Ozeanien

Südaustralien – Von Adelaide zu den Flinders Ranges

Von Anna-Lisa Kilz , 16. Januar 2018

Um es gleich vorweg zu nehmen, Südaustralien hat mich begeistert und meine Erwartungen übertroffen. Völlig zurecht wählte Lonely Planet „Best of Travel 2017“ Südaustralien zu einer der fünf sehenswertesten Regionen auf der Welt. Die artenreiche Tierwelt, wechselvolle Landschaften und wirklich ausgezeichnetes Essen machen Südaustralien für mich wirklich zu einem der „places to be“. Trotz meiner relativ kurzen Zeit dort und einem straffen Zeitplan, habe ich mich vor Ort wirklich entschleunigt gefühlt.

9 Tage in Südaustralien

Adelaide Central Market

Ein kulinarisches Highlight nach dem anderen findet sich in Adelaide im Adelaide Central Market. Er ist der größte überdachte Markt der südlichen Hemisphäre, darauf ist man hier besonders stolz. die mehr als 80 Essensstände bieten überwiegend Produkte die in der Region hergestellt wurden. Hier findet ihr Käse, Obst, Austern und Meeresfrüchte, Oliven und mehr zum Probieren. Doch auch eher Deutsch anmutende Produkte wie Mettwurst und Sauerteigbrot. Einige deutsche Einwanderer brachten so ein Stück ihrer Kultur mit nach Südaustralien.

Sehr empfehlen kann ich eine der zahlreichen Food Touren über den Markt zu machen. Die Guides kennen die Standbesitzer und es gab für uns eine Menge Produkte zum probieren: Käse, Mettwurst, Emuschinken, Känguruwurst, Seegras und Zitronenameisen! Zum Glück haben wir die Ameisen blind verkostet, sonst hätte ich sie bestimmt nicht probiert und mir wäre etwas entgangen. Die grünen Insekten schmecken super lecker nach Zitrusfrüchten. Die Aborigines setzen sie auch gerne gegen Erkältungen ein. Bei einer geführten Tour bieten übrigens viele der Stände des Central Markets auch einen kleinen Rabatt an, wenn man Produkte kaufen möchte.

Penfolds Magill Estate

Ein besonderes Erlebnis, speziell für Weinfreunde, ist ein Besuch bei Penfolds in den Adelaide Hills. Das über 100 Jahre alte Weingut befindet sich nur etwa 20 Minuten Fahrt von Adelaide entfernt.

Ein besonderes spannendes Erlebnis war für mich die Verkostung von vier Weinen, einschließlich des berühmten „Grange“ – der beste Wein Australiens. Wobei Bewertungen natürlich subjektiv und Geschmäcker verschieden sind: also mein Fall war der „Grange“ nicht. Stolze 600 € kostet eine Flasche des Jahrgangs 2013. Das ist auch der neueste Jahrgang den man bekommt, da der berühmte Wein bis zum Verkauf erst einmal ganze fünf Jahre lagert. Wirklich gut zu trinken ist er laut unserem Führer vom Weingut erst in 20 Jahren. Bei einer Führung über das Weingut kann man mehr über dessen Geschichte erfahren und einen Blick in den wunderschönen Weinkeller werfen. In diesem Weinkeller genossen wir abschließend noch ein tolles Abendessen mit begleitenden Weinen.

Flinders Ranges

Früh morgens startete unser Road Trip zu den Flinders Ranges. Gute fünf Stunden Fahrt lagen von Adelaide bis zu unserem Tagesziel Wilpena Pound vor uns. Die Flinders sind eine über 640 Millionen Jahre alte Gebirgskette deren Ausläufer etwa 200 km nördlich von Adelaide beginnen. Nach einer Weile verändert sich die grüne hügelige Landschaft und wird zunehmend karger und felsiger, bis man dann die ersten Gebirgsformationen der Flinders Ranges sieht.

Je weiter man Richtung Flinders kommt, desto weniger besiedelt ist es und desto mehr Outback-Feeling kommt auf.

