Reiseberichte

Work & Travel Australien: No worries!

Von Die STA Travel Reiseexperten , 13. März 2014

18:20 Abfahrt Köln

19:00 DUS Airport

19:15 Henkersmahlzeit: Fastfood

20:10 Security Entrance

…und Tschüss!

Los geht das Abenteuer Work & Travel Australien!

Geld? – Nö, mehr als den Notgroschen brauch ich nicht, ich bin ja frisch gebackene Besitzerin eines astreinen Work & Holiday Visums, die Eintrittskarte zum Geld scheffeln!

Hostel? – Ach ist Quatschkram, ich bin ja jetzt Backpacker, das wird schon irgendwie vor Ort!

Klamotten? – Mensch, ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen, T-Shirts, Kleidchen, kurze Hosen und falls es Abends mal etwas frischer wird, einen Pullover – ist ja warm in Australien!

Diese Einstellung war es, die mich völlig entspannt und seelenruhig nach Down Under hat reisen lassen. Das Abi in der Tasche, den Studienplatz bereits vor Antritt der Reise eingeheimst, im Begriff meinen großen Traum zu erfüllen, was sollte mir nun schon noch passieren?? Das andere Ende der Welt? – Ein Leichtes!

In Australien angekommen, sollte ich eines besseren belehrt werden…

Das Wetter war das Erste, das mir einen Strich durch die Rechnung machte. Im wahrsten Sinne des Wortes hatte es mich ziemlich kalt erwischt. Bei 12°C und strömendem Regen taperte ich aus dem Flughafen in Melbourne mit meiner kurzen Hose und T-Shirt bewaffnet, die ich noch voller Euphorie in Deutschland übergeschmissen hatte. Das erste das ich nun also auf australischem Boden tat, war mir aus den Untiefen meines Backpacks meinen einzigen Pullover rauszuziehen. Na, so hatte ich mir das aber nicht vorgestellt… Wie ein begossener Pudel bahnte ich mir den Weg in die Melbourner Innenstadt und natürlich ziemlich orientierungslos begab ich mich auf die Suche nach einem Schlafplatz. Erstaunlicherweise war das Hostel relativ schnell gefunden, aber was mich dort erwartete haute mich förmlich vom Hocker. Eine richtige Bruchbude hatte ich mir da angelacht (auch jetzt noch – nachdem ich mich durch sämtliche Hostels während meiner 6 Monate Work & Travel geschleppt habe  – sehe ich es noch immer als diese Bruchbude an) und das auch noch für einen mehr als stolzen Preis. Völlig übermüdet, stieg so langsam die Panik in mir hoch: „Scheiße, ich bin ja jetzt schon fast pleite!! Und dann ist das hier auch noch soo teuer?? Ahh! Ich brauch einen Job!! Und wer hat mir überhaupt gesagt, in Australien sei es immer warm?? – Der kann noch was erleben! Alles seine Schuld!“  Zu diesem Zeitpunkt zweifelte ich an meiner Entscheidung, ohne Organisation oder Starter-Package oder was es sonst noch für Möglichkeiten gibt, nach Australien gereist zu sein. Mir war kalt, ich fühlte mich nicht wohl, der Slang der Australier machte mir zu schaffen und sowieso war alles blöd!

Trübsal blasen war aber nicht, eine Herausforderung ist dazu da sie anzunehmen, richtig?! Kurzerhand entschloss ich mich also meinen Backpack wieder aufzuschnallen und in den Flieger nach Brisbane zu steigen.

Dort angekommen, sah die Welt dann auch direkt ganz anders aus. Hier war es nach deutschem Verständnis „Sommer“ und an sich war es alles viel kleiner, überschaubarer und einfach mehr auf Backpacker ausgelegt. Vorgestern noch betrübt, hatte ich heute schon meinen ersten Arbeitstag in einem Nachtclub, suchte mir zusätzlich noch in meinem Hostel einen Job, der mich um sonst wohnen ließ und der Anfang in mein Abenteuer „Work & Travel in Australien“ war getan.

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In Brissi fühlte ich mich sofort wie zu Hause. Ich lernte unendlich viele Leute kennen und hatte einfach eine grandiose Zeit. Trotzdem packte mich nach wenigen Wochen dann so richtig die Reiselust – ich wollte mehr! Trotzdem wollte ich es jetzt besser machen! Meine Jobs in Nachtclub und Hostel finanzierten mir zwar die laufenden Kosten und die ein oder andere Shopping- oder Bartour, sowie kleinere Ausflüge –

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Work & Travel Australien

Um mir einen Reisepuffer anzusparen reichte das aber dennoch nicht. Ich bewarb mich also auf gut Glück bei einem Kinder-Photographen, der laut Ausschreibung nicht nur gutes Gehalt zahlte, sondern auch mit einem mobilen Foto-Studio alle zwei Wochen weiterreiste (samt Team natürlich) und oben drauf noch Unterkunft und Auto finanzierte.

Ein paar Tage später wurde ich nach Townsville eingeflogen und zog in eine WG mit zwei Iren und einem Briten ein, die auch gleichzeitig mein „Crazy Koala Team“ bildete, wie sie es liebevoll tauften. Die Arbeit war super, allerdings nach ein paar Wochen ziemlich eintönig. Vor allem wenn man ja eigentlich Hummeln im Hintern hat und etwas sehen möchte.

