Ozeanien

Verstecktes Paradies: Die Pazifikinsel Niue

Von Die STA Travel Reiseexperten , 03. April 2019

Habt ihr noch nie von dieser Insel gehört? Dann wird es aber höchste Zeit! Niue zählt zu den größten Korallenatollen der Welt und liegt etwa 1.000 Kilometer östlich der Fiji-Inseln. Das Wichtigste: Sie war für zwei Monate mein Zuhause. Ich hatte das Glück, auf dieser Insel ein Praktikum im Rahmen meines Studiums absolvieren zu können. Ich habe die Zeit in einem kleinen Retreat verbracht, in dem ich eine ganz tolle einheimische Gastmutter hatte. Um dort hinzukommen, hatte ich dreieinhalb Flugstunden vor mir, denn nach Niue fliegt man von Auckland in Neuseeland aus. Generell wird die Strecke nur ein bis zwei Mal pro Woche von Air New Zealand geflogen. Aber ich muss sagen, der Flug hat sich sowas von gelohnt!

Zwischen Fiji und den Cookinseln: Die Insel Niue

Niue

Diesen Ausblick hatte ich bereits kurz nach meiner Ankunft auf der Fahrt vom Flughafen zum Retreat.

Auf der Insel sagt man „Faakalofa lahi atu!“

Bei meiner Ankunft habe ich von den Einwohnern zur Begrüßung einen Blumenkranz um den Hals gelegt bekommen, eine typische Tradition der Niueaner. Die Einwohner der Insel sprechen zwar ihre eigene Landesprache „Niuean“, doch kommt man auch mit Englisch super zurecht. Anfangs musste ich mich zwar an den teilweise starken Akzent gewöhnen, aber nach der ersten Woche war das kein Problem mehr!

Rock of Polynesia

Die Insel selbst wird von den Einheimischen „The Rock of Polynesia“ genannt. Doch so groß, wie sich das anhört, ist die Insel nicht. Es gibt eine Hauptstraße, die einmal um die Insel führt. Theoretisch kann man die Insel so in einer Stunde umfahren! Aber es gibt so viel zu entdecken, dass ich es in zwei Monaten gerade so geschafft habe, an allen Spots einmal anzuhalten!

Niue

Da es auf der Insel keine richtigen öffentlichen Verkehrsmittel gibt, ist es am besten, sich direkt bei der Ankunft ein Fahrzeug zu mieten.

Nach meiner Ankunft musste ich mich erst einmal daran gewöhnen, dass die Hunde auf der Insel frei herumlaufen. Da es dort keine Zäune gibt, muss man damit rechnen, dass die Hunde auch mal auf die Straße laufen. Da ich zum Glück ein Hundefreund bin, wurde das jedoch schnell zur Normalität. In der ersten Woche haben wir bei der Polizei meinen niueanischen Führerschein beantragt, den ich innerhalb von 5 Minuten in meinen Händen hielt und dann konnte es auch schon losgehen. Da es auf der Insel keine großen Kreuzungen mit Ampeln oder Kreiseln gibt, war der Linksverkehr bereits nach zwei Tagen Alltag für mich.

Meine persönlichen Highlights auf der Insel Niue

Die Gastfreundschaft der Insulaner

Der wohl touristischste Ort der Insel ist der Flughafen, an dem sich bei jedem Abflug bzw. bei jeder Ankunft eines Flugzeugs zahlreiche Inselbewohner aufhalten. Für viele ist es normal, sich dort zu versammeln und die Touristen sowie die ankommenden Einheimischen zu begrüßen. Insgesamt sind die Einwohner super freundlich gegenüber Touristen und freuen sich immer sehr über die Besucher. Das liegt wohl vor allem daran, dass bisher recht wenige Touristen auf die Insel kommen. Die meisten Touristen sind für ihre Flitterwochen auf der Insel, doch es gibt auch einige Backpacker. Die Natur der Insel ist sehr unberührt und fast alle Unterkünfte werden von Familien geführt. Nur das Matavai Scenic Resort bietet auf der Insel einen gehobenen Standard, jedoch ist auch hier gemischtes Publikum zu Besuch.

 

Niue_Matavai Scenic Resort

Der Ausblick von der Terrasse des Matavai Scenic Resort ist einzigartig. Hier gibt es auch einen Swimming-Pool und eine Poolbar mit Blick auf das Wasser.

Die Hauptstadt Alofi

Nicht weit weg vom Flughafen liegt die kleine Hauptstadt Alofi. Nur hier gibt es Geschäfte, in denen man Lebensmittel, Kleidung und anderes einkaufen kann. Dort gibt es auch die besten Snacks für zwischendurch wie zum Beispiel die Chicken Rolls im Shop rechts neben dem Spielplatz. In Alofi finden außerdem regelmäßig Märkte statt, für die es sich lohnt früh aufzustehen. Geht hier morgens einkaufen und probiert ein traditionelles Frühstück. Der Tag könnte nicht besser anfangen!

Niue_Alofi

Auf dem Markt gibt es lauter niueanische Köstlichkeiten sowie Blumenschmuck, gewebte Gegenstände und Souvenirs.

