Reiseberichte

Verknallt in Kalifornien – ein Road Trip

Von Gastblogger , 29. Juli 2015

Ausgestattet mit einer Kamera sowie luft- und landtauglichen Transportmitteln, haben wir drei bekannte Vlogger nach Amerika geschickt, mit dem Auftrag „Finde dein Amerika“.

Steve Booker (ein britischer Fotograf, Reisender und Lifestyle-Vlogger) hat, gemeinsam mit seiner Freundin Alexia, einen 2.000 Meilen langen Roadtrip durch Kalifornien gemacht. Die beiden waren auf der Suche nach Kunst, Musik, Essen und Fotomotiven. Hier kommt ihre Story…

Steve Bookers Road Trip Kalifornien

Wir hatten uns vorgenommen, in 16 Tagen eine 2.024 Meilen lange Strecke zurückzulegen, und sagten unserem Alltag „Tschüss“ und „Hallo“ zum sonnigen Leben in Kalifornien!

Tag 1–3 L.A.

Die Stadt der Engel, um nur einen ihrer Namen zu nennen: Starte mit zwei Tagen im La La Land. Erkunde das historische Hollywood mit seinem kitschigen Star-Glamour, Venice Beach mit seinen Skatern und abendlichen Surfern und Santa Monica mit seinem relaxten Charme und Wanderungen durch die Hügel.

Wir kamen am frühen Abend in Los Angeles an und nachdem wir herausgefunden hatten, wie sich der Mietwagen fährt, ging es in die City. Unser erster Tag in LA begann mit einer Entdeckungstour über den Abbot Kinney Bl, eine richtig coole Straße gleich um die Ecke von Venice Beach mit lauter Independent-Boutiquen, Restaurants und Cafés. Ein Ausflug in den Art District lohnt sich auf jeden Fall. Wir beendeten den Tag mit einem Sonnenuntergang über den Kanälen.

kalifornien, road trip

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Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die Berge, in eine Stadt namens Ojai. Die Kleinstadt ist bekannt für ihre Musikfestivals und ihre Rückzugsorte in den Bergen.

(Von LA nach Ojai: 130 km, ca. 1 Std. 30 Min.)

Tag 4-5 Ojai und San Luis Obispo

Auf der Suche nach guter lokaler Livemusik in Ojai, verbrachten wir einen Abend in der Deer Lodge, einem von Einheimischen geführten Restaurant, in dem es jeden Abend Livemusik gibt. Nach einem entspannten Abend genossen wir eines der besten Frühstücke unserer Reise in der Knead Bakery, ehe es zurück auf die Straße ging. Wenn ihr Lust und Zeit habt, solltet ihr in den Bergen um Ojai die hiesigen Künstlergemeinschaften und Galerien der selbst ernannten „Shangri-La“ von Kalifornien erkunden.

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(Von Ojai nach San Luis Obispo: 205 km, ca. 2 Std. 15 Min.)

Unser nächster Halt war San Luis Obispo, oder SLO. Eine Kunst- und Gourmetenklave zwischen dem Pazifischen Ozean, den Santa Lucia Mountains und dem Weingebiet der Central Coast: SLO bietet einsame Surfstrände, Weinpfade und Berggipfel. Ach ja, und 325 Tage Sonnenschein! Und als wäre das nicht schon genug, werden in der Stadt an JEDEM Donnerstag sechs Straßenblöcke für ein Straßenfest abgesperrt und es gibt dort eine Gasse, die komplett mit Kaugummi dekoriert ist – überraschend farbenfroh und künstlerisch, gleichzeitig allerdings auch ein wenig unappetitlich. Insgesamt hat diese verschlafene College-Stadt eine echt angenehme Atmosphäre und lockt mit ihrem plätschernden Flüsschen und relaxten Cafés.

(Von San Luis Obispo nach San Francisco: 370 km, ca. 4 Std. 15 Min.)

Tag 6–7 San Francisco und Oakland

Auf unserem Weg nach San Francisco erreichten wir den Big Sur über den Highway 1 zur „Goldenen Stunde“ und fanden zufällig die perfekte Bucht (einschließlich eines Wasserfalls), um den Sonnenuntergang zu genießen. Dieser Streckenabschnitt ist unglaublich, man fühlt sich, als wäre man Teil des Vorspanns seines ganz eigenen Kalifornien-Films. San Francisco: eine der liberalsten und kreativsten Städte der Welt hat viel zu bieten. Auf geht´s nach Haight-Ashbury mit seinen Hippie- und Schallplattenläden, zur Fisherman´s Wharf mit ihrem Seafood und den Sehenswürdigkeiten, nach SoMa mit den Boheme-Cafés und nach The Castro mit seinen Musikclubs und PVC. Wir erkundeten auch aufstrebende Viertel wie Dog Patch und Mission, die beide eine ursprüngliche Kunstkultur hatten, wie man sie in den besseren Gegenden der Stadt nicht findet.

