lebhaft und jung. Mir hat diese Stadt sehr gut gefallen und ich hätte hier noch einige Tage länger verbringen können. Leider hat alles ein Ende und so stand der letzte Abend in Japan vor der Tür. Diesen verbrachten wir natürlich alle gemeinsam ganz traditionell: beim Karaoke! Man kann in Japan nämlich Räumlichkeiten für private Karaoke-Partys anmieten. Der Raum bietet das ganze Equipment inklusive Diskokugel, Bildschirmen und Lautsprechern und natürlich ein unendliches Portofolio aus Songs. Dazu hatten wir unsere eigene Kellnererin, die uns mit Sake und Fingerfood versorgte. Die ganze Nacht durch schmetterten wir gemeinsam Songs und tanzten bis uns die Füße weh taten. Einen besseren Abschluss unserer Tour hätte es nicht geben können.

Eine Reise durch Japan: Fazit

Japan hat mich absolut begeistert. Egal ob ihr moderne Städte oder unberührte Natur liebt, in Japan findet ihr beides. Food-Lover kommen in Japan voll auf ihre Kosten, Skifahrer ebenso. Die Japaner sind so unheimlich freundlich, keine Konversation findet ohne ein Lächeln statt. Das Reisen im Land ist effizient und sicher. Ich war überrascht, wie häufig doch Englisch gesprochen wird, vor allem von jungen Japanern. An allen Bahnhöfen, in den Zügen und Bussen gibt es englischsprachige Ausschilderungen und auch in den Unterkünften ist die Kommunikation kein Problem. In Restaurants gibt es oftmals Bilder auf den Karten, die einen Hinweis auf die Gerichte geben. Außerdem empfehle ich euch Google-Translate, wenn ihr große Überraschungen vermeiden wollt.

Gemeinsam mit einer Kleingruppe durch Japan zu reisen, in Hostels und traditionellen Unterkünften zu übernachten und die lokalen Transportmittel zu nutzen, war für mich die perfekte Reiseform für dieses Land. Egal ob Karaoke, Sake-Tour, Pachinko oder Zen-Meditation: wir durften zusammen viele unvergesslich schöne Momente und Erfahrungen genießen, mussten uns nicht um die Organisation der Transporte kümmern und bekamen einen tiefen Einblick in die Geschichte und die Kultur. Mit einem Kopf voller Eindrücke, einer Kamera voller Bilder, einem Rucksack voller Souverniers und einem Herz voller Erinnerungen trat ich nach dieser Reise in einer anderen Welt den Heimflug an und kann sagen: Japan, ich komme wieder!

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