Unser erster Stopp in den Flinders sind die Kanyaka Ruinen gewesen. Die ehemalige Schaffarm wurde 1851 gegründet und nur 37 Jahre später aufgegeben. Die europäischen Siedler haben die Trockenheit im Outback damals unterschätzt. Heute kann man die Ruinen der einst riesigen Schaffarm besichtigen.

Das Gebiet der Flinders Ranges ist riesig und es gibt zahlreiche Wanderwege, auf denen auch wir zum Teil unterwegs waren. Empfehlenswert ist sicher ein Rundflug über die Flinders um die Größe des Nationalparks fassen zu können. Solche Rundflüge bekommt man bereits ab 80 € aber uns fehlte dazu leider die Zeit. Sehr gefallen hat mir eine Tour mit einem Allradfahrzeug, dabei kommt man auch vielen Tieren ganz nah. Emus, Kängurus und  Bergziegen konnten wir bestaunen und mit etwas Glück sieht man auch ein Gelbfußkänguru (das war uns leider nicht vergönnt).

Unterwegs jenseits der befestigten Straßen auf der roten Erde des Outbacks kann man einfach mal abschalten. Noch ein kleiner Tipp, ab November sind super viele nervige Schmeißfliegen im Outback unterwegs, dagegen hilft ein Moskito-Kopfnetz, das bekommt man für ein paar Dollar auch überall im Outback zu kaufen. Mindestens 2 Übernachtungen sollte man in den Flinders Ranges einplanen, damit man genug Zeit für Erkundungen vor Ort hat.

Wilpena Pound Resort

Ein besonderes Highlight war für mich das Glamping (=Luxus Camping) in den Safarizelten im Wilpena Pound Resort in den Flinders. Das Resort bietet einen Campingplatz, Doppelzimmer und Luxussafarizelte an und liegt mitten im Nationalpark. Unsere Safarizelte konnten zu allen Seiten geöffnet werden und man hatte somit das Gefühl mitten in der Natur zu sein, auch Kängurus konnte man von den Zelten aus unmittelbarer Nähe beobachten. Die Zelte sind mit komfortablen Betten, eigenem Bad und sogar mit einer Klimaanlage ausgestattet.

 

Die Anlage liegt bei Wilpena Pound, einem riesigen Felsenamphitheater.Geleitet wird das Resort von den indigenen Adnyamathanha. Die Aborigines veranstalten jeden Abend ein „Welcome to country“ um die Besucher zu begrüßen und sie den Ahnen vorzustellen. Dabei werden Lieder der Aborigine gesungen und ihre Geschichten erzählt – ein ganz besonderes Erlebnis. Im Hauptgebäude des Resorts befinden sich auch ein Restaurant und eine Bar für alle, die nicht als Selbstverpfleger unterwegs sind. Ich werde auf jedem Fall nochmal wiederkommen und mindestens zwei Nächte in der Natur verbringen. Persönlich hat es mir auch gut gefallen, dass es hier mal kein WLAN gab und man die Natur ungestört genießen konnte.

Tierbegegnungen im Kangaroo Island Wildlife Park

Mein persönliches Highlight der Südaustralien Reise war der Besuch auf Kangaroo Island. Besonders die Erlebnisse mit den Tieren auf der Insel. Natürlich haben wir während der Reise bereits sehr viele Tiere aus nächster Nähe gesehen. Dennoch war es etwas besonderes, im „Kangaroo Island Wildlife Park“ der australischen Tierwelt noch näher zu kommen. Die jungen Besitzer des Parks kauften diesen 2013 von den Vorbesitzern, inspiriert durch den Film „Wir kaufen einen Zoo“ . Der Tierpark ist überschaubar und sehr familiär.

Allgemein hatte ich das Gefühl, dass der Park sehr nachhaltig ist und dass dort auf die Bedürfnisse der Bewohner, also der Tiere, eingegangen wird. Im Vergleich zu anderen Zoos und Wildlife Parks sind die Eintrittskosten hier auch ein wenig geringer.

Die 9 Tage in Südaustralien kamen mir viel länger vor als sie waren. Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen, um diese wunderschöne Ecke der Welt noch intensiver zu erleben.

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