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An Tag 7 solltet ihr noch schnell ein Foto von der Golden Gate Bridge machen, ehe es weitergeht nach Oakland. Bei uns hat leider das Wetter nicht mitgespielt und vor lauter Nebel konnte man die Brücke kaum erkennen. Oakland hat übrigens die höchste Konzentration an Künstlern in der Bevölkerung in den USA und ist bekannt als Geburtsstätte des West-Coast-Jazz und -Blues – stürzt euch also direkt in Oaklands Musik- und Kunstszene!

(Von Oakland zum Redwood-Nationalpark: 505 km, ca. 5 Std. 20 Min.)

Tag 8–9 Redwood-Nationalpark

Unser nächster Halt war am Redwood-Nationalpark. Er war anders als alle anderen Orte, an denen wir zuvor gewesen waren: Es war so schön, einen Ort ohne Telefonempfang zu finden, an dem wir uns zwischen den größten Bäumen, die wir jemals gesehen hatten, verlieren konnten. Und wir kamen uns vor, als wären wir meilenweit die einzigen Menschen. Es war eine so tolle Erfahrung, auf Pfaden zu wandern und an die Schönheit der Natur erinnert zu werden. Noch ein Tipp von uns: Haltet am ersten Baum auf dem Weg zum Park an, durch den man durchfahren kann, er ist viel größer als der zweite!

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Am Nachmittag von Tag 9 geht es weiter in die „vom Erzeuger-zum-Verbraucher“-Hauptstadt Amerikas, Sacramento. Hier lohnt sich ein Besuch der städtischen Museen und Galerien, ehe man die umliegenden Farmen, Ranches und Weingüter erkundet bzw. durchschlemmt. 🙂

(Vom Redwood-Nationalpark nach Sacramento und weiter zum Yosemite-Nationalpark: 730 km, insgesamt ca. 8 Std.)

Tag 10-11 Yosemite-Nationalpark

Nach unserem Redwood-Abenteuer starteten wir im Anschluss an Sacramento unser Yosemite-Nationalpark Erlebnis. Aufgrund der Jahreszeit (Frühling) hatten wir echt verrücktes Wetter: von Stürmen bis Schnee und Sonnenschein. Aber jede Phase für sich war wunderschön. Der Yosemite ist ein Ort von unglaublicher Schönheit. Selbst der Abschnitt mit verbranntem Wald, wo der Boden mittlerweile mit üppigem grünem Laubwerk bedeckt ist, hat sich zu einem Ort gegensätzlicher Farben und Schönheit entwickelt.

Generell ist Yosemite ein absolutes Paradies für Wanderer, Kletterer und Fotografen: man taucht direkt ein in die wilde Berglandschaft mit ihren turmhohen Wasserfällen und den Granitklippen. Am südlichen Eingang des Parks, startet auch eine Wanderung durch die Haine der riesigen Sequoia-Bäume. Diese mehr als 3.000 Jahre alten Bäume, die bis in die Wolken emporragen, zählen zu den größten Lebewesen auf Erden.

Im Anschluss an den Yosemite stand uns die bislang längste Fahrt am Stück in die Wüste und zum Joshua-Tree-Nationalpark bevor.

(Vom Yosemite- zum Joshua-Tree-Nationalpark: 605 km, ca. 6 Std.)

Tag 12–13 Joshua-Tree-Nationalpark

Wo die Mojave-Wüste auf die tiefer gelegene Colorado-Wüste trifft, sieht man surreale Landschaften mit verstreuten riesigen Felsblöcken, den Ruinen von Goldminen und skurril aussehenden Bäumen, denen die Wüste ihren Namen verdankt. Im Joshua-Tree-Nationalpark, der für seine unglaublichen Sonnenauf- und -untergänge berühmt ist, kann man gut campen oder in den Wüstenstädten Twentynine Palms oder Pioneer Town übernachten. Ein Sonnenaufgang in der Wüste ist definitiv ein Must-Do.

