Ozeanien

WWOOFing in Neuseeland – Erfahrungsbericht

Von Gastblogger , 07. April 2016

Im Oktober 2015 hat mein Neuseelandabenteuer mit STA Travel begonnen. Inzwischen bin ich schon seit einiger Zeit ganz auf mich alleine gestellt und ehrlich gesagt, war ich anfangs etwas vom Backpackerleben enttäuscht. Man muss sich in Neuseeland nämlich wirklich Mühe geben, wenn man nicht ständig nur deutschsprachige Backpacker treffen und ins neuseeländische Leben eintauchen möchte. Daher habe ich mich nach meinen ersten sehr reise- und abenteuerreichen Wochen dazu entschlossen, es mit WWOOFing zu versuchen.

Was bedeutet WWOOFing eigentlich?

Der Begriff WWOOFing steht genau genommen für World-Wide Opportunities on Organic Farms. In der Praxis arbeitet man dabei rund vier Stunden am Tag auf einer Farm und bekommt als Gegenleistung Unterkunft und Verpflegung. Das Tolle daran ist, man wird für kurze Zeit Teil einer Kiwi Familie und erlebt so das Land noch mal aus einem ganz anderen Blickwinkel. In Neuseeland wird der Begriff Wwoofing jedoch inzwischen für ziemlich jede Art von Arbeit verwendet, für die man mit Kost und Logis vergütet wird.  Also nicht nur Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb, sondern auch in privaten Haushalten oder in der Tourismusbranche. Daher lässt sich wirklich für jeden etwas finden. Die Tätigkeiten können dabei stark variieren: Zum Beispiel Hilfe in Küche & Haushalt, Tiere verpflegen, Garten-, Streich-, Bauarbeiten oder auch Gästebetreuung. Das Ganze funktioniert übrigens auch ohne Working Holiday Visum oder bereits fertig beantragter Steuernummer.

Wwoofing Neuseeland

Wie finde ich einen Wwoofing Job?

Die drei größten Onlineplattformen, die man für die Suche nach einem passenden Gastgeber nutzen kann, sind: Wwoofing, WorkAway und HelpX. Bei allen muss man sich kostenpflichtig anmelden, kann dann ein Profil erstellen und sich bei den Hosts bewerben. Mir persönlich hat WorkAway am besten gefallen und so habe ich mich dort auch angemeldet. Um ehrlich zu sein, hat das bei mir aber bisher noch nicht so wirklich geklappt. Ich habe nur Absagen oder gar keine Antworten bekommen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich nicht ganz so fleißig mit dem Bewerbungenschreiben war. In der Regel sind die Hosts auch bis zu zwei Monate im Voraus „ausgebucht“, was sich mit meiner eher spontanen Art zu Reisen nur weniger gut vereinbaren lässt. Mittlerweile habe ich die Erfahrung gemacht, dass es am einfachsten ist, ein bisschen herumzufragen. Bei nur vier Millionen Neuseeländern kennt gefühlt sowieso fast jeder jeden und hat einen Tipp. Auch Aushänge in Supermärkten und Hostels können weiterhelfen. Wenn ihr eine Telefonnummer habt, dann ruft einfach an. So wisst ihr schnell, ob momentan eine Stelle frei ist oder ob ihr mit einer Bewerbung nur eure Zeit verschwendet. Einfach mal persönlich vorbeigehen (wenn ihr sowieso vor Ort seid) ist auch ein guter Tipp. Fragen kostet schließlich nichts. Ich habe es so gemacht und drei Tage später bin ich auch schon eingezogen.

Mein erstes Mal wwoofen

Mitte November habe ich also angefangen für das Rythm & Vines Festival in Gisborne zu wwoofen. Meine Hauptaufgabe war es der maorischen Köchin Heather beim Zubereiten der Hauptmahlzeiten für die Festival-Crew zu helfen, mich etwas um den Haushalt zu kümmern sowie die Hühner zu versorgen und täglich eine (Oster-)Eiersuche zu erleben.

Wwoofing Neuseeland

Wwoofing Neuseeland

Gewohnt habe ich während dieser Zeit auf einem wunderschönen Vineyard mit Pool, Tennisplatz und Wiesen mit Schafen, soweit das Auge reicht.

Unterkunft Wwoofing Neuseeland

Ich war die einzige Deutsche unter hauptsächlich Nativ-Speakern. Anfangs war das mit den unterschiedlichen englischen Akzenten von maorischen Einflüssen, über schottisch bis zum Kiwikauderwelsch nicht immer einfach, hat mir aber schließlich das Gefühl gegeben, tatsächlich in Neuseeland angekommen zu sein.

Wwoofing Neuseeland

Je näher das Neujahrsfestival rückte, desto mehr Arbeit gab es zu tun. Für mich gab es daher noch die Gelegenheit etwas aufzustocken (da ich ein Work and Travel Visum für Neuseeland habe) und mir so Geld dazu zu verdienen. Das war natürlich ideal!

Mein Fazit

Wwoofen ist für mich – alles in allem – eine wunderbare Art zu reisen! Man kommt in Kontakt mit waschechten Kiwis, abseits der riesigen Tourismusbranche. Man kann neue Dinge ausprobieren, die man zu Hause wahrscheinlich nie machen würde. Man kann sich vom Backpacker Alltag in Hostels und Campingplätzen etwas erholen und hat dabei so gut wie keine Ausgaben. Ich kann es also wärmstens empfehlen! Sachen wie diese machen für mich den Unterschied zwischen einem Touristen und einem wirklichen „Weltentdecker“. Nicht nur mal hinter die Fassade blicken, sondern ein Teil davon werden. Mein nächstes Wwoofing-Abenteuer wartet übrigens schon auf mich, bei einer Pferdefarm in Golden Bay!

4 Antworten zu “WWOOFing in Neuseeland – Erfahrungsbericht”

  1. Sven sagt:

    Schöner Bericht, aber nicht ganz korrekt:

    Anders als beim WWOOFEN in Australien benötigst du für das WWOOFEN in Neuseeland ein „Working-Holiday-Visum“, das wiederum an bestimmte Bedingungen geknüpft ist (Höchstalter 30 Jahre, Krankenversicherung, Rückflugticket). Beim WWOOFEN in Neuseeland kann also nicht jeder dabei sein.

  2. Joi sagt:

    Wow das klingt ja spannend.
    Ich muss definitiv das WWOOFing einmal ausprobieren, um mehr den Kontakt zu den Einheimischen zu finden.;)
    Eine Freundin und ich reisen gerade durch Australien. Zuvor waren wir auch 2 Wochen in Neuseeland, jedoch ohne WWOOFing. Mehr Infos dazu in unserem Travel Blog: http://www.reisekueken.ch

  3. Nadine Grüneis sagt:

    Hallo!

    Ich möchte im nächsten Jahr auch gerne nach Neuseeland reisen und eine weile für Kost & Unterkunft arbeiten.
    Nun zu meiner Frage: Welches Visum brauche ich dafür? Reicht ein Touristenvisum aus?

    Vielen Dank für deine Hilfe!

    Schöne Grüße

    Nadine

  4. Yvonne sagt:

    Hallo Nadine,
    das hört sich spannend an, Neuseeland ist sehr schön!
    Bezüglich des Visas empfehle ich Dir, dich beim Auswärtigen Amt zu informieren.
    Eine tolle Reise und viele Grüße,
    Yvonne | STA Travel Team

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