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Die Unterkünfte dagegen waren alles andere als einseitig und der „Garten“ sah entweder so oder  zumindest so ähnlich aus:

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Wir reisten gemeinsam nach Mackay, Rockhampton, Magnetic Island, Airlie Beach, waren sogar in Australien auf einem Oktoberfest und haben zum Schluss alle gemeinsam den Skydive in Mission Beach gewagt.

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Nach acht fantastischen Wochen, mit einem ebenso fantastischen Team, in dem jeder einzelne zu einem großartigen Freund wurde, konnte ich mich dann allerdings doch irgendwann loseisen und dem Travelbug in mir wieder nachgeben – diesmal aber so richtig! Mein Konto sah aus, als hätte ich den Kobold am Ende des Regenbogens gefunden und überfallen und ich platzte fast vor stolz, dass ich mir nun alles ermöglichen konnte, wonach mir der Sinn stand.

Als erstes kaufte ich mir mein neues Zuhause: Bruno, meinen treuen Wegbegleiter!

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Bruno von vorne

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Mein Bettchen

Und das war mein Ausblick, wenn ich morgens aufwachte und aus dem Fenster schaute:

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Jaa, zugegeben, mein neues Zuhause schrie auf den ersten Blick nicht gerade nach Luxus, aber der Luxus mobil zu sein und unglaublich unabhängig, übertraf alles! Gekocht wurde auf den Public BBQ-Spots, die Australien überall verteilt stehen hat. Oder es wurde sich eben auch mal gerne in eine etwas dunklere Grauzone begeben, indem ich mich in Hostels zum Kochen oder Duschen eingeschlichen habe.

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Bruno gab mir die Möglichkeit, so viel zu sehen, so viel zu erleben und so viele Leute zu treffen wie es mir wahrscheinlich kaum jemand innerhalb drei Monate gleich getan hat.

Work & Travel Australien

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Catamaran Tour zu den Whitsundays und Whitehaven Beach zum Tauchen und Schnorcheln

Catamaran Tour zu den Whitsundays und Whitehaven Beach zum Tauchen und Schnorcheln

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Work & Travel Australien

Byron Bay – der östlichste Punkt Australiens

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White Water Rafting auf dem Tully

Relaxen in Airlie Beach

Relaxen in Airlie Beach

…und noch vieles, vieles mehr! Leider wurde mir zwischendrin meine Speicherkarte gemopst, sodass ich viele der schönen Dinge heute nur noch mit Erzählungen und nicht mit Bildern wiedergeben kann.

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Nach nun fast 6 Monaten Work & Travel, neigte sich meine Zeit aber auch dem Ende entgegen. In Sydney – meinem letzten Stopp bevor es wieder Richtung Heimat gehen sollte – verkaufte ich meinen treuen Weggefährten Bruno und nistete mich für die restlichen Tage in ein Hostel ein. Die Reise war durch und durch ein Wahnsinns-Erfolg, doch die knapp zwei Wochen die ich in Sydney verbrachte toppten alles. Wir waren eine solch tolle Truppe, haben ohne Ende Spaß gehabt, ich habe die gängigsten Trinkspiele von über den Daumen gepeilt 10 Nationen kennengelernt…

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…und habe schmerzlichst die Folgen von „Goon“ (der gängige billigwein, den alle Backpacker trinken) erfahren.

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Als Fazit bleibt an oberster Stelle zu sagen, dass ich nicht eine Sekunde meines Work & Travel Trips bereue. Auch wenn nicht immer alles gleich rund gelaufen ist, hat mich dieses halbe Jahr ungemein geprägt und auch ein Stück weit erwachsener gemacht. Natürlich steht der Spaß ganz oben auf der Prio-Liste, aber darüber hinaus lernt man sich selbst kennen (besonders in Stress-Situationen), man lernt, sich in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und anderen Kultur durchzuschlagen. Darüber hinaus hat es mich auch dazu gezwungen vorrausschauender zu denken und ich habe gelernt mit Geld umzugehen…

…als ich wieder zurück in Deutschland angekommen war, konnte ich nicht fassen, dass dort ein sauberes Bett und ein Kühlschrank (der einfach immer voll ist) auf mich warteten – das war purer Luxus!

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Mein Work & Travel Australien ist jetzt zwei Jahre her und ich bin noch immer hin und weg von diesem einzigartigen Trip, sowie dem Kontinent. Gerade in diesem Moment sitze ich schon wieder auf heißen Kohlen, denn bevor mein Studium nun in die letzte Runde geht, werde ich Australien nochmals einen kleinen Besuch abstatten. Diesmal werden es „nur“ vier Wochen sein, trotzdem ist meine Vorfreude gigantisch!

 

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2 Antworten zu “Work & Travel Australien: No worries!”

  1. Torsten sagt:

    Hi Carolin,
    konntest du den Bruno denn zu einem ähnlichen Preis wieder verkaufen oder war der Verlust sehr groß?
    Gruß Torsten

  2. work and travel Freund sagt:

    Hallo! Danke für diesen sehr schönen Artikel, jetzt habe ich echt Lust bekommen ein work and travel zu machen. Lg

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