Nach einer Nacht in Palm Springs machten wir uns auf den Weg nach San Diego und hielten unterwegs am Salton Sea an. Dieser riesige, 1905 mitten in der Wüste geschaffene See ist anders als jeder andere Ort, den du in Kalifornien besuchen wirst. Von hier aus schauten wir am Salvation Mountain vorbei, der farbenfrohen Kunstinstallation von Leonard Knight, einem Tribut an Gott mitten in der südkalifornischen Wüste. Das war wahnsinnig interessant, vor allem angesichts der vielen Jahre, die Knight für dessen Erschaffung gebraucht hat, und wegen seines laufenden Projekts zum Erhalt von Salvation Mountain.

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(Vom Joshua-Tree-Nationalpark nach San Diego: 280 km, ca. 2 Std. 40 Min.)

Tag 13–14 San Diego

Nun war San Diego an der Reihe. Das sonnige San Diego, der Inbegriff des palmengesäumten urbanen Paradieses, ist bekannt für seinen entspannten Küstencharme. Allerdings liegt hinter der gesunden kalifornischen Sonnenbräune und den Country-Clubs verborgen eine lebendige Craft-Beer-Industrie. Daher testeten wir einige der lokalen Biere im Baseballstadion, ehe wir am Abend in einer Karaokebar endeten. Am nächsten Tag fuhren wir in einem alten 1964er Ford Mustang-Cabrio herum und besuchten einige Strandorte, wo wir das einheimische Mexican Food probierten und Kaffee tranken. Wir fanden San Diego super – das Essen, Craft Beer und ganz allgemein die Stimmung … genial!

(Von San Diego nach Orange County: 140 km, ca. 1 Std. 35 Min.)

Tag 15–16 Orange County

Die Fahrt führt noch etwas weiter nach Norden zu einer der klassischsten Postleitzahlen Kaliforniens: wie wäre es mit einem Surfstopp in Huntington Beach mit seinen weltberühmten Wellen oder mit einem Spaziergang durch Anaheim, den „glücklichsten Ort der Erde“ (mit einer weltberühmten Maus, Märchenschlössern, spontanen Gesängen usw.)?

Das war für uns die letzte Station ehe es wieder nach LA ging, von wo aus wir die Heimreise antraten. Auf unserem Rückweg schafften wir es gerade noch, einen Sonnenuntergang am Huntington Beach mitzunehmen.

In zwei Wochen haben wir mehr Orte besucht als normalerweise in einem ganzen Jahr. Und sie lagen alle in ein und demselben Bundesstaat. Kalifornien hat so viel zu bieten und ist insgesamt unheimlich vielfältig.

 

Steve & Alexia

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Erlebt wie Steve und Alexia einen zweiwöchigen Roadtrip auf den von Surfstränden gesäumten Fernstraßen, den Wüsten-Highways und den Naturpfaden Kaliforniens. Jeep, Camper oder Cadillac … wählt euer Fahrzeug aus, dreht die Bässe auf und kurbelt die Fenster runter auf dem Road Trip durch den Golden State.

3 Antworten zu “Verknallt in Kalifornien – ein Road Trip”

  1. Vor lauter Kaugummis an den Wänden und abgesperrten Strassen haben die beiden wohl eines der Must-See’s in SLO übersehen: Das legendäre Madonna Inn, das wohl kitschigste Hotel. http://travelblogger.ch/2014/05/31/kitsch-pur-das-madonna-inn-in-san-luis-obispo/

  2. Hallo Tom, die beiden hatten leider nicht ganz so viel Zeit. Aber das Madonna Inn ist definitiv einen Besuch wert!
    Viele Grüsse, Carina

  3. gerhard sagt:

    was fehlt ist der Abstecher nach Tijuana/Mexico z.B. mit der von Siemens gebauten Straßenbahn von Downtown San Diego aus sowie die vielen Missionsstationen, die Kalifornien gegründet haben übrigens von dem in Kalifornien jedem bekannten Padre Junipero Sierra aus Mallorca! Statt dem eigenen deutschen Musikgeschmack zu folgen würde ich eher z.B. den Mustang Club in San Diego, einem typisch amerikanischen Honky Tonk empfehlen. Ansonsten ein sehr kompakt, komplex, umfassender und gelungener Querschnitt durch das „Lebensstilerfindungsland“ und „Western Empire“ von Google und Co, das nach jahrelangem Aufenthalt dort meine gefühlte Heimat geblieben ist.

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