Ozeanien

Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: Debos Tour durch das Northern Territory, Australien

Von Gastblogger , 17. Oktober 2012

In diesem Bericht schreibt unsere Reporterin Debo von ihrer Erlebnisreise von Darwin nach Alice Springs – also einmal quer durch das Northern Territory, Australien!

Mein Australien-Roadtrip in Orange. Magisch-Orange, so würde ich eine neue Farbe taufen. Die Farbe, in die Australien getunkt wurde.

Mein Roadtrip beginnt in Darwin. Als erstes ging es für zwei Tage in den Kakadu Nationalpark. Ein etwas seltsamer Nationalpark, da hier Uran abgebaut wird und für die Minenarbeiter ein Golfplatz gebaut wurde. Hmm…über’m Teich ist wohl alles möglich! Davon bekommt man aber nicht wirklich was mit.

Eher von noch Unfassbarem: Es gibt Ameisen mit einem grünen Po, den man abschlecken kann. Wirklich! Die Zunge wird dann irgendwie lustig, taub und bizzlig gleichzeitig. Oder man kann das Tierchen ganz verspeisen. Diese kleinen Köstlichkeiten wohnen in einem Blattbaumhaus. Großartige Architekten sind hier am Werk, die Aussicht ist wohl in einem schnöden deutschen Ameisenhaufen nicht gegeben.

Dann gibt’s da noch fliegende Brandstifter. Superschlaue Vögel, die gecheckt haben, dass Warane und ähnliches Getier bei Feuer aus dem Busch rennen. In panischer Angst natürlich direkt in die Schnäbel der schon wartenden fiesen Vögel. Die picken sich nämlich vorsichtig glühende Äste aus anderen Buschfeuern und werfen sie über neuen „Garküchen“ ab. Beim Schwimmen in grandiosen Gumpen inmitten einer noch grandioseren Berglandschaft, kann es vorkommen, dass ein Waran vorbeirudert, auch nichts seltenes hier. Bei den Jim-Jim No Falls (eigentlich Jim-Jim Waterfalls, aber wegen der Trockenzeit und fehlendem Wasser kurzerhand umbenannt), gelangt der geübte Kraxler nach einer kleinen Wanderung über Felsbrocken an einen natürlichen Swimmingpool, der eingerahmt ist von Felswänden.

Ich hüpfte in das dreifarbig glitzernde Wasser (magisch-orange war auch mit am Start) und tauche in das herrlichste Nass der Welt ein, das selbst Unterwasser noch bunt ist.

Und was schwimmt da ganz frech auf mich zu? Ein kleiner Drache?? Bin ich doch bei Alice im Wunderland gelandet? Die quietschenden Schreie vom Ufer holen mich in die Realität zurück. Das ist echt hier. Und das was da auf mich zuschwimmt, ist ein ein Meter langer Waran. Wie toll ist das denn!! Gefällt mir besser als die Krokodile, die wir gesehen haben. Die blinzeln listig aus dem Busch und sind bis zu sieben Meter lang. Erst sieht man sie nicht am Ufer, und dann verschwinden sie lautlos ins Wasser und man weiß nie, wo sie wieder auftauchen. Unsichtbar quasi.

Dann doch am liebsten Wallabys! Miniatur Känguruhs! Wie süüüß sind die denn! Ich habe mich unsterblich verliebt. In Katherine Gorge, einem grandiosen Canyon, hat’s mich erwischt. Liebe auf den ersten Blick. Ein Wallaby-Baby im Beutel, direkt vor mir. Hat ein bisschen was von Bambi.

Weiter ging’s zu den Devil’s Marbles, oder auch Karlu Karlu bei den Aborigines genannt. Die Götter hatten wohl Langeweile, so stell ich mir das vor. So haben sie wohl ein paar Felsen zu Kugeln umgestaltet und damit Murmeln gespielt. Bis ihnen zu langweilig wurde und sie die Murmeln einfach liegen ließen und sich was neues ausgedacht haben: Autoscooter in Indonesien…

Mataranka ist auch ein toller Ort: in einer heißen Quelle darf dort inmitten eines Flughunde-Dschungels gebadet werden. Wenn man es unbeschadet durch das Labyrinth der Palmen geschafft hat, denn die Flughunde haben ihre Toilette auf dem Wanderweg.