Die Palaha Cave

Aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten von Niue gibt es viele Höhlen, die ihr erkunden könnt. Meine Lieblingshöhle ist die „Palaha Cave”, von der aus ihr raus auf das Meer schauen könnt.

Niue_Palaha Caves

Blick aus der Palaha Cave.

Die Limu Pools

Ich bin ein absoluter Fan vom Schnorcheln und auf Niue wurde es zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Da Niue im Südpazifik liegt, findet ihr hier eine super schöne Unterwasserwelt. Diese Insel hat zahlreiche Tauch- und Schnorchelspots, die für mich zu den schönsten der Welt zählen! Meine persönlichen Lieblinge sind die Limu Pools, die recht versteckt fernab der Straße im Norden der Insel liegen.

Niue_Limu pools

Die Limu Pools sind auf der Insel der beste Spot, um zahlreiche Fischarten in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Die Matapa Chasm & Wale sichten

Zwei Geheimtipps habe ich noch für euch: In den Dörfern Aviki und Avatele kann man von der Küste aus Delfine und Buckelwale sichten! Außerdem bietet die beliebte Badebucht Matapa Chasm die beste Möglichkeit, um der lokalen Bevölkerung bei ihrem Badebesuch zu begegnen.

 

Niue_ Matapa Chasm

In der Matapa Chasm tümmeln sich auch viele große Fischarten, sodass sich ein Schnorchelausflug dorthin auf jeden Fall lohnt.

Die versteckte Togo Chasm

Niue hat landschaftlich einiges zu bieten, da ein Fünftel der Insel von einem tropischen Regenwald eingenommen wird. Das absolute Highlight war für mich die Togo Chasm im Huvalu Rainforest. Die Wanderung dorthin war wirklich ein Erlebnis. Zuerst einmal sind wir eine halbe Stunde durch den tropischen Regenwald gelaufen, bis wir an die felsige Küste kamen.

Niue_Togo Chasm

Dieser Pfad führt euch vom tropischen Regenwald zur felsigen Küste, wobei ihr nirgendwo ein Geländer oder Ähnliches finden werdet.

Durch die Verformungen der Jahre ragen die einzelnen Felsen wie Speere aus dem Boden. Dort geht nur ein kleiner Pfad entlang. Dann geht es über eine meterhohe Treppe nach unten. Hier wurden wir von einem kleinen Sandstrand, Palmen sowie einem dahinter liegenden Sumpfgebiet überrascht. Um an das Ende zu gelangen, sind wir von Stein zu Stein gesprungen, besser gesagt geklettert! Eindeutig das aufregendste Abenteuer, das ich auf der Insel erlebt habe!

Niue_Togo Chasm

Diese Leiter führt herunter zur Togo Chasm, sodass festes Schuhwerk auf jeden Fall angebracht war.

Der Hio Beach

Natürlich besitzt Niue auch verschiedene Strandabschnitte, die von der Hauptstraße aus erreichbar sind. Im Süden der Insel sind das teilweise Kieselstrände, jedoch findet ihr im restlichen Teil der Insel auch wundervolle Sandstrände. Ich ging am häufigsten zum Hio Beach, der sehr schön ist. Er liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums von Alofi und ist somit oftmals sehr leer. Oben an der Straße gibt es das Hio Café, von dessen Terrasse aus ihr den Hio Beach und den Südpazifik überblicken könnt: eine einmalige Aussicht!

Niue_Hio_Beach

Der Hio Beach weckt in einem das Gefühl, an einem kleinen Privatstrand zu sein.

Die Show Days

Für die Inselbewohner wird Essen mit Leidenschaft gleichgesetzt. Dementsprechend richtet jedes der 14 Dörfer der Insel immer abwechselnd einen sogenannten Show Day aus. An diesen alle zwei Wochen stattfindenden Show Days können unzählige typische niueanische Speisen verköstigt werden: Taro (Wasserbrotwurzel), die berühmte Uga Crab (Krebs) und natürlich zahlreiche andere Leckereien, die auf der Insel wachsen wie Bananen, Kokosnüsse und Papayas. Da ich für mein Leben gerne esse, war dies natürlich ein absolutes Geschenk.

Niue_Alofi

An den Show Days gibt es neben zahlreichen Leckereien auch Aktivitäten oder Spiele, die veranstaltet werden: Es ist immer ein buntes Treiben!

Das Kai Niue Food & Wine Festival

Das kulinarische Highlight meiner Reise war das Kai Niue Food & Wine Festival, dass im September stattfindet. Hier kochen niueanische und neuseeländische Spitzenköche zusammen, um ein tolles Festessen zuzubereiten. Für dieses Festival ist es notwendig, dass man bereits im Vorfeld Karten bei der ansässigen Touristeninformation kauft. Der Andrang auf das Festival ist nämlich sehr groß. Also falls ihr im September auf der Insel seid, müsst ihr dieses Event unbedingt miterleben.

Niue_Alofi

Das Festival geht mehrere Tage und es gibt sogar Kochkurse, die ihr belegen könnt.

Insgesamt hatte ich eine wundervolle Zeit und eins steht fest: Eines Tages werde ich diese traumhafte Insel wieder besuchen und sie wird mich ganz sicher wieder verzaubern.

Niue

Meine Gastmutter hatte eine Abschiedsfeier für mich organisiert.

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