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Weltreise und Work & Travel – Tipps vom Karriere-Experten für Lebenslauf und Vorstellungsgespräch

Von Die STA Travel Reiseexperten , 13. März 2013

Es gibt viele junge Menschen, die sich nach der Schule, während des Studiums oder nach der Ausbildung dafür entscheiden, die weite Welt zu entdecken und Lebenserfahrungen auf Reisen zu sammeln. Manche bewerben sich für ein Working Holiday Visum und verbringen ein aufregendes Jahr mit Work & Travel, andere sichern sich im Ausland einen Praktikumsplatz, arbeiten bei einem Freiwilligenprojekt mit oder belegen einen Sprachkurs fernab der Schulbank oder des Hörsaals. Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die ihren Rucksack schultern und schon in jungen Jahren eine Weltreise antreten.

Viele junge STA Traveller fragen sich, wie sie diese Zeit des Reisens und Weltentdeckens sinnvoll in ihrem Lebenslauf unterbringen und wie sie die wertvollen Erfahrungen, die sie in dieser Zeit machen konnten, optimal in Bewerbungsgesprächen formulieren.

Antworten auf diese Fragen hat Thomas Lüdeke, Experte im Bereich Personalvermittlung und Weiterbildung, der vor knapp vier Jahren ein Karriereportal für Young Professionals gegründet hat.  

STA Travel: Viele unserer jungen Kunden fragen uns, wie sie ihre Weltreise oder ihr Jahr Work & Travel in ihren Bewerbungsgesprächen richtig „verkaufen“? Welche Fehler sollten sie vermeiden?

Thomas: Eine Weltreise oder ein Work & Travel-Aufenthalt können sich günstig im Bewerbungsgespräch auswirken, wenn die positiven Aspekte hervorgehoben werden. Das intensive Eintauchen in eine fremde Kultur bietet die Möglichkeit,  Selbstständigkeit zu erlangen und zu demonstrieren. Ein längerer Aufenthalt im Ausland hilft, sich selbst besser kennen zu lernen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln.  Wer Kontakte knüpfen und Anschluss finden will, kommt nicht umhin, sich intensiv mit der fremden Kultur auseinanderzusetzen – und wird damit automatisch offener und anpassungsfähiger. Das sind nützliche Eigenschaften fürs Berufsleben. Die Planung einer Welt- oder Work & Travel-Reise fördert außerdem die Organisationsfähigkeit, die im Berufsalltag gefragt ist – Stichwort Projektmanagement. Nicht zuletzt und naheliegend: Wer eine längere Zeit im Ausland war, kann in aller Regel von sich behaupten, seine jeweiligen Sprachkenntnisse merklich verbessert zu haben – was der Karriere sicher nicht schadet.

STA Travel: Wie formuliere ich meine Reise-Auszeit am besten in meinem Lebenslauf, ohne dass es nach „Ach, der war zu faul zum arbeiten/studieren und ist lieber um die Welt gereist“ aussieht?

Thomas: Wenn die Reise-Auszeit im Lebenslauf richtig verkauft wird, kann sie der Karriere helfen. Ein Auslandsaufenthalt ohne Arbeitsanteil gehört weniger in die Kategorie Berufserfahrung oder Bildung, sondern unter Freizeit und Interessen. Wurde während des Trips gearbeitet, zum Beispiel im Bereich Call Center oder in der Büroverwaltung, können diese Tätigkeiten aufgelistet werden. Dabei ist die Wortwahl wichtig, denn „Flyer verteilen“ klingt unter dem Begriff „Verkaufsförderung“ viel besser. Im Anschreiben kann dann Bezug auf die sozialen Kompetenzen genommen werden, die durch die Reise gestärkt wurden. Außerdem können Erfahrungen, die für den Beruf qualifizieren, hervorgehoben werden. Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen sind positive Aspekte, die der Arbeitsgeber sicherlich anerkennt.

STA Travel: Wie reagieren junge Bewerber am besten auf provokative Rückfragen von Personalern nach dem Motto „Oh, ein Spanisch-Sprachkurs in Mexiko? Da haben Sie doch sicher mehr am Strand gelegen als Vokabeln gelernt.“ oder „Was denken Sie, bringt Ihnen die Arbeitserfahrung vom Kiwi-Pflücken in Neuseeland für die Position, auf die Sie sich bei uns bewerben?

Thomas: Auf provokante Fragen sollten Bewerber immer möglichst gelassen reagieren. Ein Spanisch-Sprachkurs in Mexiko ist schon alleine deshalb sinnvoll, weil dort neben den theoretischen Grundlagen vor allem die praktische Anwendung möglich ist – auch am Strand wird spanisch gesprochen. Auch „niedere Aushilfsjobs“ können von Nutzen sein, etwa das so genannte „Fruitpicking“. Wer wochenlang bei 45 Grad in der Sonne in Bäume klettert, zeigt dass er auch vor unangenehmer Arbeit – die ja auch im richtigen Berufsleben immer wieder anfällt – nicht zurückschreckt. Die schweißtreibende Tätigkeit erfordert Motivation und Durchhaltevermögen – Eigenschaften, die auch im Unternehmensalltag gefragt sind.

Vielen Dank für deine hilfreichen Tipps, Thomas!

3 Antworten zu “Weltreise und Work & Travel – Tipps vom Karriere-Experten für Lebenslauf und Vorstellungsgespräch”

  1. Karin sagt:

    Meine neunmonatige Weltreise hat mir in meinen Bewerbungsgesprächen nie Probleme bereitet. Eher im Gegenteil: Meistens bin ich auf leuchtende Augen und interessierte Fragen gestoßen.

  2. […] Personalern anstelle von Passkontrolleuren behaupten muss? STA Travel leistet Abhilfe. Der Artikel Weltreise und Work & Travel – Tipps vom Karriere-Experten für Lebenslauf und Vorstellungsgesp… zeigt Dir, wie Du Deine Reiseerfahrungen richtig […]

  3. Oli sagt:

    Ich denke, dass es auch auf die Länge der Reise ankommt. Ein grosses Projekt von einem Jahr oder vielleicht sogar länger kann bei einer Bewerbung sicherlich gut ankommen. Aber ab einer gewissen Länge oder einer Häufung von mehreren kleineres Langzeitreisen, kann leicht der Verdacht aufkommen, dass jemand nicht gerne arbeitet, beziehungsweise nur so lange die Stelle behält, bis er genügend Geld für den nächsten Trip zur Seite gelegt hat.

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