Über den Kings Canyon, in dem es echte Drachen gibt, die aber zu klein zum Feuer speien sind, gings weiter zum berühmten Uluru. Ein magischer Ort, nicht nur für die Aborigines. Ich habe mich jedenfalls nicht getraut, diesen Felsen zu berühren, wurde aber seltsam von ihm berührt. Wie, das kann ich nicht beschreiben, aber irgendwie hab ich mich sehr traurig gefühlt. Hat vielleicht auch damit zu tun, dass ich dieses Große, Bedeutende gespürt habe und gleichzeitig bescheuerte Touristen gesehen habe, die auf diese heilige Stätte klettern und darauf herumtrampeln. Die Aborigines haben sich erfolglos dagegen gewehrt, Geld ist dem Staat anscheinend wichtiger. Ich spüre hier in Australien überall, wie schlimm und unglaublich traurig es ist, was wir den Aborigines angetan haben, was wir ihnen genommen haben und versuchen, mit monatlichen Geldregen wieder gut zu machen. Diesen Menschen wurde der Sinn des Lebens genommen, die Kultur und Religion. Sie wissen nicht, was sie tun sollen und sitzen überall am Straßenrand oder im Busch rum und betrinken sich. Schrecklich mit anzusehen. Man sollte Teile Australiens für Weiße sperren und ihnen zurückgeben. Ich habe keine Aborigines fotografiert, falls jemand Fotos von ihnen vermisst. Aus Respekt. In ihrem Glauben kann die Seele nicht ruhen, wenn ein Abbild auf der Erde bleibt.

Die Tage sind erlebnisreich und anstrengend gewesen. Nichts für Langschläfer ist diese siebentägige Erlebnisreise durch das Northern Territory, denn spätesten um fünf Uhr morgens wird gefrühstückt. Anders sind die großen Distanzen nicht zu bewältigen. Abends fällt man also todmüde in sein Zelt, das auf Campgrounds für die Teilnehmer bereit steht. Der Sternenhimmel und das Lagerfeuer entschädigen für die Müdigkeit. Und mehr Impressionen von Australien kann man glaube ich nicht sammeln. Also auf nach Darwin bis zum Uluru kann ich nur sagen! Ich verbringe noch zwei Tage in Sydney, bevor es weiter geht nach Südafrika!

Und wer unter den harten Burschen im Outback nicht als Touri auffallen will, für dem gibt’s das Wort des Tages:

Bonzer! = super super toll/gut!

4 Antworten zu “Unsere Erlebnisreporter auf Weltreise: Debos Tour durch das Northern Territory, Australien”

  1. Petra sagt:

    Great and magic – tolle Bilder Debo!

  2. Tanja sagt:

    Hi Debo,

    vielen Dank für den tollen Reisebericht und vor allem für die erstklassigen Fotos aus Australien! Da bekomme ich gleich wieder Fernweh. Ich war auch selber schon mal in Australien (und muss auch unbedingt wieder hin). Wo kann man denn die Devil’s Marbles finden?

    Liebe Grüße
    Tanja

  3. Tim sagt:

    Unglaublich, wirklich atemberaubend schöne Fotos! Da wird man doch glatt „Fernwehleidig“ 🙂

    Am besten hat mir aber dieser Satz gefallen: „Es gibt Ameisen mit einem grünen Po, den man abschlecken kann. Wirklich! Die Zunge wird dann irgendwie lustig, taub und bizzlig gleichzeitig.“

    😀 Das würde ich ja zu gerne mal ausprobieren. Wirklich schöner Reisebericht. Danke!

  4. Debo sagt:

    Hallo zusammen,

    freut mich, dass ihr in Gedanken ein bisschen mitreisen konntet!
    Diese heilige Stätte der Aborigenes liegt etwa 100 Kilometer südlich des Ortes Tennant Creek im Northern Territory in Zentralaustralien (Red Centre).

    Vielleicht verschlägt´s euch ja auch einmal dort hin!

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